Lissabon ist für uns eine der schönsten Städte Europas. Da dies nicht nur uns bekannt ist, wird die portugiesische Hauptstadt von vielen Tourist*innen besucht. Deswegen empfiehlt sich eine Reise nach Lissabon in der Nebensaison, am besten im Frühjahr oder Spätherbst. Gina und Marcon von 2 on the go stellen dir die schönsten Sehenswürdigkeiten und die besten Tipps für Lissabon vor.

Gina und Marcus von 2 on the go

Gina und Marcus schreiben auf ihrem Blog 2 on the go über individuelle Reisen und richten sich damit besonders an Menschen im mittleren Lebensalter. Neben dem Bericht über ihre Weltreise gibt es Artikel zu Fernreisen, Kurzreisen, Wandern, Vanlife und viele Tipps rund ums Thema Reisen.


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1. Castelo de Sao Jorge

Das Castelo de Sao Jorge thront hoch über der Alfama auf einem Hügel. Die alte Festung wurde von den Mauren erbaut und 1147 von Alfons dem Eroberer erstürmt. Viele Jahrhunderte diente es der Verteidigung der Stadt, bis sie beim großen Erdbeben 1755 zum großen Teil zerstört wurde. Die Burgmauer und elf Türme sind erhalten oder restauriert worden.

Heute kannst du auf dem 6000 qm großen Gelände die archäologischen Reste der islamischen Bebauung, die Ruinen des Königspalasts und vieles mehr entdecken. Im Museum wirst du durch die Jahrhunderte der Geschichte geführt. Du kannst durch die Gärten flanieren und eine weite Aussicht über die Stadt und den Fluss Tejo genießen.

2. Alfama

Von der Burg aus bietet sich der Abstieg durch das historische Stadtviertel Alfama zum Fluss hinunter an. Dieses älteste erhaltene Viertel von Lissabon blieb beim großen Erdbeben nahezu unbeschädigt, da es auf dem stabilen Felsen des Burgbergs gebaut ist.

So kannst du heute durch die schmalen Gassen und Treppenwege streifen. Kleine Lokale und hübsche Spezialitätenläden liegen am Wegesrand. Das Viertel stammt noch aus der maurischen Zeit und bildete damals den Stadtkern von Lissabon.

3. Kathedrale Sé

In der Alfama findest du eine weitere Sehenswürdigkeit von Lissabon: die Catedral Sè. Sie ist die älteste Kirche Lissabons und Sitz des Patriarchats (Bistums).

1147 begannen die Bauarbeiten, nachdem eine Moschee am Standort abgerissen worden war. 1380 war die Westfassade mit ihren beiden wuchtigen Türmen im Stil der Romanik vollendet. Sie prägen bis heute das Bild des Viertels.

Im Innenraum kannst du den Übergang vom romanischen Stil zur Gotik sehen. Der Chor der Kathedrale ist im gotischen Stil erbaut.

4. Tram und Ascensores

Wenn du durch die Alfama streifst wirst du der berühmten Tram begegnen, die sich hier den Hang hocharbeitet. Die historischen gelben Triebwagen der Linie 28E sind bei Tourist*innen äußerst beliebt, deswegen sind die Wagen oft überfüllt. Wenn du eine Fahrt mit der Straßenbahn nicht versäumen möchtest, kannst du auf die Linie 12E ausweichen, die ebenfalls einen Teil der Strecke durch die engen Straßen der Alfama bedient.

Pass auf jeden Fall gut auf deine Wertsachen auf, denn in der Bahn passieren häufig Taschendiebstähle!

Ein weiteres beliebtes Fortbewegungsmittel in Lissabon sind die Ascensores. Dort, wo die Straßenbahn mit der Steigung überfordert wäre hat man an einigen steilen Gassen Standseilbahnen gebaut. Auch sie sind immer noch mit den historischen Wagen unterwegs. Die Einzelfahrt ist relativ teuer. Aber wenn du dir eine Zeit- oder Mehrfahrtenkarte der Lissaboner Verkehrsbetriebe gekauft hast, kannst du damit zum normalen Preis fahren.

 

Ascensores gibt es in den Stadtteilen Gloria, Bica und Lavra.

5. Miradouros

Lissabon ist – wie du inzwischen gemerkt hast – auf einem sehr hügeligen Gelände erbaut. Daher bieten sich von verschiedenen Stellen der Stadt immer wieder tolle Ausblicke.

Die sogenannten Miradouros – Aussichtspunkte – sind bei Einheimischen und Tourist*innen gleichermaßen beliebt. Fast immer befindet sich dort ein Kiosk, der Getränke und kleine Snacks anbietet. Besonders bei Sonnenuntergang versammeln sich viele Menschen, um bei einem Getränk den Ausblick zu genießen.

Einen Bericht über die schönsten Miradouros findest du hier.

6. Praca do Comercio

Der weite Platz Praca do Comercio am Ufer des Tejo verdankt sein Entstehen dem großen Erdbeben von 1755. Da der untere Teil von Lissabon vollständig zerstört wurde, wurde die gesamte Baixa (Unterstadt) neu aufgebaut. Daher verlaufen die Straßen ordentlich im Schachbrettmuster.

Den 170 x 170 Meter großen Platz säumen an drei Seiten prächtige Gebäude. Arkadengänge und hübsche Fassaden in freundlichem Gelb prägen das Bild. Vor dem Erdbeben stand hier der Königspalast, und die prunkvollen Häuser sollen daran erinnern. Zum Tejo öffnet sich der Platz, an der breiten Treppe zum Ufer lässt es sich gut chillen.

Den Eingang zur Rua Augusta, der Hauptstraße, die zur Praca Rossio führt bildet ein monumentales Tor. Die Reiterstatue auf der Praca do Comercio zeigt König José I., der zur Zeit des Erdbebens Regent von Portugal war.

7. Bairro Alto

Von der Baixa aus erreichst du entweder mit dem berühmten Elevador Santa Justa oder mit dem Ascensor Bica das höher gelegene Viertel Bairro Alta.

Hier liegt das Ausgehviertel von Lissabon. In den Straßen findest du zahlreiche Restaurants, Bars und Cafés.

Eine wunderbare Gelegenheit, sich eine Fado-Vorstellung anzuhören. Dieser für Lissabon so typische Musikstil handelt meist von Sehnsucht und Weltschmerz. Begleitet von Gitarren trägt die Sängerin oder der Sänger die wehmütigen Melodien vor.

8. Convento do Carmo

Im Bairro Alto liegt die eindrucksvolle Ruine des Convento do Carmo. Es wurde Ende des 14. bis Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut. Teile des ehemaligen Karmeliterklosters wurden wiederaufgebaut, doch die Kirche blieb als Ruine stehen. Im Sommer finden dort wegen der herausragenden Akustik Konzerte statt.

In der Ruine und den Nebenräumen befindet sich das Museu Arqueológico do Carmo, ein archäologisches Museum mit Funden von der römischen Zeit bis ins 18. Jahrhundert.

9. Ponte 25 de Abril

Wahrscheinlich hast du die Brücke 25 de Abril schon beim Landeanflug aus dem Flugzeug heraus gesehen. Als gigantische Hängebrücke überspannt sie den breiten Tejo. In den 1960er Jahren erbaut, wurde sie nach dem Sturz des Diktators Salazar im Zuge der Nelkenrevolution am 25. April 1974 umbenannt.

Die Brücke ist die drittlängste Hängebrücke der Welt, auf der sowohl Auto- als auch Zugverkehr queren.

Im Brückenpfeiler kannst du die Pilar 7 Bridge Experience besuchen. Neben einer Fahrt zum Aussichtspunkt auf dem Pfeiler werden die Baugeschichte und die Konstruktion der Brücke in einer Multimedia-Show dargestellt.

10. Belém: Torre, Padrao dos Decobrimentos

Nun geht es nach Belém, einem Vorort von Lissabon, der zu jedem Sightseeing-Programm dazugehört. Du gelangst mit der – diesmal modernen – Straßenbahn dorthin.

Die Hauptattraktion in Belém ist das Mosteiro dos Jeronimos, heute eine UNESCO-Welterbestätte. Dieses bezaubernde Kloster ist pure Manuelinik. So heißt der verschnörkelte Stil der portugiesischen Gotik. Unzählige Türmchen, Giebel, Bögen und andere Zierelemente prägen den Bau.

1502 legte König Manuel I. den Grundstein, rund 70 Jahre später war der Bau vollendet. Das Erdbeben, das Lissabon in Schutt und Asche legte erreichte zum Glück Belém nicht und das Prachtwerk blieb verschont.

Es besteht heute aus der Hallenkirche, an die der Kreuzgang anschließt, der Refektorium, Kapitelsaal und Sakristei enthält. Von vorne aus dominiert der 193 Meter lange Westflügel mit seiner verspielten Fassade.

Viele Mitglieder der portugiesischen Königshäuser fanden im Kloster ihre letzte Ruhestätte. Auch der Seefahrer Vasco da Gama ist hier begraben.

Drei weitere architektonisch bedeutsame Klöster liegen nur eine Stunde Fahrt von Lissabon entfernt: Batalha, Alcobaca und Tomar. Hier findest du einen ausführlichen Bericht dazu.

Vom Kloster aus zum Ufer des Tejo sind es wenige Schritte. Am Ufer erhebt sich ein Denkmal aus neuerer Zeit, das Padrao dos Decobrimentos. Das monumentale Bauwerk wurde 1960 zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer errichtet. Dargestellt sind 33 portugiesische Entdecker, überwiegend Seefahrer, die sich auf der Betonrampe drängen.

 

Auch in diesem Bau gibt es einen Aussichtspunkt, den du mit dem Aufzug erreichen kannst.

Einige Meter flussabwärts findest du das nächste manuelinische Bauwerk, den Torre de Belém.

Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut diente er hier an der Tejomündung sowohl als Leuchtturm als auch zur Verteidigung des Hafens. Heute ist er UNESCO-Weltkulturerbe. Eine Besonderheit ist unter anderem, dass an der Fassade ein Nashornkopf abgebildet ist – die erste Darstellung dieses Tiers in Europa. Uns ist es leider nicht gelungen, das Relief zu entdecken, aber vielleicht hast du mehr Erfolg.

Am gegenüberliegenden Ufer stand ein identischer Turm, der durch das Erdbeben zerstört wurde.

Der quadratische Turm ist 35 Meter hoch. Du kannst auf die obere Etage hinaufsteigen und die Aussicht genießen.

11. Kulinarische Highlights in Lissabon

Pasteis de Nata sind wohl das erste, was einem zu portugiesischen Köstlichkeiten einfällt. Kleine Blätterteigtörtchen, mit einer sahnigen Vanillecreme gefüllt – unwiderstehlich! Das Original heißt Pasteis de Belém und ist ausschließlich in der Konditorei neben dem Kloster in Belém erhältlich. So berühmt, dass sich selbst in der Nebensaison eine lange Schlange von Kaufwilligen vor dem Laden bildet.

Wir hatten keine Lust, uns dort anzustellen. Frische Pasteis de Nata bekommst du überall in Lissabon und wir fanden sie immer köstlich.

Eine weitere Spezialität ist Ginjinha: Sauerkirschlikör. Du bekommst ihn an den Kiosken auf den Plätzen oder vor kleinen Läden in der Alfama. Eigentlich sind wir keine Fans von Likör, doch durch die leichte Säure der Kirschen hat dieser eine ganz besondere Note. Wir haben ihn mehr als einmal probiert.

Noch eine Spezialität, die nicht unbedingt jedermanns Geschmack ist, ist Bacalao – Stockfisch. Da man früher keine Möglichkeit zum Kühlen hatte, wurde der Fisch zur Konservierung in Salz eingelegt. Vor der Zubereitung muss er lange gewässert werden, um das Salz auszuspülen. Die portugiesische Küche kennt viele abwechslungsreiche Zubereitungsarten für den Bacalao. Du solltest dieses Gericht auf jeden Fall mal probieren – am besten in einem kleinen Lokal in der Alfama oder im Barrio Alto.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere hervorragende Gerichte in der portugiesischen Küche. Es lohnt sich, sich in verschiedenen Restaurants mal durchzufuttern, zumal die Preise meist moderat sind.

Warst du schon einmal in Lissabon? Hast du weitere Tipps, die du mit uns teilen willst? Verrate sie uns doch bitte in einem Kommentar! Und vergiss nicht, Gina und Marcus von 2 on the go auch auf ihrem Blog zu besuchen!

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14 Kommentare

  1. Wir hatten Lissabon per Fuß erobert. Da sieht man richtig viel und auch einiges, was man sonst wohl nicht so entdeckt. An dem einen Tag sind wir locker 25km kreuz und quer durch die Stadt bis zum Torre de Belém gelaufen. Den Rückweg in die Innenstadt haben wir allerdings mit dem Tucktuck zurückgelegt, weil ich dann doch gestreikt habe *lach* Sicher ist auf jedenfall, das war nicht das letztemal, wo ich in Lissabon war

  2. Klingt sicherlich seltsam ist jedoch auch einen Besuch wert. Der städtische Friedhof Cemitério dos Prazeres. Nicht zu verwechseln mit einem Friedhof wie wir ihn aus Deutschland kennen. In zig Straßen sind Grüfte von meist wohlhabenden Familien nebeneinander angeordnet, die wie kleine Villen aussehen.

  3. Liebe Tanja, liebe Gina, lieber Marcus,
    Lissabon ist eine meiner Lieblingsstädte, daher sicher nicht verwunderlich, dass ich alle 11 Highlights kenne. Bei der Linie 28 hatte ich dann wohl Glück. Bei meinem Besuch 2010 bin ich damit gefahren, aber sie war nicht überfüllt. Ich fand das auch großartig – daher kann ich schon verstehen, warum das inzwischen so viele Menschen mögen. Von Pasteis de Nata kann ich übrigens auch nicht genug bekommen!
    Liebe Grüße
    Miriam von Nordkap nach Südkap

  4. Lissabon stand bis vor ein paar Jahren noch auf meiner Liste der Städte die ich einmal bereisen möchte. Jetzt steht sie wieder darauf:-)
    LG
    Stephan

  5. Es ist schon lustig, ich war zwar auf den portugisischen Inseln doch noch nie auf dem Festland.
    Wenn ich allerdings die Bilder sehe, wie die Sonne alles in warmes Licht hüllt… ich sollte das dringend ändern.
    Dann heißt es aber neben Lissabon auch Algarve und Porto.

    Danke für die vielen schönen Inspirationen.

    Liebe Grüße, Katja

  6. Oh, der Blogpost macht wirklich Lust auf Lissabon. Portugal steht schon lange auf meiner Muss-Ich-Bereisen-Liste. Und da darf Lissabon natürlich nicht fehlen. Auf jeden Fall muss ich mir eine Fahrt mit der Straßenbahn vornehmen – die Linie 28E. Sowas liebe ich! Vielen Dank für die Infos. VG Grit

  7. Tolle Bilder, sollte man sich echt mal anschauen. LG Romy

  8. Ich war schon mal in Barcelona, aber bis nach Portugal habe ich es noch nicht geschafft! Lissabon stand aber ehrlich gesagt bisher auch nicht auf meiner Liste! Bisher, denn was ich von der Stadt auf Euren Fotos gesehen habe, spricht mich definitiv an! Ich liebe historische Bauten, tolle Aussichtspunkte, leckeres Essen, warmes Klima und Orangenbäume! Herrlich! Und zu dem Sauerkirschlikör sag ich auch nicht nein!

    Liebe Grüße
    Jana

  9. Es ist wieder viel zu lange her, seit ich in Lissabon war. Damals war ich genauso fasziniert wie du. Es ist einfach eine wunderschöne Stadt. Und das Essen ist auch sehr gut!

  10. Danke für die schönen Reisetipps. Mit Lissabon verbinde ich vor allem die berühmte Straßenbahn und natürlich Pasteis de Nata. Selbst war ich leider noch nicht dort, hat sich bisher irgendwie nicht ergeben. Aber kann ja noch werden, mal sehen.

  11. Danke für die tollen Tipps. Lissabon scheint eine wunderbare Stadt zu sein und ich hoffe, dass ich bald mal die Gelegenheit habe, diese zu erkunden.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

  12. Liebe Tanja,

    in Lissabon war ich auch schon und war total fasziniert vom Castelo de Sao Jorge. Für mich als Liebhaberin von historischen Orten gibt es ohnehin viel in Lissabon und Umgebung zu entdecken. Das Essen ist dort meist auch lecker, bei mir gab es meist Fisch.

    Liebe Grüße
    Mo

  13. Lissabon möchte ich auch unbedingt mal besuchen, jetzt hast Du die Stadt für mich wieder voll in den Focus gerückt! Danke für die tollen Einblicke, die Du mit uns teilst 😊


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