Konstanz, die größte Stadt am Bodensee. Mit etwa 85.000 Einwohnern ist Konstanz auch eine der 100 größten Städte in Deutschland. Aber das nur am Rande, schließlich geht es hier darum, was du dort alles erleben kannst, wenn du nur wenig Zeit hast. Konstanz hat eine wunderschöne Altstadt und liegt direkt am Bodensee. Beides unschlagbare Argumente für einen Kurztrip in die Stadt nahe der Schweizer Grenze.


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Reicht denn ein Tag in Konstanz aus? Ganz klare Antwort: NEIN! Auch wenn die Altstadt relativ klein ist und alles sehr gut zu Fuß zu erreichen ist. Den wahren Charm von Konstanz kannst du erst erfassen, wenn du dich ein wenig mit der Geschichte der Stadt auseinander gesetzt hast.

Und natürlich gehört zur Stadt auch der Bodensee die das Brandenburger Tor zu Berlin. Ein Teil des täglichen Lebens spielt sich imemr auch am oder auf dem Wasser ab. Das gilt ganz besonders für die Studenten, die an einer der beiden Universitäten von Konstanz studieren.

Historisches Konstanz

Konstanz hat auch heute noch eine unglaublich gut erhaltene Altstadt, die schon seit Jahrunderten nahezu unverändert besteht. Das liegt vor allem daran, dass die Altstadt weder im Dreißigjährigen Krieg, der von 1618 bis 1648 andauerte noch im Zweiten Weltkrieg nennenswerte Schäden erlitten hat. Und so stehen viele Häuser heute noch dort, wo sie schon vor vierhundert Jahren standen. Nimm dir einen Moment Zeit und stelle dir vor, wie Mägde Kaufmänner durch genau die gleichen Gassen wandeln, in denen du gerade stehst! Und sie haben schon dieselben Häuser gesehen, wie du. Nur eventuell mit einem etwas anderen Anstrich.

Konstanz wurde schon 762 erwähnt, damals noch unter dem Namen Constancia aber auch Constantie. Seitdem hat sich der Name der Stadt im Laufe der Zeit viele Male geändert. Die Region ist aber schon viel länger besiedelt. Schon im 2. Jahrhundert vor Christus waren Kelten im Bereich der heutigen Niederburg ansässig. Kaiser August lies in späteren Jahren die Region erobern und dem Römischen Reich einverleiben.

Auf die Römer geht wohl auch der Name der Stadt zurück. Constantia war der Sammelbegriff für ein spätrömisches Kastell. Reste davon kann man heute am Münsterplatz durch eine Glaspyramide sehn oder im Rahen einer Führung erkunden. Die folgenden Jahrhundertw waren ebenfalls sehr bewegt und Konstanz gehörte zu verschiedenen Reichen.

Konrad von Konstanz, der von 934 bis 975 Bischof im Bistum Konstanz war, wollte die städtische Toppografie der von Rom angleichen. So baute er einige neue Kirchen, von denen aber nicht alle erhalten blieben. Doch Konstanz sollte im Laufe der Geschichte noch eine weitaus größere Rolle für die Katholische Kirsche spielen, als nur eine Kopie Roms zu sein.

Doch bis dahin verging noch etwas Zeit. In Konstanz, strategisch ausgesprochen günstig gelegen auf dem Weg über die Alpen nach Italien, florierte die Wirtschaft. Um die vielen Waren zu lagern, wurde am Hafen ein großes Gebäude als Lager und Umschlagsplatz errichtet, heute bekannt als Konzilgebäude. Doch nach der Erschließung des Gotthartpasses stagnierte die Wirtschaft immer mehr, da nun eine neue Route nach Italien führte.

Das berühmte Konstanzer Konzil (1414 bis 1418) bestätigte Rom als Sitz des Papstes. In dieser Zeit wurde auch das sogenannte abendländische Schisma beendet. Zum eigentlichen Papst gab es seit einigen Jahren nämlich noch einige Gegenpäpste, die alle die Herrschaft über die Kirche für sich beanspruchten. Der Reformator Jan Hus, der in Konstanz lebte, wurde verbrannt. Am 11. November 1417 wurde der einzige Papst nördlich der Alpen gewählt. Die Einheit der Kirche war wieder hergestellt.

Jan Hus, der in Konstanz als Ketzer verbrannt wurde, war eigentlich ein Reformator, der den weltlichen Besitz der Kirche, die Habsucht des Klerus und dessen Lasterleben kritisierte. Außerdem wollte er, dass Gottesdienste in der Landessprache und nicht wie üblich auf Latein gehalten werden. Wie du dir sicher denken kannst, kam das nicht bei allen Geistlichen gut an. Seine Exkommunikation und folgende Verbannung aus Prag führte dort zu Unruhen. Heute erinnern einige Denkmäler und noch erhaltene Gebäude an das Leben und Wirken von Jan Hus in Konstanz.

Im 15. Jahrhundert wollte Konstanz eigentlich zur Schweiz übertreten, aber die Schweizer wollten Konstanz nicht. Die kuriose Folge dieses Bestrebens ist die einmalige Tatsache, dass die Konstanzer Gemarkung Tägermoos auf schweizerischem Territorium liegt. Das wurde zuletzt 1831 festgelegt. Nach der Absage schloss sich Konstanz dem Schwäbischen Bund an, wurde 1527 reformiert und gehört 1529 zur Protestantischen Minderheit am Reichstag zu Speyer. Und das führt egleich mal zu den nächsten Problemen.

1546 begann nämlich Kaiser Karl V.  einen Krieg gegen die Protestanten. Den gewann er schon ein Jahr später. Doch Konstanz nahm diese Niederlage nicht hin. Bis 1548 verhandelte die Stadt um ihre Reichsfreiheit und die Religionsfreiheit. Erfolglos. Am 6. August 1548 verhängte der Kaiser per Urkunde, dass Konstanz per Reichsacht zur rechtlosen Stadt wird. Doch die Bürger von Konstanz blieben wehrhaft und wehrten 1548 die spanischen Truppen des Kaisers erfolgreich ab, nur um sich kurz darauf den Österreichern, die die Stadt belagerten, zu ergeben. Nun gehörte Konstanz zu Österreich und war keine „Freie Stadt“ mehr.

Erst 1806 wechselte Konstanz wieder die Nationalität und gehörte nun zum Großherzugtum Baden und ab 1939 wieder kreisfreie Stadt. 1552 wurde das Bundesland Baden-Württemberg gegründet, zu dem Konstanz bis heute gehört.

Blick auf den Bodensee

Anreise nach Konstanz

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du nach Konstanz kommen kannst. Mit dem Auto über Land fährst du von Norden kommend über die A81 und dann über die B33. Letztere wirst du auch befahren, wenn du eher aus dem Osten nach Konstanz fährst.

Konstanz hat auch einen Bahnhof in der Innenstadt. Allerdings halten dort nur Regionalzüge. Vermutlich wirst du dementsprechend in Singen umsteigen.

Eine weitere Möglichkeit der Anreise ist die Autofähre ab Meersburg. Die Fähre verkehrt tagsüber alle 15 Minuten. Die Überfahrt selber dauert auch nur eine Viertelstunde. Die einfache Fahrt kostet 3,30€ pro Person, mit Rückfahrt steigt der Preis auf 6,10€. Für den PKW werden nochmal 8,30€ bzw. 16,10€ für zwei Fahrten fällig. (Preise Stand September 2020).

Tipp: Solltest du nicht ab Konstanz mit dem Auto fahren wollen, lasse es direkt in Meersburg stehen. Alle Sehenswürdigkeiten direkt in Konstanz kannst du auch zu Fu erreichen. Und mit 2€ pro Stunde ist das Parken hier auch nicht wirklich billig. Allerdings ist das Parkhaus an der Fähre in Meersburg mit 1,20€ pro halbe Stunde auch kein wirkliches Schnäppchen. Günstige Parkplätze, zum Teil mit Pendelbusanbindung findest du auch auf der Homepage von Meersburg.

Wie viel Zeit brauchst du für Konstanz?

Wir sind nur für wenige Stunden nach Konstanz gefahren und haben uns die allerwichtigsten Sehenswürdigkeiten der Konstanzer Altstadt angeschaut. Angekommen sind wir gegen 11 Uhr und abgefahren gegen 18 Uhr. Für uns war der eine Tag ausreichend, um einen Überblick über die Stadt zu gewinnen. Um sich alles in Ruhe anzugucken, eine Bootstour zu machen, in die Museen zu gehen und die Insel Mainau anzuschauen war unsere Planung aber zu knapp.

Willst du nur etwas durch die Konstanzer Altstadt spazieren und am Hafen entspannen, dann ist ein Tag ausreichend. Solltest du dich aber für die Museen und Mainau und vielleicht noch einen Ausflug nach Meersburg begeistern, dann empfehle ich doch, mindestens eine Nacht zu bleiben, besonders dann, wenn du eine etwas längere Anfahrt hast.

Falls es doch mal länger wird - Übernachten in Konstanz

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Falls du länger als einen Tag in Konstanz bleiben möchtest, schau dir einfach mal die nachfolgenden Übernachtungsmöglichkeiten genauer an:

Das 3-Sterne Hotel Barbarossa* liegt mitten in der Altstadt am Konstanzer Obermarkt, den ich dir weiter unten auch vorstelle. Vom Hotel Barbarossa aus sind alle Sehenswürdigkeiten der Altstadt und der Hafen fußläufig zu erreichen. In der Umgebung gibt es viele Möglichkeiten, zu Abend zu essen.

Südlich der Altstadt, aber noch immer fußläufig von den Sehenswürdigkiten und dem Hafen entfernt liegt das Hotel Scheffelhof*. Zum Bahnhof sind es nur 5 Gehminuten und in die Schweiz läuft man von hier aus auch nicht lange.

Du willst es richtig luxusriös? Und am liebsten mit Blick auf den See? Dann ist das Steigenberger Inselhotel vermutlich genau das richtige für dich.Aus einigen Zimmern hast du ebensoo Seeblick wie von der Außenterasse aus.

Alle drei Hotels sind ausgebucht? Dann schau einfach auf der Karte nach, welches Hotel in Konstanz in deiner gewünschten Preisklasse noch verfügbar ist.

Konstanz Altstadt - Sehenswürdigkeiten in für sonnige Tage

An sonnigen oder zumindest trockenen Tagen kann man sich viel und lange im Freien aufhalten in der Altstadt von Konstanz. Viele der alten Gebäude und Sehenswürdigkeiten wurden über die Jahre allerdings zu Wohn- und Geschäftsräumen umfunktioniert, was ich immer sehr schade finde. Andererseits bleibt so natürlich auch viel alte Bausubstanz erhalten, die sonst ohnehin hätte weichen müssen. Unseren Rundgang durch die Altstadt von Konstanz beginnen wir heute in der Straße „Marktstätte“.

Gesäumt von vielen Kaffees und Restaurants beginnt die Einkaufsstraße gegenüber vom Hafen. Durch eine Unterführung kannst du sie von der Hafenseite aus bequem erreichen. Als erstes sticht einem gleich der „Kaiserbrunnen“ aus dem Jahr 1897 ins Auge. Den 1990 neu gestaltete Brunnen zieren ein dreiköpfiger Pfau mit drei Papstkronen, „Seehasen“ und weitere karikaturistische Figuren. Alles in Anlehnung an das Konstanzer Konzil von 1414 bis 1418. Gerade an warmen Tagen tummeln sich dort viele Leute. Der Brunnen ist auch Teil verschiedener Stadtführungen, von denen eine den Titel „Gegenwart der Vergangenheit“ trägt.

Fassadenmalerei am Rathaus von Konstanz

Das Rathaus von Konstanz liegt nicht weit weg vom Kaiserbrunnen. Du kannst es auch gar nicht verfehlen, denn es ist ausgesprochen prächtig bemalt. Die Fassadenmalereien zeigen wichtige Stationen der Konstanzer Stadtgeschichte. Der Innenhof wurde ganz im Stile der italienischen Renaissance erbaut. Von der Kanzleistraße oder dem Blätzleplatz aus gelangst du in den Innenhof.

Weiter geht es zum Konstanzer Obermarkt, der zusammen mit der Marktstätte als wichtigster Platz in Konstanz gilt. Hier lässt es sich sehr schön unter dem großen Baum sitzen oder vor dem Hotel Barbarossa etwas trinken. Neben dem Hotel befindet sich noch ein spätgotisches Hochhaus mit einer Fassadenmalerei aus dem Jahr 1906.

Konstanz Obermarkt
Konstanz Obermarkt und Hotel Barbarossa

Die Häuser der Wessenbergstraße, Münzgasse und des Sankt-Stephans-Platzes solltest du dir auch ansehen. Vergiss auch nicht, einen Blick in die engen Seitengassen der Konstanzer Altstadt zu werfen. Die Häuser in dieser Ecke der Altstadt sehen allesamt wunderschön aus und sind teilweise auch noch reich verziert und so manche Gasse urgemütlich.

Konstanz Altstadt

Das Konstanzer Münster

Die nächste Station auf unserem Stadtrundgang ist das Münster von Konstanz, eine der größten romanischen Kirchen Südwestdeutschlands. Du kannst auch vor deinem Besuch des Münsters noch einen Abstecher zum Konstanzer „Triumphbogen bzw. Lenk-Brunnen“ machen, bevor du zum Münster gehst. Mit 30 teils sehr skurril anmutenden Figuren werden hier Autofahrer und unser normales Freizeitverhalten karikiert.

Die dreischiffige Säulenbasilika des Konstanzer Münster wurde 1089 geweiht. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie es vor hunderten von Jahren schon möglich war, diese riesigen Kirchengebäude zu erbauen. Vor allem, wenn man sie sich von innen ansieht. Im Münster musst du aktuell zwar eine Maske tragen, kannst aber das meiste besichtigen. Besonders sehenswert sind unter anderem Krypta, Mauritius Rotunde, der Kreuzgang oder auch das Westwerk. Einige weitere Sehenswürdigkeiten des Konstanzer Münster sind allerdings nur während einer Domführung zu besichtigen. Wir haben aufgrund der Kürze der Zeit vor Ort aber an keiner Führung teilgenommen.

Das Konstanzer Münster, auch Münster Unserer Lieben Frau genannt, kannst du sowohl bei Sonne als auch bei Regen gut besuchen. Allerdings macht es für mich schon einen Unterschied, ob das Licht an einem sonnigen oder wolkenverhangenen, trüben Tag durch die Fenster fällt. Und gerade bei schönem Wetter lohnt ein Aufstieg in den Münsterturm mehr als bei Regen. Der Aufstieg kostet 2€ für Erwachsene und 1€ für Kinder. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation werden Eintrittskarten aktuell aber noch nicht wieder verkauft und der Turm ist leider gesperrt.

Weiter in Richtung Rhein

Wir haben das Münster durch den Eingang am Pfalzgarten betreten und auf der gegenüberliegenden Seite wieder verlassen.  Vom Münsterplatz aus sind wir dann weiter durch die Konstanzer Altstadt in Richtung Rhein gelaufen. Dort findest du vor allem kleine und enge Gassen und hübsche alte Häuschen und nur noch kleine, meist Inhabergeführte Geschäfte. Hier ist es schon viel ruhiger und gemütlicher!

Wenn du durch die Altstadt von Konstanz durch bist, liegen am Rhein der Pulverturm und der um 1200 errichtete, 35m hohe Rheintorturm. Am Rheintorturm beginnt der Rhein. Hier ist Kilometer 0. Leider sind aktuell der Turm und das zugehörige Museum geschlossen. Dennoch lohnt es sich, einen Abstecher dorthin zu machen und einen Blick auf den hier beginnenden Rhein und die alte Rheinbrücke zu werfen.

Den Gang über die Alte Rheinbrücke solltest du dir auch nicht nehmen lassen. Von hier hast du eine schöne Aussicht über den Bodensee und auf die wunderschönen Häuser der „Stadt am See“. Entweder gehst du von hier aus wieder über die alte Rheinbrücke zurück, oder du läufst am Ruderverein, dem Konstanzer Rheinstrandbad und dem Hallenbad am Seerhein entlang und querst den Rhein erneut über die Fahrradbrücke.

Alte Rheinbrücke Konstanz



Konstanz Altstadt - Weitere Sehenswürdigkeiten

Nicht alles haben wir auf unserem Rundgang durch die Konstanzer Altstadt anschauen können. Die nachfolgenden Sehenswürdigkeiten haben wir dieses Mal ausgelassen. Der Vollständigkeit halber will ich sie dir aber nicht vorenthalten.

Die Dreifaltigkeitskirche und ehemalige jüdische Synagoge befindet sich in derselben Straße wie das Rosgartenmuseum (das ich weiter unten vorstellen werde), der Rosgartenstraße. Die heutige Pfarrkirche gehörte einst zu einem Augustinerkloster, das 1268 gegründet, aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurde. Nur die Kirche blieb bestehen. Südöstlich der Kirche stand bis in die Nazizeit eine Synagoge. Das Gelände wurde jedoch 1966 von einem jüdischen Geschäftsmann überbaut. Das Hochhaus beinhaltet dennoch einen Gebetssaal sowie die Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz.

Gasse in der Konstanzer Altstadt

Mehr am südwestlichen Teil des Stadtkerns gelegen ist das Schnetztor in der Hussenstraße nahe der Bodanstraße. Im 14. Jahrhundert wurde es als südliche Stadtbegrenzung gebaut. Im Pflaster des Löwenplatzes kannst du heute sogar noch das Mauerfundament sehen. Das Schnetztor ist eines von drei mittelalterlichen Wehrbauten, die auch heute noch erhalten sind. Die anderen beiden sind übrigens der Pulverturm und der Rheintorturm.

Dann gibt es noch den Hussenstein, der 350 Zentner, also 35000 Kilo wiegen soll. Hier ehrt man die böhmischen Reformatoren Jan Hus und Hieronymus von Prag. Er steht für „Aufklärung, Unparteilichkeit und gegenseitige Achtung verschiedener religiöser Meinungen“ (Joseph Fickler, April 1862). Jan Hus war ein Reformator, der in Konstanz zu Zeiten des Konstanzer Konszils an dieser Stelle verbrannt wurde. Seine Asche wurde in den Rein geschüttet, so dass es kein Grab von ihm gibt. Jedes Jahr am 6. Juli findet hier eine Gedenkfeier zu Ehren der Reformatoren statt. In Konstanz findest du noch weitere Gedenkstätten zu Ehren von Jan Hus.

Sehenswürdigkeiten in Konstanz für Schietwetter

Wir hatten Glück mit dem Wetter, es war warm und einigermaßen sonnig. Nur hin und wieder zogen mal ein paar Wölkchen über den Himmel. Deshalb haben wir uns vor allem auf Aktivitäten im Freien beschränkt. Aber natürlich gibt es auch so manche Indoor-Aktivität für regnerische oder sehr kalte Tage.

Als erstes wäre hier das Haus „Zum Rosgarten“ oder auch Rosgartenmuseum zu nennen. Es ist ein mittelalterliches Zunfthaus, in dem such die wohl bedeutendste kunst- und kulturgeschichtliche Sammlung des Bodensees befindet. Du kannst hier sogar eine Handschrift der sogenannten Richental-Chronik bewundern, die um 1465 entstanden ist.

Das Konstanzer Münster habe ich oben bereits erwähnt. Auch bei Regen ist das Münster sehenswert, schließlich hält man sich ja ohnehin drinnen auf. Sollte es tatsächlich regnen oder sehr kalt sein, wenn du in Konstanz bist, dann empfiehlt sich auf jeden Fall eine geführte Tour durch das Konstanzer Münster.

Konstanzer Münster

Das Kulturzentrum am Münster kannst du direkt mit einem Besuch des Münsters verbinden. Dort findest du unter anderem die Stadtbücherei, die Wessenberg-Galerie und den Kunstverein von Stuttgart. Zudem gibt es wechselnde Sonderausstellungen. Erwähnenswerte Sehenswürdigkeiten im Inneren des Kulturzentrums sind zum Beispiel die mittelalterlichen Wandmalereien im Eingangsbereich oder der romanische Wohnturm im Innenhof.

 Auf der anderen Rheinseite findest du das ehemalige Kloster Petershausen, welches jetzt das Archäologische Landesmuseum (ALM) beherbergt. Aktuell ist der Zutritt auf 120 Personen beschränkt, so dass es mitunter auch mal zu Wartezeiten kommen kann. Dafür haben Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre freien Eintritt. Fun Fact: Im ALM gibt es jetzt auch eine digitale Schatzsuche für Geocacher. Ganz sicher etwas, das ich nächstes Jahr mit meiner Mutter ausprobieren will!

Am südlichen Ende des Konstanzer Hafens gibt es das Sea Life Konstanz. Falls du über einen Besuch nachdenkst, dann halte auf Cornflakes- oder Milchpackungen Ausschau nach einem Gutschein. Oft bekommst du dann den Eintritt für eine Person gratis. Beachte bitte, dass du während der Corona-Zeit unbedingt vorab reservieren musst!

Im Hafen von Konstanz

Konstanz Hafen

Der Konstanzer Hafen liegt direkt neben der Konstanzer Altstadt. Am Hafen alleine kann man sich schon eine ganze Weile aufhalten. Einfach auf eine Bank setzen, aufs Wasser schauen und die Seele baumeln lassen. Das alleine wäre dann aber auf Dauer doch recht langweilig. Zum Glück gibt es am Hafen doch noch ein klein wenig mehr anzusehen.

Nördlich des Hafens liegt der Stadtgarten, ein kleiner aber feiner Park. Im Frühjahr muss es herrlich hier sein, denn der Weg durch den Park wird von Kirschbäumen gesäumt, die jetzt im Sommer alle Früchte tragen. Vielleicht kommen wir nächstes Jahr im Frühling ja zur Kirschblüte wieder her? Vom nördlichen Ende des Parks kannst du übrigens sehr schöne Fotos von den Häusern auf der anderen Uferseite machen, noch besser als von der Brücke aus.

Konstanz Hafen

Die vermutlich markanteste Sehenswürdigkeit am Hafen ist die „Imperia“. Die Figur wurde inspiriert von einer Edelkurtisane aus dem 16. Jahrhundert. Die 1993 aufgestellte Imperia ist vollständig aus Beton gegossen, neun Meter hoch und 18 Tonnen schwer. Sie dreht sich ständig um ihre eigene Achse und benötigt für eine komplette Umdrehung vier Minuten. Du gelangst über einen Steg zur Imperia und kannst diese auch umrunden.

In ihrer rechten Hand hält die Edelkurtisane den nackten König Sigismund und links den auf dem Konzil gewählten Papst Martin V, ebenfalls nackt. Doch wusstest du, dass die Figur beinahe nicht aufgestellt worden wäre? Zwei Drittel des Gemeinderates waren dagegen, die vom Tourismusverein beauftragte Figur aufzustellen. Fast wie in einem Hollywoodfilm mutet entsprechend der Aufbau durch den Bildhauer Peter Lenk an: Mitten in der Nacht wurde die Imperia mit einem Schiff über den Bodensee in den Hafen verfrachtet und dort die Imperia auf. Finanziert wurde das Unterfangen von einem Schweizer Unternehmen, sofern der Bildhauer die Eidgenossen verschont und die Imperia auf deutschem Grund aufbaut.

Imperia

Im Hafen selber besteht die Möglichkeit, dir Tretboote zu leihen oder einen Hafenrundfahrt zu buchen und den Bodensee zu erkunden. Von hier fahren auch gleich die Fähren nach Mainau, Friedrichshafen und Meersburg. Es macht auch Spaß, die Hafenstraße entlang zu flanieren und sich die vielen Boote anzusehen, die im Hafen von Konstanz liegen.

Wenn du von hier noch ein ganzes Stück weiter nach Süden, bis in die Schweiz gehst, kommst zum Seeburgpark. Genau genommen bist du jetzt auch gar nicht mehr in Konstanz, sondern in Kreuzlingen. Dort befindet sich ein kleiner Aussichtsturm, von dem aus due bei klarem Wetter fast bis zu den Alpen sehen kannst. Falls du den Teil über die Geschichte von Konstanz übersprungen hast, solltest du ihn noch nachholen. Wie sonst solltest du wissen, dass Konstanz beinahe zu den Eidgenossen übergetreten wäre, wenn diese es nicht am Ende noch verhindert hätten? So wurde Konstanz wenige Jahre darauf halt österreichisch, bevor die Grenze seit 1831 wieder nach Deutschland (damals noch nicht unter diesem Namen) führen sollte.

Boote im Hafen von Konstanz

Shopping in Konstanz

Wir sind natürlich nicht zum shoppen nach Konstanz gekommen, sondern um uns die Stadt anzusehen. Und doch habe ich dort in einem kleinen Laden gleich eine Jacke gekauft. Die Einkaufsstraße von Konstanz hat uns allen sehr gut gefallen, die Auswahl an Geschäften ist dort sehr schön. Und zwischendurch kannst du immer wieder bei einem Kaffee verschnaufen.

Ein Shopping Center gibt es auch. Das LAGO liegt am südlichen Ende der Stadt, nahe der Schweizer Grenze. Es ist aber noch nah genug dran, es zu Fuß zu erreichen. Da du am Ende der Hafenstraße ohnehin entweder umdrehen oder aber über eine Brücke die Schienen überqueren musst, kannst du eigentlich letztere Variante wählen und noch einen kurzen Abstecher zum LAGO machen. Du kommst nämlich direkt vor dem Shopping Center aus.

Ausflugsziele außerhalb von Konstanz Altstadt

Rund um Konstanz gibt es natürlich auch Ausflugsziele, die ich dir hier nur kurz vorstellen möchte. Wie bereits geschrieben waren wir nur für einen Kurztrip vor Ort und haben uns die Ziele außerhalb Konstanz noch nicht angeschaut.

Die berühmteste Sehenswürdigkeit von Konstanz ist vermutlich die Blumeninsel Mainau. Ganzjährig angenehm warm, gedeihen hier sogar Palmen! Während Corona solltest du dein Ticket online buchen. Dazu musst du ein Zeitfenster angeben, da nur innerhalb dieser einen Stunde der Eintritt möglich ist, andernfalls verfällt laut der Homepage das Ticket. Buchst du aber erst vor Ort, kann es sein, dass alle Slots schon belegt sind. Das war dann für uns auch der Hauptgrund, wieso wir von einem Besuch abgesehen haben. Das nächste Mal klappt es aber bestimmt!

Konstanz Altstadt

Nur einen Katzensprung entfernt von Konstanz liegt auch die Insel Reichenau, die größte Insel im Bodensee. Bereits auf der Hinfahrt haben wir einen Blick auf die Insel erhaschen können. Mit dem Auto fährst du von Konstanz nur wenige Minuten. Und auch die Bahn braucht nur 15 Minuten und fährt alle 30 Minuten ab Konstanz.

Mit der Fähre bist du in wenigen Minuten in Meersburg. Dort kannst d in Weinbergen spazieren gehen oder dir die mittelalterliche Burg und das Burgmuseum ansehen, das neue Schloss besuchen oder weiter zum Pfahlbaumuseum Unteruhldingen fahren.

Warst du schon in Konstanz? Was sind dort deine Highlights gewesen? Was muss man unbedingt einmal sehen oder was hat dir gar nicht gefallen? Berichte mir doch davon in einem Kommentar!

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13 Kommentare

  1. Hach, der Bodensee! Ich war früher mindestens 2mal pro Jahr mit meinem Vater für einige Tage dort. Seitdem er vor vielen Jahren gestorben war, bin ich nie mehr dort gewesen. In Konstanz war ich nur zweimal und freue mich deshalb über Deine sehr ausführlichen Tipps. Ich muss unbedingt mal wieder an den wunderschönen Bodensee. Das habe ich erst neulich gedacht, als ich an der Müritz saß, die nach dem Bodensee der zweitgrößte See in Deutschland ist. Spätestens im Frühjahr…

  2. Konstanz scheint ja wirklich sehr schön zu sein. Wir waren vor 2 Wochen für 2 Nächte am Bodensee. Allerdings waren wir einen Tag in Bregenz und Lindau und haben uns in der Nähe unserer Unterkunft dann nur einen Strandtag gegönnt :D
    Da müssen wir wohl nochmal an den Bodensee und uns dann mal Konstanz anschauen :)

  3. Liebe Tanja,

    Konstanz ist wirklich schön. Ich war leider nur einmal dort wegen einer Hochzeit, die ich leider krank im Bett erlebt habe :D Danke Dir für Deinen kleinen Stadtrundgang :) Der macht auf jeden Fall Lust einmal durch die Stadt und an den Rhein zu schlendern. Auch bei Schietwetter.

    Liebe Grüße
    Lisa

  4. Ich war auch noch nie in Konstanz oder in der Nähe der Stadt, aber ich hatte mich sehr über deine kleine Zeitreise am Anfang gefreut! Ich mag alte Städte und Gebäude unheimlich gern und wenn ich eine Zeitmaschine hätte, würde ich gern ein paar Jahrhunderte zurückreisen und durch alle Orte wandern, die ich so kenne! Das muss faszinierend sein! Apropos mein Lieblingsorte wären wahrscheinlich der Stadtgarten und der Hafen! Über die Imperia musste ich schmunzeln, zum Glück wurde sie doch aufgestellt!

    Liebe Grüße
    Jana

    • Liebe Tanja,

      Konstanz liegt ganz oben auf meiner Liste der Städte, die ich unbedingt mal sehen möchte. Vor allem reizt mich die Stadt besonders wegen ihrer Geschichte.
      Die Altstadt wäre daher das Erste, was ich besuchen würde. Aber ich glaube dir gern, dass ein Tag für Konstanz einfach nicht genügen würde. Daher habe ich mich sehr über deine Tipps gefreut.
      Den Konstanzer Hafen hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Dem würde ich natürlich auch einen Besuch abstatten.

      Liebe Grüße
      Mo

  5. Hey

    eine schöne Vorstellung der Stadt. Ein guteres führen und leider war ich noch nicht dort. Aber so schön, würde dann aber schon ein Wochenende machen. Schön mit Essen gehen usw. Wie schön doch manche Städte sein können. Danke fürs zeigen und Vorstellen

    Gruß
    Julia

  6. Dein Bericht hat mir wieder gezeigt wie schön Konstanz ist. Es ist viel zu lange her, dass ich diese wundervolle Stadt besucht habe. Der Konstanzer Dom ist mir eindrücklich in Erinnerung geblieben. Die Insel Mainau will ich auch unbedingt mal besuchen.
    Alles Liebe
    Annette

  7. So schöne Bilder! Ich war vor vielen Jahren mal für zwei Tage in Konstanz und einmal als wir eine Fahrradtour um den Bodensee gemacht haben. Die Stadt ist wirklich toll und bietet viel zum Entdecken an. Glaub ich muss da irgendwann mal wieder hinfahren!

    Liebe Grüße,
    Diana

  8. Wir waren im Sommer in Bregenz und fanden die Gegend wunderschön. Aber nach diesen Bildern, lohnt es ganz offensichtlich auch einmal die deutsche Seite des Bodensees zu besuchen.
    Tolle Anregungen, schöne Bilder. Danke für den Tipp.

  9. Auf einem Konstanz-Trip darf die Imperia auf keinen Fall fehlen. Ebenso als Einkehrmöglichkeit müsst ihr unbedingt ins Voglhaus – das ist ein tolles kleines Café in der Innenstadt. =) Da KN von uns nicht weit weg ist, fahren wir ab Engen immer mit dem Zügle runter.
    Hach… das ist einfach immer wieder schön und ein wundervoller Tag „Auszeit vom Alltag“. =) Vielen vielen Dank für diese tollen Bilder. Liebes Grüßle Lisa

  10. Ach wenn ich die Bilder sehe, bekomme ich wieder Heimweh nach dem Bodensee. Für mich war das eine der schönsten Zeiten. Es gibt so viel da noch zu entdecken. Man sollte, wie du schreibst, auf alle Fälle mindestens zwei Tage planen. Viele liebe Grüße!

  11. Liebe Tanja,
    Das sind ja wundervolle Eindrücke – und ein richtig toller Konstanz-Guide ist da entstanden.
    Ich war schon ewig nicht mehr in Konstanz, als ich ein Kind war, waren wir öfter auf Familienausflug am Bodensee. Aber große Erinnerungen habe ich nicht mehr. Da mich aber eh auch die Insel Mainau nochmal interessiert, ist ein Bodensee-Trip fest eingeplant.
    Liebe Grüße

  12. Hey, ich war noch nie in Konstanz, dabei ist es nichtmal so weit von mir. Wir fahren immer nur am Bodensee vorbei, aber demnächst wollen wir dort auch mal ein paar Tage verbringen.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de


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