Sanja Matsuri in Tokyo Asakusa

In meinem letzten Beitrag habe ich dir bereits Asakusa in Tokyo vorgestellt. Ich habe dir die Tempelanlage, aber auch einige Seitenstraßen gezeigt. Was ich dir in dem Beitrag noch nicht erzählt habe, als wir da waren, hat gerade das berühmte Sanja Matsuri stattgefunden! Ein Matsuri ist ein Fest oder Festival.

In sommerliche Yukata gekleidete Feiernde


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Das historische Sanja Matsuri (三社祭)

Das Sanja Matsuri (wörtlich: Drei-Schreine-Festival) in Asakusa findet an jedem dritten vollen Wochenende im Mai statt. Während des Matsuris ehrt man die drei Gründer des Sensō-ji. Falls du mehr über die Gründung des Tempels erfahren willst, dann solltest du vorher unbedingt meinen Beitrag über Asakusa gelesen haben. Das Sanja Matsuri ist übrigens eines der drei größten Festivals in Tokyo. Etwa zwei Millionen Besucher sollen das Festival besuchen, das von Freitag bis Sonntag geht. Es war zwar schon unglaublich voll, aber dass es so viele Menschen sein sollten ist wirklich schwer vorstellbar. Vielleicht liegt es daran, dass sich doch alles recht gut Verlaufen hat und wir nie das Gefühl hatten, eingequetscht zu werden.

Ein Mikoshi aus der Nähe

Das Fest geht zurück bis ins siebte Jahrhundert. In der Zeit war es unter anderem auch als „Kannon Matsuri“ oder „Asakusa Matsuri“ bekannt. Die heute Form des Sanja Matsuris gibt es seit der Edo Periode. Im Jahr 1649 begann der Bau des Asakusa Schreins und legt damit die Grundlage für das Fest. Heute werden fast 100 Mikoshi (das sind kleine, tragbare Schreine) von den Nachbarschafts-Vereinen durch die Straßen getragen und rhythmisch auf und ab bewegt. In den Schreinen sitzen kleine Shinto-Gottheiten, die den Anwohnern Glück und gute Geschäfte bescheren sollen. Der Asakusa Schrein stellt die drei größten Mikohi. Diese werden am Sonntag gezeigt.



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Das Sanja Matsuri heute

Das Fest beginnt am Freitag mit der Großen Parade (Daigyōretsu, 大行列). An der Parade nehmen Priester, Stadtvertreter Geishas, Musiker oder auch Tänzer teil, die Kostüme aus der Edo-Periode tragen. Die Parade endet am Sensō-ji und Asakusa Schrein mit einer Shinto-Zeremonie. Nach der Zeremonie findet ein traditioneller Tanz statt, mit dem um eine reiche Ernte geben wird. Am Abend werden die ersten sechs Mikoshi durch die Straßen getragen. Ein solcher Mikoshi wiegt mehrere hundert Kilogramm und wird immer von vielen Männern und vereinzelt auch Frauen getragen. Jede Miskoshi-Trägergruppe trägt dabei ihre eigene Festival-Jacke, Happi genannt. Aber auch innerhalb einer Gruppe gibt es Unterschiede, so tragen Neulinge andere Happi als erfahrene Mikoshi-Träger.

Einen Mikoshi zu tragen ist harte Arbeit

Ein Mikoshi in den Straßen Asakusas

Am Samstag werden die beinahe 100 Mikoshi aus den 44 Nachbarschaftsgebieten des Distrikts durch die Straßen getragen. Die Träger bringen die Mikoshi zum Sensō-ji und Asakusa-Schrein, wo sie gesegnet werden, bevor sie wieder in ihre Nachbarschaft zurückgetragen werden. Dort sollen sie dann Glück und Wohlstand verbreiten.

Wie bereits erwähnt werden am Sonntag die drei bedeutendsten Mikoshi durch die Straßen getragen. Der Tag beginnt bereits früh um 6 Uhr. Hunderte Feiernde, in Nachbarschaftsgruppen zusammengeschlossen, kämpfen darum, einen der drei Mikoshi tragen zu dürfen. Besuchern ist in dieser Zeit der Zugang zur Tempelanlage aus Sicherheitsgründen nicht gestattet. Die drei Hauptschreine werden anschließend ab etwa 8 Uhr durch die Straßen Asakusas getragen und besuchen alle 44 Nachbarschaften, um anschließen wieder zum Sensō-ji zurückzukehren.

Rund um das Sanja Matsuri

Während des Sanja Festivals wird auch für das leibliche Wohl gesorgt. Wie du sicherlich in meinem Asakusa-Beitrag gelesen hast, kannst du auf der Nakamise Dori sehr viel zu essen kaufen. Dazu gibt es noch weitere Stände, die auf dem Tempelgelände stehen. Wir haben zwar sehr gut gefrühstückt, aber ich wollte trotzdem unbedingt eine Portion Takoyaki haben! Mir haben die Tintenfischbällchen sehr gut geschmeckt, die anderen waren aber nicht so wirklich überzeugt. Einige Getränkestände versuchen, den Kunden ziemlich abgefahrene Getränke anzudrehen, wie zum Beispiel „Blutkonserven“ (Tenteki Juice, also Säfte) oder bunte Flüssigkeiten in Glühbirnen.

Bunte Säfte in Glühbirnengläsern

Takoyaki

Takoyaki – Tintenfischbällchen

Beim Herumschlendern haben wir auch kleine Bühnen gesehen, auf denen Musiker gesessen haben und mit traditionellen Musikinstrumenten musiziert haben. Es gibt auch Geishas-Auftritte, von denen haben wir dort aber nichts mitbekommen, leider. Allerdings hätte es auch Geld gekostet, sich den Geisha-Auftritt anzuschauen.

Musiker beim Sanja Matsuri

In einer Einkaufsstraße stand ein Mikoshi, den ich mir einmal aus der Nähe anschauen konnte. Sie sind wirklich extrem detailliert und mit wunderschönen Verzierungen versehen. Oft finden sich Bilder, wie zum Beispiel welchen von Kranichen auf ihnen.

Details eines Mikoshi

Auch wenn sich in den drei Tagen fast zwei Millionen Menschen versammeln, so hatte ich irgendwie nie das Gefühl, dass es unangenehm voll wäre. Da ist der Düsseldorfer Karneval eindeutig schlimmer. Falls du die Gelegenheit hast, dann solltest du dir dieses Matsuri unbedingt anschauen! Im Jahr 2019 findet das Sanja Matsuri vom 17. – 19. Mai statt.

Kennst du das Sanja Matsuri? Warst du schon auf einem Matsuri in Japan? Berichte mir doch davon in einem Kommentar. Und wenn dir der Beitrag gefallen hat, vergiss auch nicht ihn zu teilen!

 

 

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17 Discussion to this post

  1. Marion sagt:

    Was für tolle Bilder. Als wenn man selbst dabei wäre. Da hast du deine Reise ja perfekt geplant gehabt, um dabei gewesen zu sein. Also ist Mai die Beste Reisezeit?

    • Ja, Mai vor der Regenzeit oder Oktober sind toll. Im Oktober verfärben sich die Blätter und alles sieht richtig schön bunt aus, rot und gelb. April ist auch gut, zur Kirschblüte. Aber das Wetter ist im Mai noch am besten, warm aber nicht zu heiß.

  2. Wow, so viele Details. Das muss ja echt aufregend sein! Bisher kannte ich es noch nicht, danke für die Vorstellung!

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com und thepawsometyroleans.com

  3. Avaganza sagt:

    Das klingt toll! Ich finde es besonders schön wenn man abseits von Touristenpfaden eine Stadt bzw. ein Land kennenlernen kann. Deine Bilder sind wieder einmal beeindruckend … du fängst immer so wundervolle Details sein <3!

    Liebe Grüße
    Verena

  4. Sarah sagt:

    Oh wow! Ganz toller Artikel. Ich möchte ja auch unbedingt nochmal Richtung Japan. Wir waren vor Jahren mal in Shanghai, dass was schon crazy :) Ich liebe solche Länder einfach! Sieht auf jeden Fall schön bunt aus auf dem Fest, war sicherlich ein toller Tag :)

    Liebst,
    Sarah von http://www.vintage-diary.com

  5. Liebe Tanja!

    Japan möchten mein Freund und ich auch unbedingt einmal bereisen. Was ich auf Reisen auch besonders mag, sind Veranstaltung, die an das jeweilige Land angepasst sind. Ich finde ja, da bekommt man noch so viel mehr von den Leuten und der Kultur mir.

    Die Veranstaltung klingt auch super spannend :)

    Lieben Gruß,
    ❤ Alice von alicechristina.com

  6. Merlin sagt:

    Wow was für ein cooler Artikel! Danke für den Einblick und die tollen Fotos. Ich bin immer wieder begeistert von Japan und der dortigen Kultur, von daher danke für deine Story.

    Lg Merlin

  7. Wow, ich bin begeistert. Von den Festivitäten habe ich von meinem japanischen Freund bereits viel gehört. Irgendwann muss ich unbedingt mal Japan besuchen!

  8. Ina Apple sagt:

    Also da würde ich auf jeden Fall schon alleine wegen dem Essen dieses Festival besuchen. Aber auch die Schreine und das Drumherum sehen sehr interessant aus. Tokyo steht sowieso schon auf meiner Reise-Buckt-List, da merke ich mir deine Tipps gleich.
    LG Ina

  9. Mo sagt:

    Deine ausführlichen Japan Berichte begeistern mich jedes Mal von neuem. Und jedes Mal schicke ich meiner Freundin, die auch großer Japan Fan ist, deinen Beitragslink zu.
    Sollte sich mein Traum von einem Besuch in Japan erfüllen, werde ich deine Berichte als Vorlage für die Reiseplanung nehmen.

    Liebe Grüße,
    Mo

  10. ich finde es immer super schön, wenn man auf Reisen ist und dann gerade ein bestimmtes Festival oder auch ein Nationalfeiertag zur selben Zeit stattfindet! als ich in Nepal war konnte ich so z.B. Hioli live miterleben – so lernt man die Kultur eines Landes doch am besten kennen :)

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  11. Drei-Schreine-Festival hört sich sehr interessant an. Ein riesiger Event. Der Mikoshi ist beeindruckend, danke für Deine tollen Bilder.
    Alles Liebe
    Annette

  12. Ein wirklich interessanter Artikel. Das klingt wirklich weit ab von den klassischen Touristenpfaden – auch wenn sich an drei Tagen zwei Millionen Menschen versammeln.
    Die Drinks sind wirklich „besonders“ auch wenn es nicht besonders natürlich aussieht :-)

    Liebe Grüße aus dem https://wellspa-portal.de Katja

  13. Sabrina sagt:

    Wow das ist schon echt beeindruckend.
    Tolle Bilder und vielen Dank für den Beitrag.
    Unsere Reiseziele liegen bisher immer in andere Richtungen, ob ich jemals in Richtung Tokyo reisen werde, das weiß ich nicht. Dafür schaue ich es mir aber gern bei anderen an :)

    Liebe Grüße Sabrina

  14. Tina sagt:

    Wow! Davon hab ich noch nie gehört, klingt aber ziemlich spannend .
    Die bunten Flüssigkeiten in der Glühbirne sehen toll aus, aber ob ich mich die probieren trauen würde, weiß ich nicht ;)

  15. Leni sagt:

    Ich habe gerade zum ersten Mal von den Matsuri gehört, aber das Fest hört sich wirklich toll an. In Japan wird häufig alles irgendwie zeremonieller gemacht, als bei uns. Da habe ich zumindest das Gefühl. Ich finde das schön, wenn ich mal zu der Zeit in Japan sein sollte werde ich das Fest auf jeden Fall mitnehmen :)
    Liebe Grüße,
    Leni :)
    https:/www.sinnessuche.de

  16. Ina sagt:

    Klingt sehr interessant! Ich habe vorher noch nichts davon gehört. Danke für deinen interessanten Bericht und die tollen Fotos. Sagenhaft diese Verzierungen und Details bei dem Mikoshis.

    LG aus Norwegen
    Ina

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