Rothenburg ob der Tauber kennt ja jeder. Fachwerkhäuser, Wein und Natur, dafür ist Rotheburg bekannt. Aber was kann Waiblingen bieten? Fast genau das gleiche! OK, Waiblingen ist kleiner. Aber auch hier gibt es viele wunderschöne Fachwerkhäuser. Viel Natur. Und sehr viel guten Wein! Was es dafür nicht gibt sind Busse voller Touristen! Hier hat man noch Ruhe. Du kannst durch die wirklich gemütliche Altstadt schlendern ohne von Reisegruppen umgerannt zu werden. Im Biergarten oder einem der vielen Restaurants in der Stadt den Abend ausklingen lassen. Oder die Umgebung zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden.

Städte mit Fachwerkhäusern wie Rothenburg ob der Tauber sind ja bekannt und beliebt. Doch Corona hat uns gezeigt, dass die übervollen und touristisch überlaufenen Orte auch eine gewisse Gefahr bedeuten. Davon einmal abgesehen sind ruhigere und unbekanntere Orte oftmals ja auch viel spannender! Deshalb stelle ich euch die Stauferstadt Waiblingen auch ausführlich vor, denn sie ist, wie ich finde, auf jeden Fall einen Kurzurlaub wert und muss sich auch nicht hinter den bekannten Größen verstecken! Übrigens ist Waiblingen auch Teil der Deutschen Fachwerkstraße!


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Haus an der Rems in Waiblingen

Bewegte Geschichte der Stauferstadt Waiblingen

Bereits seit 7000 Jahren (vielleicht sind es auch ein paar mehr oder weniger, wer weiß das schon?) siedeln Menschen in Waiblingen und Umgebung. Zwischendurch war Waiblingen und sein Umland auch eine römische Grenzzone, wovon Ausgrabungen zeugen. Allerdings gab es auch eine Zeit, für die in Waiblingen keine Siedlungsnachweise erbracht werden konnten. Dafür fanden sich für das 5.-7. Jahrhundert Gräberfelder, inklusive Grabbeigaben.

Die erste urkundliche Erwähnung Waiblingens stammt aus dem Jahr 885, damals noch unter dem Namen „Vueibelingan“. Weitere urkundliche Erwähnungen gibt es bist kurz vor 1100, dann erst wieder ab dem 13. Jahrhundert. Dazwischen gibt es allerdings eine mysteriöse und ungeklärte Erwähnung der Heinriche von Waiblingen. Gemeint sind damit die salischen Kaiser, Heinrich III., IV. und V. Wieso sie in Zusammenhang mit Waiblingen erwähnt wurden, ist noch immer ein Rätsel.

Ab dem 13. Jahrhundert entwickelte sich die Siedlung Waiblingen zur Stadt, bis sie die zweitwichtigste Grafenstadt nach Stuttgart wurde. Im Jahr 1634 während des dreißigjährigen Krieges wurde Waiblingen allerdings von spanisch-kaiserlichen Truppen niedergebrannt. Damals wurde auch die Burg vollständig zerstört. Heute findet man nur noch Mauerreste des Schlosskellers in der Stadt. Der Wiederaufbau Waiblingens nach dieser Katastrophe, der auch mehr als 200 Menschenleben durch die Hand der Angreifer zum Opfer fielen, dauerte beinahe 100 Jahre.

Die heutige Altstadt im barocken Stil geht auf den Wiederaufbau nach dem Krieg zurück. Hier erfährst du übrigens noch etwas mehr zur Waiblinger Stadtgeschichte.

Tränktörle Nachbau. Das alte Tränktörle wurde zur Falle für viele Waiblinger während des großen Angriffs.

Anreise nach Waiblingen

Die Anreise nach Waiblingen ist eigentlich ziemlich einfach: Mit der S-Bahn ab Stuttgart bist du in nicht ganz 20 Minuten in Waiblingen. Nutze dazu einfach die S2, S3 oder die RB13, RB19 oder RB90. Einen Fernverkehrshalt gibt es in Waiblingen nicht!

Mit dem Auto fährst du in der Regel über die B10 oder B29. Bitte halte sich unbedingt an die Geschwindigkeitsbegrenzung, es gibt auf den Bundesstraßen so manchen Blitzer! Das gilt übrigens noch mehr für die umliegenden Ortschaften. Fotografieren scheint hier nicht nur mein Hobby zu sein…

Du kannst sogar mit dem Flugzeug anreisen! OK, das ist jetzt etwas übertrieben. Aber vom Stuttgarter Flughafen fährt die S2 direkt durch nach Waiblingen. Solltest du also einen wirklich weiten Anreiseweg haben, bestünde zumindest theoretisch die Wahl, zu fliegen.

Direkt am Hallenbad, unweit der Altstadt gibt es ausgewiesene Wohnmobilparkplätze. Bei deiner Tour durch Deutschland mit dem Wohnmobil kannst du entsprechend problemlos direkt in der Stadt parken. Allerdings ist die Stellzeit auf zwei Nächte begrenzt.

Sehenswürdigkeiten in Waiblingen

Obwohl Waiblingen nicht besonders groß ist, findest man doch allerlei Sehenswertes. Die Sehenswürdigkeiten verstreuen sich über die gesamte Altstadt, aber auch die Talaue. Insbesondere Architektur- und Kunstinteressierte werden in Waiblingen auf ihre Kosten kommen. Alte Fachwerkhäuser, Museen, Brunnen und Kunstinstallationen prägen das Stadtbild. Aber auch das Umland hat unglaublich viel zu bieten.

Die Waiblinger Innenstadt ist ein Mix aus alten Fachwerkhäusern und einigen (wenigen) modernen Gebäuden. Wobei sich Modern dabei durchaus auch auf 1970er-Jahre-Stil bezieht. Glücklicherweise überwiegen die alten Häuser und die City hat dadurch einen ganz besonderen Flair.

Es gibt so viele wunderschöne Häuser und geschichtsträchtige Bauten, dass es kaum möglich ist, alles hier vorzustellen. Deshalb habe ich im Folgenden nur eine Auswahl der Sehenswürdigkeiten zusammengestellt, die man in Waiblingen finden kann.

Beinsteiner Tor

Als das einzige erhaltene Stadttor der mittelalterlichen Stadtanlage steht es stolz an einer Brücke direkt an der Rems. 1491 errichtet, wurde 1866 das Beinsteiner Tor beinahe auch abgerissen, wie schon etwa 30 Jahre zuvor die beiden anderen Stadttore. Da man aber der Bevölkerung nicht die Glocke und die Uhr nehmen wollte, wurde das Stadttor schlussendlich baulich so vergrößert, dass es einen ungehinderten Verkehr durch die Stadt ermöglichte.

Der Turm ist 37,3 m hoch und steht mit 8,80 m × 8,60 m auf einem nahezu quadratischen Grundriss. An der Außenseite des Turmes ziert ein altes Wappen, welches in Sandstein gemeißelt ist, die Mauern. Es ist das das Wappen des württembergischen Grafen Eberhard im Bart. Dazu findet man die Jahreszahl 1491. Das zweigeteilte Bild da drunter ist ein Sgraffito aus nationalsozialistischer Zeit.

Fuhren damals noch Pferdekutschen, so ist heute das Durchfahren mit dem PKW problemlos möglich. Noch bis 1934 verlief der gesamte Verkehr von Schwäbisch Hall und Nürnberg nach Stuttgart durch das Beinsteiner Tor und die Waiblinger Altstadt. Wenn man heute durch die Gassen und Straßen schlendert, mag man das kaum noch glauben. Andererseits war das Verkehrsaufkommen damals natürlich nicht mit dem heutigen vergleichbar.

Oft wird das Beinsteiner Tor auch Säuturm genannt. Früher wurden die Schweine durch den Turm auf die Weiden getrieben, was ihm diesen wunderbaren Namen verschaffte. Nicht nur ich finde, dass das Beinsteiner Tor der schöne Fotospot in Waiblingen ist! Als eines der Wahrzeichen von Waiblingen ist es ein sehr beliebtes Fotomotiv. Das Tor hat sogar einen eigenen Selfie-Spot!

Beinsteiner Tor

Hochwachtturm

45m hoch ragt der Hochwachtturm in den Himmel. Dazu liegt er noch strategisch günstig auf einer Anhöhe über der Altstadt. Der Sockel bemisst 7x7m und ist älter als die Stadtmauer. Möglicherweise stammt er sogar schon aus der Frühstauferzeit. Mindestens seit 1250 stand an dieser Stelle aber schon ein Turm. Um 1500 herum wurde der Turm erhöht und auch in den Jahren und Jahrhunderten danach viele Male aus- und umgebaut.

Bereits 1817 war der Hochwarturm in Waiblingen Schauplatz des historischen Romans „Die Kronenwächter“ von Achim von Arnim. Allerdings besuchte der Autor die Stadt erst nach Fertigstellung seines Romans, so dass hier leider keine realen Details enthalten sind. Denn der Autor bediente sich nur zeitgenössischer Abbildungen. Instagram und Google hätten ihm sicherlich besser geholfen, aber dafür lebte er nun einmal 200 Jahre zu früh.

Heute kann man sich im Turm standesamtlich trauen lassen. Wer will kann den Turm auch besteigen, allerdings auf eigene Gefahr. Das muss man so auch in der Touristeninformation unterschreiben. Dort bekommt man dann den Schlüssel gegen ein Pfand und kann auf den Turm hinaufklettern.

Blick auf den Hochwachturm

Altes Rathaus von Waiblingen

Das alte Rathaus von Waiblingen befindet sich zentral in der Waiblinger City. Bereits 1476 wurde es das erste Mal erwähnt. Doch schon seit etwa 150 Jahren wird das Gebäude nicht mehr als Rathaus genutzt. Zwischendurch wurde es unter anderem als Schule umfunktioniert. Heute findet auf der freien Fläche unter dem Rathaus jeden Samstag der Wochenmarkt statt, coronabedingt ist er allerdings leerer als sonst und die Fläche wird nicht immer voll genutzt.

Altes Rathaus

Fachwerkhaus am Marktplatz 1

Etwa 1690 wurde das Fachwerkhaus erbaut, das du am Waiblinger Marktplatz bewundern kannst. Dieses Haus ist auch eines der Fachwerkhäuser, an denen du Neidköpfe finden kannst. Was Neidköpfe sind? Das verrate ich dir weiter unten! Einst unter anderem ein Gerichtsgebäude und ein Treffpunkt bekannter württembergischer Dichter und Geistesgrößen wie Eduard Mörike, Nicolaus Lenau oder Justinus Kerner, wird es heute als Geschäftshaus genutzt. Der kleine und gemütliche Weihnachtsmarkt findet auf dem Platz vor diesem Fachwerkhaus statt, ebenso der Wochenmarkt.

Mauergang

Am Rande der Altstadt, entlang des Stadtparks, verläuft noch ein Teil der alten Stadtmauer. Dieser ist auch öffentlich und kostenfrei zugänglich. Sie stammt aus der Zeit nach dem Wiederaufbau nachdem Waiblingen so verheerend zerstört worden war. Die heutige Form der Stadt ist noch auf diese Mauerführung zurückzuführen.

Der Gang ist ziemlich schmal und teilweise auch sehr niedrig. Hochgewachsene Menschen und Leute mit Spinnenphobie müssen sich hier definitiv in Acht nehmen! Und doch ist es wirklich spannend, dort entlang zu gehen und sich vorzustellen, wie es wohl vor 300 Jahren gewesen sein mag. Was die Menschen damals gesehen und gedacht haben.

Das Haus auf der Mauer wird laut einem Hinweisschild als die älteste Lateinschule bezeichnet und stammt aus dem 16. oder 17. Jahrhundert.

Kirchen in Waiblingen

Die Waiblinger Altstadt wird dominiert von der Michaelskirche, einer evangelischen Kirche. Hoch ragt der Kirchturm empor und ist auch aus dem Park und einigen Teilen der Altstadt zu sehen. Die Kirche liegt etwa 3 Gehminuten von der Altstadt entfernt am Südlichen Ende. Auf der Karte etwas rechts/östlich vom Shoppingplatz in Waiblingen. Früher lag die Kirche noch außerhalb der Waiblinger Stadtmauern, heute ist sie ein fester Bestandteil des Innenstadtbereichs.

Ihren aktuellen Namen erhielt die Kirche erst nach dem zweiten Weltkrieg dank einer in einer Seitenkapelle erhaltene Michaelsskulptur (die erst nach 1460 erbaut wurde).  „Große Kirche“ oder als „Äußere Kirche“. Die dreischiffige Staffelhallenkirche hatte einst einen romanischen Vorgängerbau. Glücklicherweise blieb die Kirche mit ihrer im Jahre 1484 erbauten Kanzel vom reformatischen Bildersturm verschont, so dass auch heute noch die Darstellung der vier Kirchenväter erhalten ist.

Innerhalb der Altstadt liegt die Nikolauskirche, in der die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde ihre Gottesdienste abhält. Erbaut im 15. Jahrhundert, damals noch mit einer Holzdecke, brannte sie während des Angriffs auf Waiblingen im Jahr 1634 bis auf die Außenmauern nieder. Rund 40 Jahre dauerte der Wiederaufbau, der durch Spenden und eine Brandsteuer finanziert wurde. Heute kann man noch einige barocke Wandgemälde in der Kirche sehen, die im Laufe der Jahrhunderte auch mal übertüncht und später wieder freigelegt wurden.

Neidköpfe

Bist du schon in meiner Facebook-Gruppe? Dann hast du sicher schon das erste Bild eines Neidkopfes gesehen. Neidköpfe sind mehr oder weniger hässliche Fratzen, die meistens an Dachgiebeln, aber auch am Mauerwerk oder auf und über Türen angebracht sind. Die Waiblinger Neidköpfe sind sehr vielfältig, mal sandsteinfarben, mal bunt. Mal zeigen sie menschliche Köpfe, die gar nicht so fratzenartig erscheinen, mal sind es tierische Fratzen.

Folgende verschiedene Neidköpfe gibt es: Gorgonenköpfe, Löwenköpfe, wilde Männer und Soldaten, Mischgesichter und schöne Gesichter. Sie dienten dabei einst sowohl als Hausmarken und Erkennungszeichen und dienten wohl auch als Wohlstandsmarken, aber sollten vornehmlich auch das Böse fernhalten und insbesondere vor dem „Bösen Blick“ schützen. Hervorzuheben ist die gebleckte Zunge, die zu diesem Zwecke schon lange als Symbol genutzt wird.

Falls du zufällig Geocacher bist oder jetzt überlegst, damit anzufangen, dann empfehle ich dir die Neidkopfrunde mit dem Namen „Blecker, Schrecker, Selbstdarsteller„. Die Runde ist sehr einfach und man lernt einiges wissenswertes und sieht auf jeden Fall viele Neidköpfe, die einem sonst möglicherweise nicht einmal aufgefallen wären.

Für alle anderen empfiehlt sich ein kurzer Abstecher in die Touristeninformation Waiblingen. Dort gibt es eine Infobroschüre zu den Neidköpfen, inklusive einem Rundgang durch die Altstadt mit 13 Stationen. Natürlich gibt es dort noch mehr Infomaterial zu Waiblingen.

Landschaftspark Talaue

Naturfreunde, Sportler, Kunstbegeisterte und Familien kommen im Landschaftsparkt Talaue gleichauf auf ihre Kosten. Von der Altstadt aus gelangt man über die Erleninsel und Brühlwiesen ohne Straßenquerung bis in den Talauenpark. Über eine Strecke von fast 1,5km kann man also von der Altstadt bis zur Rundsporthalle durchs grüne flanieren. Die Grünanlage verläuft dabei an der Rems entlang. Unseren Besuch beginnen wir an der Rundsporthalle, wo auch jede Menge kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen.

Hier startet auch eine sehr gut ausgebaute Jogging- und Spazierstrecke, die insbesondere in den Sommermonaten schon ab früh morgens gerne und viel genutzt wird. Neben der Rundsporthalle befinden sich einige Sportgeräte, die auch in Coronazeiten Muskeltraining an der frischen Luft erlauben. Die Halle selber wird im Jahr 2020 aus bekannten Gründen leider nicht genutzt.

Überquert man rechte Hand die Rems und läuft ein Stück zurück, kommt man noch an einen kleinen Schildkrötenteich. Von hier aus kann man auch den ca. 3,5km langen Remstalquellenweg (Start ab der Rundsporthalle) entlanglaufen, der beinahe bis nach Weinstadt Endersbach hinein führt. Wir bleiben aber heute in Waiblingen und drehen wieder um und gehen zurück in die Talaue.

In der Talaue gibt es viele Grünflächen mit vielfältigster Nutzung. Da wäre beispielsweise die Kunstlichstung, eine Wiese zwischen vielen noch jungen Bäumen. Im Sommer treffen sich dort unter anderem Yoga-Gruppen, um etwas abgeschieden von den Spaziergängern ihre Übungen zu machen. Aber hin und wieder sind natürlich auch andere Leute dort und spielen Fußball oder Federball oder liegen einfach nur in der Sonne.

Der große Talauensee bietet vielen Tieren eine Heimat. So leben dort unter anderem Eisvögel, Frösche, verschiedene Wasservögel und eine Vielzahl an Fischen. Die schilfbewachsenen und größtenteils unzugänglichen Ufer bieten dazu noch zahlreichen weiteren Tieren Schutz.

Talauensee

Sehr nahe am See, auf der der Rems gegenüberliegenden Seite, gibt es einen tollen Kinderspielplatz. Wartende Eltern können am fast daneben liegenden Seeplatz entspannen. Auch eine Frischwasser-Kneippanlage darf natürlich nicht fehlen. Diese findet ihr kurz vor dem Bienenhaus, hinter dem auch direkt die Minigolfanlage und das Hallenbad liegen.

Auf der anderen Seite des Sees, direkt an der Rems kann man von der Aussichtsplattform „Remsdeck“ direkt auf den Remsstrand blicken. Mit Glück sieht man von hier auch einen Eisvogel auf den Steinen sitzen und nach Beute Ausschau halten.

Gehst du nun weiter in Richtung Innenstadt, führt dich der Weg nahe der Rems durch ein Flachwasserbiotop. Hier leben ebenfalls viele Tiere, wie beispielsweise Frösche, Insekten und zahlreiche verschiedene Vögel. Auch einen Hamster habe ich in den Talauen schon gesehen, leider zu kurz für ein Beweisfoto. Das Flachwasserbiotop schließt mit einem tollen Weidenpavillion aus lebenden Weidenbäumen.

Auf gleicher Höhe findest du auch einen kleinen aber wirklich feinen Skateplatz, der immer gut besucht ist. Auch von dieser Seite aus kommst du zum Waiblinger Hallenbad. Übrigens befinden sich vor dem Hallenbad Wohnmobilstellplätze. Solltest du also mobil unterwegs sein, bist du hier richtig gut aufgehoben – allerdings nur für maximal zwei Nächte, dann musst du das Gelände zumindest einmal verlassen.

Begrenzt wird der eigentliche Talauenpark von einer Brücke, über die eine Hauptstraße führt. Aber keine Sorge, wie bereits erwähnt kommst du unterhalb der Brück ohne Straßenquerung auf die Brühlwiese und von dort zur Erleninsel. Für Kinder gibt es neben der Brühlwiese einen tollen Piratenspielplatz, an dem sie sich nochmals richtig austoben können!

Die Erleninsel erinnert mich dann wieder mehr an einen klassischen Stadtpark. Hohe Bäume spenden Schatten. Auf Bänken sitzen immer wieder Leute und genießen die Zeit an der frischen Luft. Einen Selfiepoint mit wunderschöner Aussicht auf die Rems und das Beinsteiner Tor gibt es hier auch. Sportlich ambitionierte treffen sich hier oft zum Frühsport, sei es Joggen oder Gymnastik im Park. Tischtennisplatten und Tischkicker sind vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt.

 

Erleninsel mit Blick auf die Michaelskirche

Und damit man nach einem Spaziergang in der Sommerhitze wieder zu Kräften kommt, kehrt man am besten im Biergarten auf der Erleninsel ein. Nur essen würde ich dort nicht. Sowohl mir als auch einer Freundin hat das Essen bei zwei unabhängigen Besuchen gar nicht geschmeckt. Dazu ist es auch noch teuer. Die Getränkepreise dagegen sind OK und man kann hier defintiv ein Bier oder eine Cola trinken und etwas entspannen.

Toiletten gibt es in der Talaue in der Nähe der Minigolfanlage und im Biergarten (für Besucher), sowie in der Altstadt. Innerhalb der Talaue gibt es keine Möglichkeit, Speisen und Getränke zu erwerben. An der Minigolfanlage gibt es allerdings einen Kiosk und wie bereits erwähnt kann man im Biergarten einkehren.

Tiere in der Talaue Waiblingen

Die Tierwelt in der Talaue ist sehr vielfältig. Hier leben unzählige Vogelarten (auch Eisvögel!), Amphibien (vor allem Frösche und Schildkröten, verschiedene Fische, Hochlandrinder und natürlich viele kleine Nagetiere. Hier sieht du eine Auswahl der Tiere, die ich bereits in der Talaue ablichten konnte.

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Kunst in Waiblingen

Waiblingen ist eine Kunst-Stadt! Überall im öffentlichen Raum findest du Kunstinstallationen, schön gestaltete Brunnen und natürlich auch die Galerie Stihl. In den Parks stehen sehr viele Kunstwerke, wie beispielsweise der „Stahltisch, mit Erde bedeckt“ von Peter Haußmann aus dem Jahr 1995 oder ein wirklich kunstvoller Brunnen von Hüseyin Altin aus dem Jahr 1995.

In der Galerie Stihl werden hauptsächlich Werke aus Papier ausgestellt. Skulpturen oder Büsten sind daher in der Regel hier nicht zu finden. Bisher habe ich es noch nicht geschafft, die Galerie Stihl zu besuchen, aber da sich eine Freundin sehr für Kunst interessiert, werden wird das diesen Winter nachholen. Ich werde euch dann gerne berichten.

Seepferdchenreiter
Galerie Stihl

Brunnen

35 Brunnen findest du über das Waiblinger Stadtgebiet verteilt. Davon sind übrigens auch vier Stück als Trinkbrunnen deklariert! Drei findest du in oder bei der Waiblinger Altstadt. Der vierte ist etwa 15 Gehminuten außerhalb und sogar als Mineralbrunnen deklariert!

Das Wasser der Stadtbrunnen schmeckt übrigens besonders an heißen Tagen sehr gut. Ich bin jedes Mal froh über diese kleine Erfrischung. Selbst ohne Corona habe ich dort aber selten Leute trinken sehen. Das ist vermutlich auch der Grund, wieso die Trinkbrunnen weiter laufen und nicht abgesperrt wurden.

Trinkwasserbrunnen nahe des Hochwachturms

Shopping in Waiblingen

Falls du zum Klamotten shoppen nach Waiblingen willst, wirst du eher enttäuscht sein. Einen H&M, C&A, Cecil, Hunkemöller, DM und Müller gibt es. Daneben noch ein größeres Schuhgeschäft und Douglas.

Waiblingen lebt von den vielen kleinen Läden, in denen du teils noch regionale Spezialitäten findest, wie zum Beispiel bei „Sinnlichkeit in Schokolade„. Aber natürlich sind auch Buchhandlungen, Optiker etc. in der Innenstadt vorhanden.

Zum täglichen Leben ist die Auswahl der Geschäfte in Waiblingen wirklich sehr gut. Ein Shopping-Eldorado wird es aber schon aufgrund der relativ kleinen Ladenflächen sicherlich nicht werden. Dafür fährst du besser nach Metzingen ins Outletcenter. Das ist etwa 50km bzw. rund eine Stunde Fahrzeit entfernt. Oder du fährst nach Stuttgart in die Innenstadt oder ins Milaneo.

Aktivitäten in Waiblingen und um Waiblingenherum

Innerhalb Waiblingen gibt es ja schon so einiges zu tun. Zu ausgewählten Terminen kann man Kanu fahren oder sich im Stand Up Paddeling probieren. In Waiblingen und Umgebung gibt es viele hervorragend ausgebaute Radwege. Und das schöne ist, viele führen durchaus auch durch flachere Gefilde!

In Waiblingen Hegnach gibt es noch eine Mühle, die man auch mal besichtigen kann, die Hegnacher Mühle. Um die Mühle herum kann man auch sehr schön wandern.

Wer es gerne tierisch mag, der ist in der Wilhema, dem Zoo von Stuttgart gut aufgehoben. Aber auch der Tierpark Nymphaea in Esslingen ist einen Besuch wert. Den Besuch dort kann man auch ganz wunderbar verbinden mit einem Ausflug nach Esslingen. Auch dort gibt es viele alte Fachwerkhäuser und einen richtig schönen mittelalterlichen Weihnachtsmarkt.

Wenn du lieber näher an Waiblingen bleiben willst, dann besuche doch einfach die Yburg in Stetten oder mache einen Ausflug nach Weinstadt. Dort kann ich dir besonders Strümpfelbach zum flanieren und spazieren ans Herz legen!

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34 Kommentare

  1. Hallo,
    zunächst ist es mal sehr interessant, dass du Waiblingen und Rothenburg als ähnlich einstufst. In Rothenburg waren wir letztes Jahr und ich fand es voll schön!
    Fast traurig, nun wohne ich seit fast 20 Jahren in der Waiblinger Gegend und war noch nie dort.
    Unbedingt sehen möchte ich dann auch den Talauensee und die Erleninsel!
    Die Wilhelma kenne ich natürlich und auch Nymphaea, letzteres besuchen wir lieber weil da unser kleiner Hund Bronco mit darf.
    Vielen Dank für deinen sehr schönen Beitrag und die viele Mühe die du dir gemacht hast!
    Ganz liebe Grüße aus Nürtingen,
    Janina

  2. Eine sehr schöne Zusammenfassung. Ich war noch nie in Waiblingen, liebe aber Natur und auch Wein. Somit ein schöner Ort, den ich noch besuchen muss. Aber auch Rothenburg ob der Tauber steht bei mir noch auf der Liste. Hach einfach zu wenig Zeit alles anzuschauen. Denke aber das Deutschland so viele schöne Orte zu bieten hat und dein Beitrag ist toll, alles drin und viele Informationen. LG, Cindy

  3. Nach deinem ausführlichen Bericht, kommt es mir vor als ob ich schonmal selbst dort war.
    Liebe Grüße

  4. Wow, da hast du mal wieder einen richtig aufwändigen Reisebericht gezaubert. Wie man sieht, muss man nicht immer ans andere Ende der Welt reisen, denn auch vor Ort gibt es noch wahnsinnig viel zu entdecken.
    Zwar war ich mal vor rund 25 Jahren mal mit der Schule in Waiblingen, aber das war nur ein kurzer Rundreisestopp – das zähl ich also gar nicht wirklich.
    Und so schön, wie du die Stadt und ihre Geschichte beschreibst, sollte dich die Tourismusstelle direkt anwerben :)

    Viele liebe Grüße,
    Mila

  5. Hui, das ist aber eine tolle Stadtführung. Erinnert mich ein wenig an den Ort meiner Kindheit – allerdings mit viel besserem Wetter. Waiblingen kommt auf jeden Fall in meine Reiseliste auf Google-Maps. Lohnt sich dort auch ein Besuch im Winter oder Herbst bei schlechterem Wetter?

    • Ganz ehrlich, bei Regen ist die Stadt eher nicht so toll. Die meisten Aktivitäten sind für draußen, es sollte zumindest trocken sein. Oder Schnee liegen (den es hier aber nur selten gibt). Bei Regen kommen die schönen Häuschen leider auch nicht so gut zur Geltung.

      • Okay, vielen Dank für die Info. Dann wird es mit einem Besuch wohl eher im nächsten Jahr etwas.

  6. Liebe Tanja,
    Ich bin so begeistert von Deiner „Stadtführung“ durch Waiblingen. Wenn wir das nächste Mal den Bruder meines Mannes besuchen werde wir einen Abstecher in diese tolle Stadt machen. Das Sgraffito hätte ich in keinem Fall in die Zeit des Nationalsozialismus gepackt, spannend. Die liebevoll restaurierten und gepflegten Fachwerkhäuser sind echte Schmuckstücke. Die „Gargoyles“ faszinieren mich ebenfalls. Will man die Erlebnisinsel auch noch besuchen, reicht sicherlich ein einziger Tag nicht, oder?
    Alles Liebe
    Annette

    • Hallo Annette, ich denke mit 1-1,5 Tagen kommt man fürs erste aus. Wenn man aber noch gemütlich sitzen und einen Kuchen essen und in die Museen will, sind zwei Tage tatsächlich besser. Dann ist alles auch viel entspannter. Groß ist Waiblingen nicht, aber durchrennen braucht man nun auch nicht.

  7. Eine Freundin wohnt in Waiblingen und ich mochte die kleine Stadt schon immer.
    Daher hat es mich sehr gefreut hier so viel zu Erfahren und auch Orte gezeigt zu bekommen, die es sich lohnt anzusehen.
    Muss mal wieder meine Freundin besuchen :)

  8. Wow, ein toller Artikel mit wirklich schönen Bildern! Gibt Waiblingen super wieder und macht Lust auf unsere Stadt, auch wenn man hier schon ewig ist. Vielen Dank dafür!
    Klar, die Waiblinger Shoppingszene sehen wir naturgemäß etwas anders. 😎 Es gibt in unserer Stadt viele inhabergeführte Fachgeschäfte, die man woanders vergeblich sucht – oder vielleicht schon gar nicht mehr erwartet?
    Für uns machen diese Waiblingen so richtig komplett. Da gibt es noch Einiges zu entdecken.
    Liebe Grüße aus der langen Straße!

    • Das stimmt, man kann sehr schön stöbern, aber die jungen Leute wissen das leider oft nicht mehr zu schätzen. Und zu viel „Fast Fashion“ gibt es glücklicherweise nicht in Waiblingen. Genau deshalb liebe ich diese Stadt auch so!

  9. Liebe Tanja,

    ehrlich gesagt war ich bisher weder schon mal in Rothenburg ob der Tauber noch in Waiblingen. Doch gerade bei Waiblingen finde ich das nach deinem ausführlichen Artikel total schade. Gerade der historische Kontext reizt mich extrem. Ich liebe ja solche geschichtsträchtigen Orte. Die Stadtmauer ist bestimmt eindrucksvoll.
    Somit ist Waiblingen gerade auf meine Reiseliste gekommen.

    Liebe Grüße
    Mo

  10. Ein schöner Beitrag über diese doch besondere Stadt. Es ist dort vieles zu sehen und zum Kennenlernen und ich denke das man mehr als 2 Tage dafür braucht. Beim Kunstwerk mit dem Seepferdchen dachte ich erst, das jemand in echt drauf sitzt.
    Der gang durch das gemäuer muss Spannend und wohl auch bedrückend sein. Aber im ganzen wäre der Ausflug und das Kennenlernen bestimmt ein Erlebnis.

    LG
    Julia

    • Hahaha, als wir das Seepferdchen das erste mal gesehen haben, haben wir exact das gleiche gedacht! Nur wie zur Hölle ist der Typ dort auf die Insel gekommen? Bis klar wurde, dass da gar kein echter Mensch sitzt! ;)

  11. Rothenburg ob der Tauber war mir vorher auch ein Begriff, aber bei Waiblingen bin ich mir grade unsicher! Auf jeden Fall war ich noch nie in der Ecke! Vom Stil her erinnert mich das Städtchen ein bisschen an Eisenach in Thüringen, auch so geschichtsträchtig wie dieses hier! Ich liebe ja so alte Bauten, die sich auch in unserer Zeit so schön ins Stadtbild einfügen! Übrigens waren meine Tochter und ich vor Jahren mal Geocachen und diese Neidkopf-Tour würde mich wirklich reizen! Die fand ich äußerst interessant! Genauso wie den Apothekergarten, sowas mag ich ja auch gern!

    Liebe Grüße
    Jana

  12. Wow! Was für ein toller Beitrag. Ich muss zugeben, dass ich Fachwerkhäuser sehr mag, doch leider noch nicht oft die Gelegenheit hatte, welche zu sehen. Bei uns in Bayern hab ich sie noch nicht entdeckt :-)
    Mich beeindruckt auch die Geschichte, dass Waiblingen schon so „alt“ ist, und sogar römische Wurzeln hat. Schade, dass die Stadt mal nieder gebrannt wurde, aber wenigstens hat man sie trotzdem wieder aufgebaut.
    Mich würde reizen Mal durch die Stadtmauer zu gehen. Sowas ist echte Geschichte und das fasziniert mich. Mal in eine Welt einzutauchen, als die Menschen noch ganz anders lebten! Ich denke, das wäre allemal eine Reise wert.
    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Hallo Tanja,
      ja, die Stadtmauer gehe ich auch total gerne entlang. Ich versuche mir immer vorzustellen, wie das früher wohl gewesen sein mag und was man damals so gesheen hat, als viele Häuser ja noch nicht standen.

  13. Hallo Tanja,
    ein schöner Beitrag über Waiblingen, man hat das Gefühl eine traumhaft schöne Stadt zu besuchen. Alles wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen aber trotzdem schön und ist ein besonderer Gegenentwurf zur hektischen Stadt in der ich lebe.

    Vielen Dank für die ganze Arbeit und die schönen Bilder aus der Stadt, den Ort muss ich mir merken :)

  14. Ein schönes Städtchen und ein toller Bericht! 👍
    Das macht mich neugierig und ich werde mir das mal persönlich anschauen.
    Liebe Grüße aus Hessen
    Uwe

  15. Liebe Tanja,
    Es ist so schön, dass du im Detail von Waiblingen erzähltest. Ich glaube da brauchst du viele Arbeit.Aber es ist ganz toller Beitrag. Es lonht sich, einen Besuch nach Waiblingen. Danke schön.^v^

  16. Liebe Tanja,
    In Waiblingen war ich zuletzt vor rund 20 Jahren, wenn es nicht noch länger her ist und da habe ich die Stadt gar nicht so wahrgenommen. Das mit den Neidköpfen ist ja lustig, das hätte mich als Teenie damals vielleicht auch überzeugt ;) Ansonsten ein großes Lob für dein unfassbar großartiges Bild mit der Spiegelung des Hauses an der Rems.

  17. Liebe Tanja,
    da gebe Marion 100ig recht. Ein Bericht, der neugierig auf mehr macht, mit hervorragenden Fotos. Tolle Leistung! Da kommt die Reiseverkehrsfrau aus dir :-)

  18. Liebe Tanja,
    Das war sicher eine Heidenarbeit, alle diese tollen Details zusammenzustellen, recherchieren und dann noch so aufzuarbeiten, dass es auch für Leute ohne Bezug zu dieser Gegend interessant zu lesen ist. Ganz abgesehen von den schönen Fotos, die wieder dabei sind. Gerne gelesen.

    • Vieles erfährt man, wenn man die Stadt anschaut. Es gibt immer wieder sehr indormative und spannende Infotafeln. Ist unglaublich toll gemacht!


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