Stauferstadt Waiblingen

Rothenburg ob der Tauber kennt ja jeder. Fachwerkhäuser, Wein und Natur, dafür ist Rotheburg bekannt. Aber was kann Waiblingen bieten? Fast genau das gleiche! OK, Waiblingen ist kleiner. Aber auch hier gibt es viele wunderschöne Fachwerkhäuser. Viel Natur. Und sehr viel guten Wein! Was es dafür nicht gibt sind Busse voller Touristen! Hier hat man noch Ruhe. Du kannst durch die wirklich gemütliche Altstadt schlendern ohne von Reisegruppen umgerannt zu werden. Im Biergarten oder einem der vielen Restaurants in der Stadt den Abend ausklingen lassen. Oder die Umgebung zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden.

Städte mit Fachwerkhäusern wie Rothenburg ob der Tauber sind ja bekannt und beliebt. Doch Corona hat uns gezeigt, dass die übervollen und touristisch überlaufenen Orte auch eine gewisse Gefahr bedeuten. Davon einmal abgesehen sind ruhigere und unbekanntere Orte oftmals ja auch viel spannender! Deshalb stelle ich euch die Stauferstadt Waiblingen auch ausführlich vor, denn sie ist, wie ich finde, auf jeden Fall einen Kurzurlaub wert und muss sich auch nicht hinter den bekannten Größen verstecken! Übrigens ist Waiblingen auch Teil der Deutschen Fachwerkstraße!


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Haus an der Rems in Waiblingen

Bewegte Geschichte der Stauferstadt Waiblingen

Bereits seit 7000 Jahren (vielleicht sind es auch ein paar mehr oder weniger, wer weiß das schon?) siedeln Menschen in Waiblingen und Umgebung. Zwischendurch war Waiblingen und sein Umland auch eine römische Grenzzone, wovon Ausgrabungen zeugen. Allerdings gab es auch eine Zeit, für die in Waiblingen keine Siedlungsnachweise erbracht werden konnten. Dafür fanden sich für das 5.-7. Jahrhundert Gräberfelder, inklusive Grabbeigaben.

Die erste urkundliche Erwähnung Waiblingens stammt aus dem Jahr 885, damals noch unter dem Namen „Vueibelingan“. Weitere urkundliche Erwähnungen gibt es bist kurz vor 1100, dann erst wieder ab dem 13. Jahrhundert. Dazwischen gibt es allerdings eine mysteriöse und ungeklärte Erwähnung der Heinriche von Waiblingen. Gemeint sind damit die salischen Kaiser, Heinrich III., IV. und V. Wieso sie in Zusammenhang mit Waiblingen erwähnt wurden, ist noch immer ein Rätsel.

Ab dem 13. Jahrhundert entwickelte sich die Siedlung Waiblingen zur Stadt, bis sie die zweitwichtigste Grafenstadt nach Stuttgart wurde. Im Jahr 1634 während des dreißigjährigen Krieges wurde Waiblingen allerdings von spanisch-kaiserlichen Truppen niedergebrannt. Damals wurde auch die Burg vollständig zerstört. Heute findet man nur noch Mauerreste des Schlosskellers in der Stadt. Der Wiederaufbau Waiblingens nach dieser Katastrophe, der auch mehr als 200 Menschenleben durch die Hand der Angreifer zum Opfer fielen, dauerte beinahe 100 Jahre.

Die heutige Altstadt im barocken Stil geht auf den Wiederaufbau nach dem Krieg zurück. Hier erfährst du übrigens noch etwas mehr zur Waiblinger Stadtgeschichte.

Tränktörle Nachbau. Das alte Tränktörle wurde zur Falle für viele Waiblinger während des großen Angriffs.

Anreise nach Waiblingen

Die Anreise nach Waiblingen ist eigentlich ziemlich einfach: Mit der S-Bahn ab Stuttgart bist du in nicht ganz 20 Minuten in Waiblingen. Nutze dazu einfach die S2, S3 oder die RB13, RB19 oder RB90. Einen Fernverkehrshalt gibt es in Waiblingen nicht!

Mit dem Auto fährst du in der Regel über die B10 oder B29. Bitte halte sich unbedingt an die Geschwindigkeitsbegrenzung, es gibt auf den Bundesstraßen so manchen Blitzer! Das gilt übrigens noch mehr für die umliegenden Ortschaften. Fotografieren scheint hier nicht nur mein Hobby zu sein…

Du kannst sogar mit dem Flugzeug anreisen! OK, das ist jetzt etwas übertrieben. Aber vom Stuttgarter Flughafen fährt die S2 direkt durch nach Waiblingen. Solltest du also einen wirklich weiten Anreiseweg haben, bestünde zumindest theoretisch die Wahl, zu fliegen.

Direkt am Hallenbad, unweit der Altstadt gibt es ausgewiesene Wohnmobilparkplätze. Bei deiner Tour durch Deutschland mit dem Wohnmobil kannst du entsprechend problemlos direkt in der Stadt parken. Allerdings ist die Stellzeit auf zwei Nächte begrenzt.

Sehenswürdigkeiten in Waiblingen

Obwohl Waiblingen nicht besonders groß ist, findest man doch allerlei Sehenswertes. Die Sehenswürdigkeiten verstreuen sich über die gesamte Altstadt, aber auch die Talaue. Insbesondere Architektur- und Kunstinteressierte werden in Waiblingen auf ihre Kosten kommen. Alte Fachwerkhäuser, Museen, Brunnen und Kunstinstallationen prägen das Stadtbild. Aber auch das Umland hat unglaublich viel zu bieten.

Die Waiblinger Innenstadt ist ein Mix aus alten Fachwerkhäusern und einigen (wenigen) modernen Gebäuden. Wobei sich Modern dabei durchaus auch auf 1970er-Jahre-Stil bezieht. Glücklicherweise überwiegen die alten Häuser und die City hat dadurch einen ganz besonderen Flair.

Es gibt so viele wunderschöne Häuser und geschichtsträchtige Bauten, dass es kaum möglich ist, alles hier vorzustellen. Deshalb habe ich im Folgenden nur eine Auswahl der Sehenswürdigkeiten zusammengestellt, die man in Waiblingen finden kann.

Beinsteiner Tor

Als das einzige erhaltene Stadttor der mittelalterlichen Stadtanlage steht es stolz an einer Brücke direkt an der Rems. 1491 errichtet, wurde 1866 das Beinsteiner Tor beinahe auch abgerissen, wie schon etwa 30 Jahre zuvor die beiden anderen Stadttore. Da man aber der Bevölkerung nicht die Glocke und die Uhr nehmen wollte, wurde das Stadttor schlussendlich baulich so vergrößert, dass es einen ungehinderten Verkehr durch die Stadt ermöglichte.

Der Turm ist 37,3 m hoch und steht mit 8,80 m × 8,60 m auf einem nahezu quadratischen Grundriss. An der Außenseite des Turmes ziert ein altes Wappen, welches in Sandstein gemeißelt ist, die Mauern. Es ist das das Wappen des württembergischen Grafen Eberhard im Bart. Dazu findet man die Jahreszahl 1491. Das zweigeteilte Bild da drunter ist ein Sgraffito aus nationalsozialistischer Zeit.

Fuhren damals noch Pferdekutschen, so ist heute das Durchfahren mit dem PKW problemlos möglich. Noch bis 1934 verlief der gesamte Verkehr von Schwäbisch Hall und Nürnberg nach Stuttgart durch das Beinsteiner Tor und die Waiblinger Altstadt. Wenn man heute durch die Gassen und Straßen schlendert, mag man das kaum noch glauben. Andererseits war das Verkehrsaufkommen damals natürlich nicht mit dem heutigen vergleichbar.

Oft wird das Beinsteiner Tor auch Säuturm genannt. Früher wurden die Schweine durch den Turm auf die Weiden getrieben, was ihm diesen wunderbaren Namen verschaffte. Nicht nur ich finde, dass das Beinsteiner Tor der schöne Fotospot in Waiblingen ist! Als eines der Wahrzeichen von Waiblingen ist es ein sehr beliebtes Fotomotiv. Das Tor hat sogar einen eigenen Selfie-Spot!

Beinsteiner Tor

Hochwachtturm

45m hoch ragt der Hochwachtturm in den Himmel. Dazu liegt er noch strategisch günstig auf einer Anhöhe über der Altstadt. Der Sockel bemisst 7x7m und ist älter als die Stadtmauer. Möglicherweise stammt er sogar schon aus der Frühstauferzeit. Mindestens seit 1250 stand an dieser Stelle aber schon ein Turm. Um 1500 herum wurde der Turm erhöht und auch in den Jahren und Jahrhunderten danach viele Male aus- und umgebaut.

Bereits 1817 war der Hochwarturm in Waiblingen Schauplatz des historischen Romans „Die Kronenwächter“ von Achim von Arnim. Allerdings besuchte der Autor die Stadt erst nach Fertigstellung seines Romans, so dass hier leider keine realen Details enthalten sind. Denn der Autor bediente sich nur zeitgenössischer Abbildungen. Instagram und Google hätten ihm sicherlich besser geholfen, aber dafür lebte er nun einmal 200 Jahre zu früh.

Heute kann man sich im Turm standesamtlich trauen lassen. Wer will kann den Turm auch besteigen, allerdings auf eigene Gefahr. Das muss man so auch in der Touristeninformation unterschreiben. Dort bekommt man dann den Schlüssel gegen ein Pfand und kann auf den Turm hinaufklettern.

Blick auf den Hochwachturm

Altes Rathaus von Waiblingen

Das alte Rathaus von Waiblingen befindet sich zentral in der Waiblinger City. Bereits 1476 wurde es das erste Mal erwähnt. Doch schon seit etwa 150 Jahren wird das Gebäude nicht mehr als Rathaus genutzt. Zwischendurch wurde es unter anderem als Schule umfunktioniert. Heute findet auf der freien Fläche unter dem Rathaus jeden Samstag der Wochenmarkt statt, coronabedingt ist er allerdings leerer als sonst und die Fläche wird nicht immer voll genutzt.

Altes Rathaus

Fachwerkhaus am Marktplatz 1

Etwa 1690 wurde das Fachwerkhaus erbaut, das du am Waiblinger Marktplatz bewundern kannst. Dieses Haus ist auch eines der Fachwerkhäuser, an denen du Neidköpfe finden kannst. Was Neidköpfe sind? Das verrate ich dir weiter unten! Einst unter anderem ein Gerichtsgebäude und ein Treffpunkt bekannter württembergischer Dichter und Geistesgrößen wie Eduard Mörike, Nicolaus Lenau oder Justinus Kerner, wird es heute als Geschäftshaus genutzt. Der kleine und gemütliche Weihnachtsmarkt findet auf dem Platz vor diesem Fachwerkhaus statt, ebenso der Wochenmarkt.

Mauergang

Am Rande der Altstadt, entlang des Stadtparks, verläuft noch ein Teil der alten Stadtmauer. Dieser ist auch öffentlich und kostenfrei zugänglich. Sie stammt aus der Zeit nach dem Wiederaufbau nachdem Waiblingen so verheerend zerstört worden war. Die heutige Form der Stadt ist noch auf diese Mauerführung zurückzuführen.

Der Gang ist ziemlich schmal und teilweise auch sehr niedrig. Hochgewachsene Menschen und Leute mit Spinnenphobie müssen sich hier definitiv in Acht nehmen! Und doch ist es wirklich spannend, dort entlang zu gehen und sich vorzustellen, wie es wohl vor 300 Jahren gewesen sein mag. Was die Menschen damals gesehen und gedacht haben.

Das Haus auf der Mauer wird laut einem Hinweisschild als die älteste Lateinschule bezeichnet und stammt aus dem 16. oder 17. Jahrhundert.

Kirchen in Waiblingen

Die Waiblinger Altstadt wird dominiert von der Michaelskirche, einer evangelischen Kirche. Hoch ragt der Kirchturm empor und ist auch aus dem Park und einigen Teilen der Altstadt zu sehen. Die Kirche liegt etwa 3 Gehminuten von der Altstadt entfernt am Südlichen Ende. Auf der Karte etwas rechts/östlich vom Shoppingplatz in Waiblingen. Früher lag die Kirche noch außerhalb der Waiblinger Stadtmauern, heute ist sie ein fester Bestandteil des Innenstadtbereichs.

Ihren aktuellen Namen erhielt die Kirche erst nach dem zweiten Weltkrieg dank einer in einer Seitenkapelle erhaltene Michaelsskulptur (die erst nach 1460 erbaut wurde).  „Große Kirche“ oder als „Äußere Kirche“. Die dreischiffige Staffelhallenkirche hatte einst einen romanischen Vorgängerbau. Glücklicherweise blieb die Kirche mit ihrer im Jahre 1484 erbauten Kanzel vom reformatischen Bildersturm verschont, so dass auch heute noch die Darstellung der vier Kirchenväter erhalten ist.

Innerhalb der Altstadt liegt die Nikolauskirche, in der die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde ihre Gottesdienste abhält. Erbaut im 15. Jahrhundert, damals noch mit einer Holzdecke, brannte sie während des Angriffs auf Waiblingen im Jahr 1634 bis auf die Außenmauern nieder. Rund 40 Jahre dauerte der Wiederaufbau, der durch Spenden und eine Brandsteuer finanziert wurde. Heute kann man noch einige barocke Wandgemälde in der Kirche sehen, die im Laufe der Jahrhunderte auch mal übertüncht und später wieder freigelegt wurden.

Neidköpfe

Bist du schon in meiner Facebook-Gruppe? Dann hast du sicher schon das erste Bild eines Neidkopfes gesehen. Neidköpfe sind mehr oder weniger hässliche Fratzen, die meistens an Dachgiebeln, aber auch am Mauerwerk oder auf und über Türen angebracht sind. Die Waiblinger Neidköpfe sind sehr vielfältig, mal sandsteinfarben, mal bunt. Mal zeigen sie menschliche Köpfe, die gar nicht so fratzenartig erscheinen, mal sind es tierische Fratzen.

Folgende verschiedene Neidköpfe gibt es: Gorgonenköpfe, Löwenköpfe, wilde Männer und Soldaten, Mischgesichter und schöne Gesichter. Sie dienten dabei einst sowohl als Hausmarken und Erkennungszeichen und dienten wohl auch als Wohlstandsmarken, aber sollten vornehmlich auch das Böse fernhalten und insbesondere vor dem „Bösen Blick“ schützen. Hervorzuheben ist die gebleckte Zunge, die zu diesem Zwecke schon lange als Symbol genutzt wird.

Falls du zufällig Geocacher bist oder jetzt überlegst, damit anzufangen, dann empfehle ich dir die Neidkopfrunde mit dem Namen „Blecker, Schrecker, Selbstdarsteller„. Die Runde ist sehr einfach und man lernt einiges wissenswertes und sieht auf jeden Fall viele Neidköpfe, die einem sonst möglicherweise nicht einmal aufgefallen wären.

Für alle anderen empfiehlt sich ein kurzer Abstecher in die Touristeninformation Waiblingen. Dort gibt es eine Infobroschüre zu den Neidköpfen, inklusive einem Rundgang durch die Altstadt mit 13 Stationen. Natürlich gibt es dort noch mehr Infomaterial zu Waiblingen.

Landschaftspark Talaue

Naturfreunde, Sportler, Kunstbegeisterte und Familien kommen im Landschaftsparkt Talaue gleichauf auf ihre Kosten. Von der Altstadt aus gelangt man über die Erleninsel und Brühlwiesen ohne Straßenquerung bis in den Talauenpark. Über eine Strecke von fast 1,5km kann man also von der Altstadt bis zur Rundsporthalle durchs grüne flanieren. Die Grünanlage verläuft dabei an der Rems entlang. Unseren Besuch beginnen wir an der Rundsporthalle, wo auch jede Menge kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen.

Hier startet auch eine sehr gut ausgebaute Jogging- und Spazierstrecke, die insbesondere in den Sommermonaten schon ab früh morgens gerne und viel genutzt wird. Neben der Rundsporthalle befinden sich einige Sportgeräte, die auch in Coronazeiten Muskeltraining an der frischen Luft erlauben. Die Halle selber wird im Jahr 2020 aus bekannten Gründen leider nicht genutzt.

Überquert man rechte Hand die Rems und läuft ein Stück zurück, kommt man noch an einen kleinen Schildkrötenteich. Von hier aus kann man auch den ca. 3,5km langen Remstalquellenweg (Start ab der Rundsporthalle) entlanglaufen, der beinahe bis nach Weinstadt Endersbach hinein führt. Wir bleiben aber heute in Waiblingen und drehen wieder um und gehen zurück in die Talaue.

In der Talaue gibt es viele Grünflächen mit vielfältigster Nutzung. Da wäre beispielsweise die Kunstlichstung, eine Wiese zwischen vielen noch jungen Bäumen. Im Sommer treffen sich dort unter anderem Yoga-Gruppen, um etwas abgeschieden von den Spaziergängern ihre Übungen zu machen. Aber hin und wieder sind natürlich auch andere Leute dort und spielen Fußball oder Federball oder liegen einfach nur in der Sonne.

Der große Talauensee bietet vielen Tieren eine Heimat. So leben dort unter anderem Eisvögel, Frösche, verschiedene Wasservögel und eine Vielzahl an Fischen. Die schilfbewachsenen und größtenteils unzugänglichen Ufer bieten dazu noch zahlreichen weiteren Tieren Schutz.

Talauensee

Sehr nahe am See, auf der der Rems gegenüberliegenden Seite, gibt es einen tollen Kinderspielplatz. Wartende Eltern können am fast daneben liegenden Seeplatz entspannen. Auch eine Frischwasser-Kneippanlage darf natürlich nicht fehlen. Diese findet ihr kurz vor dem Bienenhaus, hinter dem auch direkt die Minigolfanlage und das Hallenbad liegen.

Auf der anderen Seite des Sees, direkt an der Rems kann man von der Aussichtsplattform „Remsdeck“ direkt auf den Remsstrand blicken. Mit Glück sieht man von hier auch einen Eisvogel auf den Steinen sitzen und nach Beute Ausschau halten.

Gehst du nun weiter in Richtung Innenstadt, führt dich der Weg nahe der Rems durch ein Flachwasserbiotop. Hier leben ebenfalls viele Tiere, wie beispielsweise Frösche, Insekten und zahlreiche verschiedene Vögel. Auch einen Hamster habe ich in den Talauen schon gesehen, leider zu kurz für ein Beweisfoto. Das Flachwasserbiotop schließt mit einem tollen Weidenpavillion aus lebenden Weidenbäumen.

Auf gleicher Höhe findest du auch einen kleinen aber wirklich feinen Skateplatz, der immer gut besucht ist. Auch von dieser Seite aus kommst du zum Waiblinger Hallenbad. Übrigens befinden sich vor dem Hallenbad Wohnmobilstellplätze. Solltest du also mobil unterwegs sein, bist du hier richtig gut aufgehoben – allerdings nur für maximal zwei Nächte, dann musst du das Gelände zumindest einmal verlassen.

Begrenzt wird der eigentliche Talauenpark von einer Brücke, über die eine Hauptstraße führt. Aber keine Sorge, wie bereits erwähnt kommst du unterhalb der Brück ohne Straßenquerung auf die Brühlwiese und von dort zur Erleninsel. Für Kinder gibt es neben der Brühlwiese einen tollen Piratenspielplatz, an dem sie sich nochmals richtig austoben können!

Die Erleninsel erinnert mich dann wieder mehr an einen klassischen Stadtpark. Hohe Bäume spenden Schatten. Auf Bänken sitzen immer wieder Leute und genießen die Zeit an der frischen Luft. Einen Selfiepoint mit wunderschöner Aussicht auf die Rems und das Beinsteiner Tor gibt es hier auch. Sportlich ambitionierte treffen sich hier oft zum Frühsport, sei es Joggen oder Gymnastik im Park. Tischtennisplatten und Tischkicker sind vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt.

 

Erleninsel mit Blick auf die Michaelskirche

Und damit man nach einem Spaziergang in der Sommerhitze wieder zu Kräften kommt, kehrt man am besten im Biergarten auf der Erleninsel ein. Nur essen würde ich dort nicht. Sowohl mir als auch einer Freundin hat das Essen bei zwei unabhängigen Besuchen gar nicht geschmeckt. Dazu ist es auch noch teuer. Die Getränkepreise dagegen sind OK und man kann hier defintiv ein Bier oder eine Cola trinken und etwas entspannen.

Toiletten gibt es in der Talaue in der Nähe der Minigolfanlage und im Biergarten (für Besucher), sowie in der Altstadt. Innerhalb der Talaue gibt es keine Möglichkeit, Speisen und Getränke zu erwerben. An der Minigolfanlage gibt es allerdings einen Kiosk und wie bereits erwähnt kann man im Biergarten einkehren.

Tiere in der Talaue Waiblingen

Die Tierwelt in der Talaue ist sehr vielfältig. Hier leben unzählige Vogelarten (auch Eisvögel!), Amphibien (vor allem Frösche und Schildkröten, verschiedene Fische, Hochlandrinder und natürlich viele kleine Nagetiere. Hier sieht du eine Auswahl der Tiere, die ich bereits in der Talaue ablichten konnte.

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Kunst in Waiblingen

Waiblingen ist eine Kunst-Stadt! Überall im öffentlichen Raum findest du Kunstinstallationen, schön gestaltete Brunnen und natürlich auch die Galerie Stihl. In den Parks stehen sehr viele Kunstwerke, wie beispielsweise der „Stahltisch, mit Erde bedeckt“ von Peter Haußmann aus dem Jahr 1995 oder ein wirklich kunstvoller Brunnen von Hüseyin Altin aus dem Jahr 1995.

In der Galerie Stihl werden hauptsächlich Werke aus Papier ausgestellt. Skulpturen oder Büsten sind daher in der Regel hier nicht zu finden. Bisher habe ich es noch nicht geschafft, die Galerie Stihl zu besuchen, aber da sich eine Freundin sehr für Kunst interessiert, werden wird das diesen Winter nachholen. Ich werde euch dann gerne berichten.

Seepferdchenreiter
Galerie Stihl

Brunnen

35 Brunnen findest du über das Waiblinger Stadtgebiet verteilt. Davon sind übrigens auch vier Stück als Trinkbrunnen deklariert! Drei findest du in oder bei der Waiblinger Altstadt. Der vierte ist etwa 15 Gehminuten außerhalb und sogar als Mineralbrunnen deklariert!

Das Wasser der Stadtbrunnen schmeckt übrigens besonders an heißen Tagen sehr gut. Ich bin jedes Mal froh über diese kleine Erfrischung. Selbst ohne Corona habe ich dort aber selten Leute trinken sehen. Das ist vermutlich auch der Grund, wieso die Trinkbrunnen weiter laufen und nicht abgesperrt wurden.

Trinkwasserbrunnen nahe des Hochwachturms

Shopping in Waiblingen

Falls du zum Klamotten shoppen nach Waiblingen willst, wirst du eher enttäuscht sein. Einen H&M, C&A, Cecil, Hunkemöller, DM und Müller gibt es. Daneben noch ein größeres Schuhgeschäft und Douglas.

Waiblingen lebt von den vielen kleinen Läden, in denen du teils noch regionale Spezialitäten findest, wie zum Beispiel bei „Sinnlichkeit in Schokolade„. Aber natürlich sind auch Buchhandlungen, Optiker etc. in der Innenstadt vorhanden.

Zum täglichen Leben ist die Auswahl der Geschäfte in Waiblingen wirklich sehr gut. Ein Shopping-Eldorado wird es aber schon aufgrund der relativ kleinen Ladenflächen sicherlich nicht werden. Dafür fährst du besser nach Metzingen ins Outletcenter. Das ist etwa 50km bzw. rund eine Stunde Fahrzeit entfernt. Oder du fährst nach Stuttgart in die Innenstadt oder ins Milaneo.

Aktivitäten in Waiblingen und um Waiblingenherum

Innerhalb Waiblingen gibt es ja schon so einiges zu tun. Zu ausgewählten Terminen kann man Kanu fahren oder sich im Stand Up Paddeling probieren. In Waiblingen und Umgebung gibt es viele hervorragend ausgebaute Radwege. Und das schöne ist, viele führen durchaus auch durch flachere Gefilde!

In Waiblingen Hegnach gibt es noch eine Mühle, die man auch mal besichtigen kann, die Hegnacher Mühle. Um die Mühle herum kann man auch sehr schön wandern.

Wer es gerne tierisch mag, der ist in der Wilhema, dem Zoo von Stuttgart gut aufgehoben. Aber auch der Tierpark Nymphaea in Esslingen ist einen Besuch wert. Den Besuch dort kann man auch ganz wunderbar verbinden mit einem Ausflug nach Esslingen. Auch dort gibt es viele alte Fachwerkhäuser und einen richtig schönen mittelalterlichen Weihnachtsmarkt.

Wenn du lieber näher an Waiblingen bleiben willst, dann besuche doch einfach die Yburg in Stetten oder mache einen Ausflug nach Weinstadt. Dort kann ich dir besonders Strümpfelbach zum flanieren und spazieren ans Herz legen!

Ausflugstipp: Yburg in Stetten

Rund um meine Heimat Weinstadt gibt es viele weitere schöne Ausflugsziele. Eines davon ist die Yburg in Stetten-Kernen. Die Yburg (manchmal auch Y-Burg geschrieben) ist ein mehr oder weniger quadratischer Bau in den Weinbergen, der zwar in meinen Augen kaum den Begriff „Burg“ verdient, aber wirklich schön gelegen ist und eine unglaublich tolle Aussicht auf das Remstal in Richtung Stuttgart bietet.

Man spricht es übrigens I-Burg und nicht Ypsilon-Burg, wie mancher jetzt vielleicht denken mag. Zwar soll sie auch Yberg oder Eibenburg genannt werden, aber diese Begriffe habe ich von den Einheimischen noch nie gehört. Aber scheinbar lautete der alte Name des Geländes „Eibenberg“. Und das wiederum ist der Ursprung dieses doch recht seltsam anmutenden Namens


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Yburg über der Kelter von Stetten

Über die Yburg

Die Yburg befindet sich oberhalb des Kernener Ortsteils Stetten im Remstal auf 330m über NN. Die ehemalige reine Wohnburg ist von Weinbergen umgeben und direkt in den Hang hinein gebaut. Wehranlagen oder ähnliches findet man auf dem Gelände der Burg nicht. Zur Geschichte der Yburg sagt Wikipedia:

Der genaue Gründungszeitpunkt der Yburg ist unbekannt; sie wurde im frühen 14. Jahrhundert von den Truchsessen von Stetten erbaut. Nach dem Bau der Wasserburg im Tal (1384–1387) verlor die Yburg allerdings zusehends wieder an Bedeutung für die Stettener Herrschaft. Hans von Yberg verkaufte 1443 die Burg mitsamt seinem Anteil am Dorf an das Haus Württemberg. Die 1598 als baufällig beschriebene Burg wurde 1659 wieder instand gesetzt und erhielt ein viertes Stockwerk.

Auf Befehl des Herzogs Carl Eugen von Württemberg erfolgte schließlich 1760/61 der Abriss der Burganlage bis auf die heute noch sichtbaren Außenwände.

Wengerthäusle in den Weinbergen um die Y-Burg

Anreise nach Stetten

Stetten ist leider nicht direkt an die S-Bahn angeschlossen. Vom Bahnhof in Waiblingen fährst du am besten mit der Buslinie 211 nach Kernen-Stetten.

Falls du mit dem Auto kommst, findest du im Ort ausreichend öffentliche Parkplätze. Beachte bitte, dass das Befahren der Wege zwischen den Wengerten nur eingeschränkt erlaubt ist. Das unberechtigte Befahren kann ein Ordnungsgeld nach sich ziehen.

Blick auf Stetten

Weg zur Yburg

Vom Ort aus kommst du über betonierte Wirtschaftswege und über Treppen zu Yburg. Das Befahren der Weinberge ist nur eingeschränkt erlaubt, weshalb die Burg auf legalem Weg für Touristen nur zu Fuß erreicht werden kann. Auch gibt es dort keine Parkplätze. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, über größere Umwege durch die Weinberge ausschließlich über befestigte Wege zur Yburg zu kommen und sie auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl zu erreichen.

Der direkte Weg hinauf ist nicht besonders lang, aber teilweise recht steil. Im oberen Bereich, kurz bevor man zur Burg gelangt, stehen einige Schilder, die über die ansässige Flora und Fauna aufklären. Es wachsen beispielsweise Kakteen und Pfirsichbäume, man kann mit Glück auch Eidechsen sehen. Rund um die Y-Burg und auch in den Gemäuern selber sind seit dem 17. April 2011 16 Skulpturen des Künstlers Karl Ulrich Nuss aus Weinstadt Strümpfelbach aufgestellt.

Nuss-Statue

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Weinprobe der Stettener Weingärtnergenossenschaft

Ende August veranstaltet die Weingärtnergenossenschaft Stetten eine Weinprobe an der Yburg. Als ich 2015 dort war, standen einige Zelte, Tische, Bänke und Sonnenschirme an der Burg, die allesamt gut besucht waren. Ich habe mir damals nur eine Apfelschorle gegönnt. Die Äpfel für die Schorle stammen alle aus der Region. Hier im Remstal wachsen so viele Apfelbäume, dass man die ganzen Äpfel gar nicht essen kann und viele Obstwiesenpächter ihre Äpfel zu Saft verarbeiten lassen.

Außer zum Weinfest gibt es an der Yburg keinerlei Verpflegungsmöglichkeiten. Auch sanitäre Anlagen sind nicht vorhanden. Diese gibt es aber weiter oben auf dem Weinberg am Sängerheim, wo hungrige Wanderer auch einkehren können und ebenfalls einen sehr schönen Blick auf Stetten und die Umgebung haben.

Rund um die Burg

Im direkten Umfeld der Yburg gibt es vor allem Weinberge. Etwas weiter oben auf dem Berg befindet sich dann das Naturdenkmal „Sieben Linden“. Und noch weiter den Berg rauf kommt man an das zuvor erwähnte Sängerheim. Dort im Wald gibt es auch einen schönen Rundwanderweg von etwa 6km Länge.

Da es sich um einen geschotterten Waldweg handelt, ist er wahrscheinlich für Rollstühle nur sehr eingeschränkt geeignet, mit einem Outdoor-Kinderwagen kann man ihn aber sehr gut laufen. Zwar hat man auch die eine oder andere Steigung, aber bei weitem keine so steilen Anstiege wie in den Weinbergen.

Am Sängerheim startet zudem auch die Herzogliche Kugelbahn, ein echter Spaß für Groß und Klein. An den Automaten kann man direkt eine oder mehrere Kugeln kaufen und die einzelnen Stationen besuchen. Das Ziel der Kugelbahn ist der Klettergarten.

Das Remstal ist wirklich sehr schön, und wer einmal nach Stuttgart oder Umgebung kommt, sollte einen Abstecher dorthin in Erwägung ziehen. Ganz besonders im Spätsommer, wenn der Wein reif wird und sich das Laub verfärbt kann, ich jedem nur empfehlen, das Remstal zu besuchen! Einen wunderschönen Ausblick auf die untergehende Sonne hat man gleich dazu.

Blick auf einen Teil der Herzoglichen Kugelbahn




Dieser Beitrag erschien zuerst am 29. September 2015 und wurde im Juli 2020 vollständig überarbeitet

Urlaub zu Hause – so schön ist meine Heimat: Weinstadt

Weinstadt Endersbach

Sommerurlaub, ja oder nein? Bis Pfingsten jedenfalls geht 2020 in Deutschland gar nichts. Jetzt heißt es Urlaub zu Hause. Langweilig? Kennst du alles schon? Bist du dir da ganz sicher? Wenn ich dich jetzt nach den schönsten Orten im Umkreis von 5km um deinen Wohnsitz herum befragen würde, was würdest du antworten?

Diese Frage habe ich auch anderen Bloggern gestellt. Noch bis zum 31. Mai sammle ich Beiträge für eine Blogparade zum Thema „Urlaub zu Hause – so schön ist meine Heimat“. Die hast keinen Blog, möchtest aber trotzdem gerne mitmachen? Schicke mir einfach eine Nachricht über das Kontaktformular und ich erkläre die, wie es geht.


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Weinstadt - Kultur trifft Natur

Ich wohne jetzt bereits seit ziemlich genau sechs Jahren in Weinstadt im Remstal. Genauer in Endersbach, praktisch schräg gegenüber vom Bahnhof. Am 1. Mai 2014 hat es uns beruflich hier her verschlagen. Anfangs wurde ich mit Land und Leuten nicht wirklich warm. Mittlerweile bin ich sehr froh, dass wir genau hier wohnen wo wir wohnen.

Was macht Weinstadt aus? „Die größte Rebanbaufläche im Remstal, das zweitschönste Dorf Deutschlands, Geburtsort von Friedrich Silcher, das traditionsreichste Kirbefest der Region“. So stellt sich Weinstadt auf www.weinstadt.de vor. Rund 27.000 Menschen wohnen in Weinstadt, das 1975 aus den traditionsreichen Weinorten Beutelsbach, Endersbach, Großheppach, Schnait und Strümpfelbach hervorgegangen ist. Weinstadt liegt auf etwa 241m Höhe, wobei das nur ein Durchschnittswert ist.

2019 fand im Remstal und somit auch in Weinstadt die Remstal-Gartenschau statt. Zur Vorbereitung wurden daher viele Aussichtspunkte erneuert und auch rund um die Rems hat sich einiges getan. Viele Wanderwege wurden erneuert und Radwege ausgebaut. Viele dieser wunderschönen Stellen möchte ich euch heute vorstellen. Nicht alle haben aktuell geöffnet, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das vorbei geht.

Weinstadt Endersbach

Ich wohne im Stadtteil Endersbach, dem zweitgrößten Ortsteil von Weinstadt nach Beutelsbach (gemessen an der Einwohnerzahl). „Erst“ im 13. Jahrhundert wurde Endersbach das erste Mal erwähnt. Bewohnt war die Gegend aber schon viel früher. Und schon seit 1860 ist Endersbach ans Eisenbahnnetz angeschlossen.

Kennst du die Firma Birkel? 1909 zog sie von Schorndorf nach Endersbach. Nachdem die Firma an Danone verkauft wurde, wurde der Standort Endersbach jedoch 1998 geschlossen. Das lange zu wenig genutzte Birkelareal soll jedoch zukünftig wieder ausgebaut werden und neue Firmen sollen sich hier ansiedeln.

Was Endersbach heute jedoch hauptsächlich auszeichnet ist die Einkaufsstraße. Viele kleine Läden aus den verschiedensten Branchen laden zum Bummeln und gemütlichen Shoppen ein. Große Ketten sucht man hier aber vergebens. Exklusive Boutiquen, Blumenläden, eine Parfümerie, Restaurants, Cafés, einer der besten Supermärkte der Region prägen das Stadtbild.

In Endersbach gibt es auch gelegentlich kleine Verkaufsstände auf privaten Höfen. Du kannst dir dort selbst angebautes Obst, Gemüse oder auch mal Marmelade nehmen. Das Geld legen ehrliche Menschen in die Kassen, die dort stehen. Das scheint hier noch super zu funktionieren, denn die Stände finden sich schon seit vielen Jahren im Ort. Zur Corona-Zeit haben sogar die Blumenläden ihre Ware ausgelegt und darauf vertraut, dass niemand etwas klaut. Ein Beweis dafür, wie lebenswert, freundlich und ehrlich diese Stadt ist.

Auch wenn sich die meisten vermutlich einig sind, dass Endersbach nicht der allerschönste Ortstteil ist (hier gibt es viele Neubauten), fühle ich mich hier sehr wohl. Denn in Endersbach gibt es auch gemütliche kleine Gassen, vor allem um’s alte Rathaus herum mit einigen alten Fachwerkhäuschen und engen Gässchen.

Dort findest du auch das Endersbacher Heimatmuseum, das ich bisher leider noch nie besucht habe. Die Sammlung behandelt schwerpunktmäßig die bäuerliche Wohn- und Arbeitswelt des 18. und 19. Jahrhunderts und umfasst landwirtschaftliche und Weinbau-Geräte, Küchenutensilien, Möbel, Ofensteine, Werkzeug, Kleidung sowie Objekte aus Kirche und Schule. Unterhalb des Rathauses befand sich die Fischer’s Mühle, die nun aber geschlossen sein soll. Im Biomarkt gegenüber vom Rathaus kannst du aber weiter einkaufen.

 

Rathaus und Heimatmuseum
Gasse zwischen Rathaus und Museum

Die übrigen Ortsteile von Weinstadt

Alle Ortsteile liegen im Umkreis von 5km um meinen Wohnort herum und haben alle ihren ganz eigenen Charme. Im Folgenden stelle ich sie euch kurz vor, demnächst wird es hier auch eine etwas ausführlichere Vorstellung von Strümpfelbach und Beutelsbach geben.

Weinstadt Beutelsbach

Beutelsbach ist mit über 8800 Einwohnern der größte und auch älteste Stadtteil von Weinstadt. Die erste Erwähnung gab es bereits im Jahr 1080. In Beutelsbach befindet sich nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Remstalkellerei mit dem ältesten Holzfasskeller Süddeutschlands. Viele kleine Cafés und alte Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild von Beutelsbach. Beutelsbach ist wie Endersbach auch das Schienennetz angeschlossen.

Am Remstalkino an einem nebligen Morgen

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Weinstadt Schnait

Der Wein- und Silcherort Schnait ist der Geburtsort des Pianisten Philipp Friedrich Silcher. Zwischen Weinbergen und Streuobswiesen liegt dieser Stadtteil im Schweizerbachtal. Hauptattraktion des Ortes ist das Silcher-Museum das vom Chorverband geführt wird. Auch sehr schön ist der Skulpturenweg des Bildhauers Ludwig Heeß, der durch die Weinberge Schnaits führt.

Weinstadt Schnait

Weinstadt Großheppach

Der hübsche Ortstteils Großheppach liegt malerisch zwischen Rems und Weinbergen. Seine bedeutensten Wahrzeichen sind das private Renaissanceschloss, eine Kirche mit (für diese Region ungewöhnlicher) Welscher Haube und das Kriegsratdenkmal.

Außerdem kann man hier das älteste Fachwerkgebäude im Rems-Murr-Kreis, das Privathaus Am Heuhaus 2 aus dem Jahr 1426 bestaunen. Ein gut ausgebauter Fuß- und Radweg führt von Großheppach über Endersbach bis hin nach Waiblingen.

Blick auf Großheppach
Sonnenaufgang in den Großheppacher Weinbergen

Weinstadt Strümpfelbach

Der urigste und in meinen Augen schönste Stadtteil ist Strümpfelbach. Der Ortkern entlang der Hauptstraße wird bestimmt von wunderschönen alten Fachwerkhäusern. Im Ort und in den umliegenden Weinbergen kannst du zahlreiche Skulpturen des Künstlers Künstlers Prof. Karl Ulrich Nuss bestaunen.

Außerdem ist noch eine der im 16. Jahrhundert erbauten Keltern erhalten, die heute vor allem als Veranstaltungsort genutzt wird. Die Spazierwege rund um um den Ort sind meiner Meinung nach auch die schönsten von Weinstadt. Vielleicht weil man eine so tolle Aussicht auf diesen malerischen Ort hat? Strümpfelbach ist übrigens auch der geografische Mittelpunkt der Region Stuttgart.

Weinstadt Strümpfelbach

Natur und Kultur für Wanderfreunde in Weinstadt

Weinstadt, und damit auch Endersbach ist umgeben von vielen Weinbergen. Die vielen Wege zwischen den Wengerten, wie die Weinberge hier im Schwäbischen genannt werden, laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Wusstest du, dass ein Weinberg nicht unbedingt ein Berg sein muss, sondern viel mehr die Anbaufläche eines Winzers bezeichnet? 14 Wanderwege rund um Weinstadt, von denen viele am Bahnhof von Endersbach beginnen.

Auf den Wanderungen kommst du an vielen wunderschönen Orten vorbei, von denen ich dir einige im nächsten Abschnitt vorstellen möchte.

 

Die schönsten Plätze im Umkreis von 5 Kilometern

Urlaub in der Heimat muss gar nicht langweilig sein. Weinstadt jedenfalls hat so unglaublich viel zu bieten, dass einem hier gar nicht langweilig werden kann. Das ganze Jahr über finden Kulturveranstaltungen statt – bis auf 2020, wegen der Corona-Krise. Doch auch ohne Weindorf, Jazztage oder Blütenfest gibt es viele schöne Orte und Plätze im Umkreis von ca. 5km um den Endersbacher Bahnhof herum zu entdecken.

Das Landgut Burg dient heute hauptsächlich als Tagungsort. Von dort oben hast du aber eine unglaubliche Aussicht auf Weinstadt, das Remstal und noch viel weiter. Der Parkplatz am Landgut dienst als Ausgangspunkt für schöne Spaziergänge durch die Weinberge und Wälder. Nicht weit von hier gibt es auch einen Trimm-Dich-Pfad für besonders Sportliche.

Im 16. Jahrhundert entstand zwischen Endersbach und Strümpfelbach ein jahrzehntelanger Streit über die nach wie vor gemeinsamen Wälder, nachdem zuvor die gemeinsame Markung aufgeteilt wurde. 1793 wurde dieser Streit durch Herzog Carl Eugen von Württemberg geschlichtet. Heute erinnert der so genannte Karlstein an die Beilegung des Streits. Vom Landgut Burg kannst du den Karlstein in wenigen Gehminuten erreichen. Hier gibt es auch einen öffentlichen Grillplatz.

 

Karlstein Weinstadt



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Etwas unterhalb des Landgutes befindet sich ein kleiner Aussichtsturm, das Schützenhüttle-Esel. 1774 von Endersbach als Unterstand für Weinbergschützen erbaut, dient er heute vor allem als beliebter Aussichtspunkt. Weinbergschützen hatten die Aufgabe, die Weinberge vor Tieren und Dieben zu beschützen.

Schützenhüttle-Esel in Weinstadt
Schützenhüttle-Esel im Nebel

Die schönsten Aussichtspunkte auf Beutelsbacher Seite ist unbestritten das Remstalkino bei den Drei Riesen. Mehrere Sitzreihen mit Blick zum Sonnenuntergang laden jeden Abend dazu ein, den Tag bei einem Gläschen Wein ausklingen zu lassen. Achtung: Der zugehörige Parkplatz liegt etwas oberhalb des Remstalkinos an der Schönbühlstraße.

Oberhalb von Großheppach kannst du auf der Aussichtsplattform Luitenbächerhöhe ebenfalls den Abend ausklingen lassen. Geplant war, dass an den Wochenendabenden ein Weinverkauf stattfindet, aktuell ist aber dieser wie auch die meisten übrigen Aussichtspunkte leider gesperrt.

Im Nachbarort Stetten liegt dir Ruine der Y-Burg inmitten der Weinberge mit einem wunderschönen Blick auf Stetten, einem Nachbarort von Weinstadt. Zu Fuß sind es keine 5km bis dort, mit dem Auto knapp 6km.

 

Und dann ist da natürlich noch die Rems. Über viele Kilometer kannst du an der Rems entlanglaufen, joggen oder Radfahren. Ob bei Sonne oder Regen, im Sommer oder Winter, auf den gut ausgebauten Wegen kann man zu jeder Jahreszeit die wunderschöne Natur genießen.

Rems in Weinstadt Endersbach

Urlaub zu Hause

In direkter Umgebung meines Wohnortes gibt es wie du siehst so viel zu sehen und zu erleben, dass es sich oft so anfühlt, als ob ich hier in Urlaub wäre. Also selbst wenn Reisen ins Ausland in diesem Jahr nicht möglich sein sollten hat das Remstal so viel zu bieten. Alle hier vorgestellten Plätze und Ortschaften kann man zu Fuß vom Endersbacher Bahnhof aus erreichen. Weiter weg, aber dennoch gut zu erreichen sind die Y-Burg oder die Hörschbachtal-Wasserfälle.

Was gibt es in deiner Umgebung schönes zu entdecken? Was sind deine Lieblingsorte bei dir daheim? Ein schöner Park, eine lebhafte (Einkaufs)Straße eine moderne Siedlung? Wenn du Lust hast, berichte mir von den schönsten Plätzen bei dir daheim in einem Kommentar oder beteilige dich bis zum 31. Mai 2020 an der Blogparade Urlaub zu Hause – so schön ist meine Heimat.

Ausflugstipp Wasserfälle im Hörschbachtal

Manchmal schaue ich einfach auf Google Maps, was es in meinem Umfeld für Fotospots und Sehenswürdigkeiten gibt. So bin ich auch Ende April darauf gestoßen, dass es in der Nähe von Murrhardt zwei Wasserfälle gibt, die Wasserfälle im Hörschbachtal. Murrhardt liegt etwa 50km noröstlich von Stuttgart.

Eine weitere Recherche bei Google hat ergeben, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, die Wasserfälle zu erwandern. Der 10km Wanderweg fiel direkt aus, da er als schwer klassifiziert wurde. Also blieb nur die kurze Version vom vorderen zum hinteren Wasserfall. Aber auch dieser Weg ist als nicht einfach ausgeschrieben. Und da ich wenig Lust hatte, den Bach ohne Brücke dafür mit meiner nicht wasserfesten und recht wanderuntauglichen Kameraausrüstung zu durchwaten, habe ich entschieden, dass für meinen ersten Besuch die Light-Version ausreichen muss.

Anreise zu den Hörschbachtal-Wasserfällen

Idealerweise reist man mit dem Auto an. Die 10 Kilometer lange Wanderroute startet am Bahnhof und kann entsprechend auch mit der Bahn erreicht werden. Ansonsten sind die Wasserfälle mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar.

Um zum vorderen Wasserfall zu kommen parkst du am besten auf Parkplatz 2. Den hinteren Wasserfall erreicht man entweder ab P2, sofern man den Weg durch die Schlucht nimmt oder, was kürzer und leichter ist, ab P4. Übrigens gibt es am Parkplatz 3 eine Grillstelle.

Hörschbachtal-Wasserfälle - Vorderer Wasserfall

Den Vorderen Wasserfall vom Hörschbachtal erreicht man recht einfach. Man kann ziemlich direkt am Wasserfall parken (Parkplatz P2) und murr nur etwa 100m in den Wald hinein laufen. Und schon kommt man oberhalb des Wasserfalls aus. An dieser Stelle kann man den Bach über eine kleine Holzbrücke überqueren. Aber Achtung, die Brücke hat kein Geländer! Da man hier aber nur einige Zentimeter tief fallen würde, ist das Überqueren selbst mit ausgeprägter Höhenangst kein wirkliches Problem.

Vorderer Wasserfall Hörschbachtal

Schwieriger hingegen wir der Abstieg zum Wasserfall. Auch hier gibt es keine Sicherung. Man muss über viele Wurzeln und stufenähnlich angelegte Holzbretter klettern. Zudem hat ein umgestürzter Baum den Abstieg noch zusätzlich erschwert. Bei Regen oder Eis muss man hier wirklich doppelt vorsichtig sein, denn es geht doch einige Meter in die Tiefe. Abstürzen will man hier jedenfalls nicht!

Unten angekommen hat man einen tollen Blick auf den Wasserfall, der an dieser Stelle etwa 5 Meter an der Engelhofer Platte in die Tiefe stürzt. Die Engelhofer Platte befindet ist Steinmergelbank an der Grenze zwischen dem mittleren und oberen Gipskeuper mit tonigen Schichten im Liegenden (Quelle und weitere Infos zur Geologie am Wasserfall und Hörschbachtal findest du HIER)

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Vorderer Wasserfall Hörschbachtal
Vorderer Wasserfall Hörschbachtal

Da es schon länger nicht mehr geregnet hat, war der Wasserfall relativ klein und schwach. Entschädigt hat dafür aber die Tatsache, dass man ein wenig ins Bachbett hinein konnte um von dort aus schöne Bilder zu machen. Ein wenig musste ich an eine Dschungellagune denke. Außer einem weiteren Fotografen, der aber schon bald von Dannen zog war noch niemand da. Nur die Vögel haben gezwitschert, es waren keine Autos zu hören. Herrlich diese Ruhe! Gut, es war auch erst etwa viertel nach Acht. Da sitzen die meisten Sonntagsausflügler noch gemütlich beim Frühstück.

Vorderer Wasserfall Hörschbachtal
Vorderer Wasserfall Hörschbachtal von oben

Hörschbachtal-Wasserfälle: Hinterer Wasserfall

Um die Light-Version der Wanderstrecke noch mehr zu verkürzen ging es dann mit dem Auto zum Parkplatz P4. Von dort führt ein gut ausgebauter Forstweg durch das Hörschbachtal zum Hinteren Wasserfall. Der Weg ist auch sehr gut ausgeschildert und etwas über einen Kilometer lang.

Zunächst geht es größtenteils bergauf. Die letzten Meter geht es wieder runter zum Rastplatz oberhalb des hinteren Wasserfalls. Dort am Bachlauf gibt es eine kleine Schleuse, die man per Hand öffnen kann. Dank der Schleuse kann man auch in Zeiten, in denen der Bach weniger Wasser führt, den imposanten Wasserfall bewundern. Zumindest kurzzeitig.

Auf dem Weg zum Hinteren Wasserfall Hörschbachtal
Auf dem Weg zum Hinteren Wasserfall Hörschbachtal

Denn als ich gerade im Bach stand, hat jemand oben die Schleuse geöffnet. Hätte er mich mal vorgewarnt, ich hätte noch viel mehr tolle Bilder machen können! Allerdings war schon nach kurzer Zeit wieder alles vorbei und der Wasserfall wieder zu einem Rinnsal geworden.

Der Abstieg zum unteren Bereich des hinteren Wasserfalls ist übrigens noch schwieriger als am vorderen Fall. Festes Schuhwerk und ein aufgeprägter Gleichgewichtssinn sind hier mehr als hilfreich. Auch hier gibt es keine Geländer, die den Weg absichern. Die Stufen verdienen diesen Namen eigentlich gar nicht.

Schleuse am Hinteren Wasserfall Hörschbachtal

Trotzdem solltest du den Abstieg wagen. Die Luft in der Schlucht war unglaublich. Feucht-warm und ich habe mich fast wie in einer Dschungel-Lagune gefühlt. Dazu das Zwitschern der Vögeln und das Plätschern des Baches. Es war so entspannend! Aber sei vorsichtig, denn wenn jemand die Schleuse öffnet, dann kommt eine ganz schöne Menge Wasser herunter. Du solltest dann nicht im Bachlauf stehen (wovor ja ohnehin gewarnt wird. Glücklicherweise hört man das Wasser noch bevor man es sieht.

Nachdem man den Hinteren Wasserfall genossen hat, kann man oben noch ein kleines Picknick machen und sich für den Rückweg stärken. In der Nähe gibt es anscheinend auch ein kleines Restaurant, das aber krankheitsbedingt geschlossen war. Somit kann ich auch nicht sagen, ob sich ein Besuch dort lohnen würde. Falls du in der Gegend bist, dann sieh dir die Wasserfälle auf jeden Fall an.

Hinterer Wasserfall Hörschbachtal mit wenig Wasser
Hinterer Wasserfall Hörschbachtal nachdem die Schleuse geöffnet wurde

Detaillierte Infos zur 10 km-Wanderroute inklusive einem Link zum Wanderwalter gibt es HIER (für den Wanderwalterlink ganz nach unten scrollen).

Wusstest du, dass es diese beeindruckenden Wasserfälle gibt? Warst du vielleicht schon einmal dort? Bitte vergiss nicht, mir einen Kommentar zu hinterlassen und den Beitrag zu teilen.

Rundwanderweg 3 bei Nassach – Einmal Hin und Zurück

Deutschland ist des Deutschen liebstes Reiseland. Wieso? Weil es wunderschön ist! Viele schöne Orte liegen einfach etwas versteckt und außerhalb der großen Touristenorte. So zum Beispiel das Nassachtal, das ich euch heute vorstellen möchte.

Ein sonniger Sonntagmorgen in der zweiten Augusthälfte 2017, ich war superfrüh wach und habe beschlossen, in aller Frühe in den Wald zu fahren und Fotos zu machen. Zum ersten Mal wollte ich den Rundwanderweg Nr.3 in der Nähe von Nassach bewandern. Auf einem Wanderparkplatz habe ich kurz zuvor ein Schild gefunden, dass den Parkplatz zeigte, von dem aus es losgehen sollte.


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Landschaftsschutzgebiet Nassachtal

Seit 1982 ist das Nassachtal als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Es liegt in den beiden Landkreisen Göppingen und Rems-Murr-Kreis. Insgesamt umfasst das Nassachtal 2166,6 Hektar im Einzugsbereich der Nassach, einem rund 6 km langen Bach im Schurwald. Der etwas größere Teil mit 1171,6 hs liegt dabei im Rems-Murr-Kreis. Besonders die naturnahen Landschaften sollen in de Landschaftsschutzgebiet geschützt werden.

Nassach bei Uhingen

Der Ort Uhingen liegt 35km östlich von Stuttgart, zählt rund 15.000 Einwohner und gehört zum Landkreis Göppingen. Der Hauptort erstreckt sich über die zwei Berghänge Haldenberg bzw. Wurmberg und Wasserberg und das dazwischen liegende Filstal. Zu Uhingen gehören auch die Örtchen Nassach und Nassachmühle, zwischen denen der Wanderweg liegt, den ich dir hier vorstelle.

Tal der Frohen

Willkommen im „Tal der Frohen“. So wirst du begrüßt, wenn du mit dem Auto durch dieses unglaublich malerische Tal einfährst. Woher der Name „Tal der Frohen“ offiziell kommt, weiß ich nicht, aber wer durch Nassach durch fährt, der sieht schnell, dass der Name zumindest sehr passend gewählt ist. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und alles wirkt so ruhig und entspannt und gar nicht hektisch!

Ich habe mich also morgens in mein Auto gesetzt, natürlich mit Frühstück, Wasser und meiner Kamera ausgestattet und bin losgefahren. Es war ganz kurz nach Sonnenaufgang, so dass ich Gelegenheit hatte, bei Manolzweiler richtig schöne Fotos von der gerade aufgegangenen Sonne zu machen! Aber eigentlich war mein Plan ja in den Wald zu gehen, also bin ich auch kurz darauf weitergefahren.

Etwas versteckt liegt ein sehr kleiner Parkplatz, von wo aus man zur Rundwanderung starten kann. schon an der ersten Kreuzung kann man wählen, ob man den Rundwanderweg Nr. 3 oder 4 geht. Ich habe mich für 3 entschieden, da dieser Weg kürzer sein sollte.

Rundwanderweg Nr. 3

Die Beschilderung war anfangs recht gut, die entsprechende Nummerierung einfach zu finden. Doch schon bald kam ich an eine weitere Kreuzung. Von da an war leider nicht ersichtlich, wo ich genau lang musste. Also bin ich erst einmal geradeaus gelaufen.

Nach etwa 10 Minuten plötzlich das: Sackgasse. Das war also der falsche Weg. Also wieder zurück. Der Rückweg war fast noch schöner als der Hinweg, da einzelne Nebelschwaden durch Wald zogen  und dem ganzen etwas mystisches verliehen. Einerseits die Sonne, die durch die Blätter schien, andererseits der Nebel. Wunderschön!

Nach weiteren 10 Minuten kam ich also zurück an die Kreuzung, an der ich geradeaus gelaufen bin. Da ich mir vorher ganz grob die Karte angeschaut hatte, habe ich entschieden, dass links herum wohl der richtige Weg sein müsste, den Berg hinauf. Die Steigung war zunächst moderat und angenehm zu gehen. Doch das sollte sich auch bald ändern. Etwa auf Höhe der Sackgasse machte der Weg einen Knick nach links. Dahinter lag ein steiler, nicht wirklich ausgebauter Weg voller Steine und Matschlöcher.

Nun gut, dass der Weg nicht flach sein würde, war mir ja klar. Aber nicht mehr viel und ich hätte eine Bergsteigerausrüstung benötigt. Trotz allem machte ich mich an den Aufstieg. Herrlich, so früh am Morgen, wenn noch niemand anderes im Wald unterwegs ist, das Licht golden durch die Blätter fällt und man nichts außer den Vögeln hört!

Ich gebe auf...

Oben angekommen bin ich rechts abgebogen. Theoretisch hätte dies der richtige Weg sein müssen. Leider habe ich auch hier keine Beschilderung gesehen. Nach etwa 10 Minuten habe ich entschieden, wieder umzudrehen, da der Handyempfang nicht besonders gut war und ich nicht den blassesten Schimmer hatte, ob ich wirklich richtig bin.

Auf dem Rückweg habe ich noch die eine oder andere Abzweigung genommen und wunderschöne, fast mystische Orte im Wald entdeckt, die man vom Hauptweg aus gar nicht sehen kann. Keine Sorge, ich bin auf Forstwegen geblieben und nicht wild durch den Wald gelaufen. Der eine oder andere Platz lud zum Verweilen und Frühstücken ein. Daher hatte ich keine Eile, wieder zum Auto zurückzukommen. Doch irgendwann habe ich das Auto dann doch wieder erreicht.

Rundgewandert bin ich an diesem Morgen zwar nicht, trotzdem habe ich wunderschöne Orte im Wald gefunden. Und im nächsten Frühjahr klappt es bestimmt auch mit dem restlichen Weg.

Kennt ihr das Nassachtal? Was sind eure Tipps für Rundwanderungen?