Blaubeuren – mehr als nur der Blautopf

In Blaubeuren, einem malerischen kleinen Ort in Baden-Württemberg, entspring das weltberühmte Flüsschen Blau. Du hast noch nie von der Blau gehört? Nun ja, das mag daran liegen, dass „weltberühmt“ leicht übertrieben ist. Tatsächlich ist Blaubeuren berühmt für den Blautopf und weniger für den 22km langen Fluss, der bei Ulm in die Donau mündet.


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Blaubeuren liegt rund 20km westlich von Ulm, am Rande der Schwäbischen Alb, malerisch in einem Tal zwischen waldbewachsenen Hügeln. Berits im Jahr 1085 wurde hier ein Benediktinerkloster gegründet. Doch erst im Jahr 1267 wurden die Stadtrechte verliehen.

 

Blaubeuren hat weder mit größeren Bränden, Naturkatastrophen oder Zerstörungen im Krieg zu kämpfen gehabt. Deshalb ist hier vieles erhalten geblieben. Das ist auch der Grund, wieso die Altstadt als Gesamtanlage heute unter Denkmalschutz steht. Blaubeuren ist auch, dank der vielen erhaltenen Fachwerkhäuser, ein Teil der Deutschen Fachwerkstraße.

Anreise nach Blaubeuren

Die Anreise mit dem Nahverkehr nach Blaubeuren ist denkbar einfach. Mit der Bahn kannst du in rund 10-20 Minuten ab Ulm direkt bis zum Bahnhof Blaubeuren durchfahren. Am Wochenende gibt es allerdings meistens nur zwei bis drei Verbindungen in der Stunde.

 

Die Anreise mit dem Auto ist ebenfalls sehr komfortabel. Bereits ab der Autobahn ist der Blautopf ausgeschildert. Parken kannst du in Zentrumsnähe nur maximal 2 Stunden lang, aber es gibt auch Besucherparkplätze, zum Beispiel in der Nähe des Schwimmbades, die du den ganzen Tag kostenlos nutzen darfst. Früh da sein lohnt sich aber, da es ansonsten schnell voll werden kann.

Sogar einen Wohnmobilparkplatz gibt es. Dieser hat 21 Stellplätze, von denen es auf 16 auch eine Stromversorgung gibt (und scheinbar stehen auch nur die ganzjährig zur Verfügung). Bis zu drei Tage darfst du hier campieren. Von einer Bekannten weiß ich aber, dass es hier schwer sein kann, zum Wochenende einen Stellplatz zu finden. Laut der Homepage darf man aber auch auf den angrenzenden Wiesen stehen, wenn alle Stellplätze voll sind.

Was ist der Blautopf und woher hat er seine Farbe?

Blaubeuren ist ein uriger kleiner Ort mit vielen schönen Fachwerkhäusern. Doch die Fachwerkhäuser sind nicht der Grund, wieso die Besucher kommen. Der kleine See ist es, wegen dem es am Wochenende ganz schön voll werden kann. Wie ein Stück karibisches Meer sieht er aus, der kleine Blautopf.

Der Blautopf ist die zweit-wasserreichste Karstquelle Deutschlands mit einer durchschnittlichen Schüttung von 2.280l/sek. Unter Schüttung versteht man die Menge Wasser, die innerhalb einer bestimmten Zeit aus einer Quelle austritt. Alleine in Baden-Württemberg gibt es 10 Karstquellen, von denen wiederum der Blautopf die wasserreichste ist.

Gespeist wird der Blautopf mit Wasser aus einem unterirdischen Höhlensystem. Dieses Höhlensystem ist so riesig, dass es auch heute noch nicht vollständig erforscht ist. Entstanden ist es vermutlich zu einer Zeit, als die Donau noch durch das heutige Blautal geflossen ist.

Zwar ist die Blauhöhle mittlerweile trockenen Fußes erreichbar, aber für den Tourismus ist sie noch immer nicht freigegeben. Früher gab es nur einen Zugang durch das Wasser, was natürlich immer extrem mühsam und nicht ganz ungefährlich war. Seit einigen Jahren wurde die Möglichkeit der Errichtung einer Schauhöhle, also dem Zugang für Besucher untersucht, allerdings habe ich dazu keine aktuellen Ergebnisse gefunden.

Früher (bis 1718) galt der Blautopf auch als Bodenlos. Es war unmöglich, seine Tiefe mit einem Bleilot zu messen. Deshalb erzählte man sich, dass eine Nixe alle Messversuche vereiteln würde, indem sie das Bleigewicht stahl. Mittlerweile ist der rund 40m breite Blautopf vermessen und offenbahrte dabei eine Tiefe von fast 21m.

 

Je nach Lichteinfall scheint der Blautopf türkisfarben oder tiefblau zu leuchten. An wolkigen Tagen dagegen fehlt es ihm an den berühmten Farben, auch wenn er nie ganz seine blaue Farbe verliert. Aber wieso ist der Blautopf so blau?

In vergangener Zeit wurde vermutet, dass im Quellkopf täglich ein Fass Tinte entleert wurde, damit das Wasser seine tiefblaue Farbe bekäme. Heute wissen, was der wahre Grund für das wunderschöne Türkisblau ist. Die berühmte blaue Farbe des Blautopf entsteht durch einen physikalischen Effekt der Lichtstreuung, der so genannten Rayleigh-Streuung, an den nanoskaligen Kalkpartikeln, die im Wasser dispergiert (zerstreut, fein verteilt) sind. Es gibt fast keine Trübung im Quellwasser. Hinzu kommt, dass der trichterförmige Quellkopf fast alle Farbanteile des Lichts, bis auf das Blau schluckt.

Rund um den Blautopf

Um den Blautopf herum führt ein kleiner Spazierweg. Dieser ist nicht barrierefrei! Viele Fahrräder stehen am Eingang, noch mehr Fußgänger stehen an den besten Fotospots. Zumindest wenn du Pech hast und an einem schönen Sommerwochenende kommst. Es muss aber auf jeden Fall sonnig sein, da du nur dann dieses wunderbare Farbenspiel bewundern kannst.

Neben dem See am Eingang steht ein kleines Gebäude, das einst eine Mühle war. Heute findest du hier ein Restaurant, einen Souvenirladen und ein kleines Museum. Auch eine Hammerschiede ist hier beheimatet. Leider hatte ich noch keine Gelegenheit, an einem der Schmiedekurse teilzunehmen, das möchte ich aber im nächsten Jahr gerne angehen. 

Der Weg um den Blautopf herum führt im Uhrzeigersinn, um die Menschenmassen etwas besser zu lenken. Flip Flops sind hier übrigens nicht allzu empfehlenswert. Die Wege sind zwar ausgebaut, aber hier und da liegen dickere Steine im Weg und es geht Treppen hinab, die auch schon bessere Tage gesehen haben.

Recht nah am Eingang steht auch eine Steinskulptur von einer Frau. Bei dieser soll es sich um die schöne Lau handeln. Der Sage nach ist hier am Blautopf ein Stuttgartter Schustergeselle, der Wunderschuhe trug, einer Wassernixe begegnet. Ihr Gemahl, ein Wasserkönig aus dem Schwarzen Meer, hatte sie in den Blautopf verbannt, da sie aus lauter Traurigkeit keine lebenden Kinder gebären konnte. Um den Fluch zu brechen sollte sie fünfmal herzlich lachen müssen. Dank des wandernden Schustergesellen sollte es ihr schließlich gelingen. Folgender Zungenbrecher brachte sie einmal zum Lachen:

»’s leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeura,
glei bei Blaubeura leit a Klötzle Blei«

Eine Umrundung des Blautopf dauert nicht lange. Mit vielen Stops, ausgiebigen Schauen und noch mehr Fotografieren haben wir für den Weg um den kleinen See keine halbe Stunde gebraucht. Vom Rundweg zweigen auch immer wieder andere Wege ab. Einem sind wir gefolgt, schlussendlich aber in einer Sackgasse gelandet. An einer anderen Abzweigung wären wir viel weiter hinaufgekommen und anscheinend an einem Grillplatz ausgekommen (so sagte ein Wanderer). Wir wollten aber weder grillen noch ein Picknick machen und so sind wie wieder hinabgestiegen zum Rundweg.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Blaubeuren

Wir haben uns nach der Umrundung des Blautopfes erst einmal ein kühles Getränk im Restaurant mit Blick auf den Blautopf gegönnt. Hungrige Mägen lassen sich hier ebenfalls füllen. Preislich ist es OK, wenn man bedenkt, dass die Auswahl an Einkehrmöglichkeiten mit Blick auf den See sehr beschränkt ist. Übrigens herrscht hier eine Art Selbstbedienung, dein Essen und deine Getränke bestellst du dir am Schalter.

Das Blautopfbähnle

In den Sommermonaten fährt von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen eine kleine Bimmelbahn, das Blautopfbähnle, auf den Berg hinauf. Regelmäßig startet die Panoramatour. Es gibt noch weitere Touren, deren Fahrzeiten jedoch nur auf Anfrage zu erfahren sind.

Bei unserem ersten Besuch im Juni waren wir an einem Donnerstag da. Deshalb fuhr da leider keine Bahn. Für unserem zweiten Besuch haben wir uns besser vorbereitet und sind an einem Sonntag angereist. Es war eine der letzten Möglichkeiten, mit der Bahn zu fahren. Das Wetter hat auch mitgespielt. Die Fahrt führt dich durch die Klosteranlage, die Altstadt und auch durch die wunderschöne Landschaft um die Stadt herum.

Gemütlich sind wir durch das kleine Örtchen gefahren bevor es den Berg hinauf ging zu einem Aussichtspunkt über dem Ort. Von dort oben hast du eine wirklich tolle Aussicht über Blaubeuren. Die schönste Zeit für eine Fahrt mit dem Blautopfbähnle ist sicherlich der Herbst, wenn die Wälder auf den Hängen in bunten Farben leuchten. Wir waren leider noch einige Tage zu früh für den Peak, aber es war auch so schon wirklich wunderschön anzusehen.

Die Altstadt von Blaubeuren

Nach der Fahrt hat man einen guten Überblick über die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das Kloster haben wir uns nur von außen angesehen. Weitere besondere Gebäude, die in der Stadt stehen sind beispielsweise das Rathaus oder auch der „Hohe Wil“. Ganz besonders gut gefallen hat mir aber Klein Venedig. Hier ist es besonders im Sommer schön, wenn die Sonne scheint und die Blumen in den Blumenkästen blühen.

Die Altstadt von Blaubeuren ist definitiv sehenswert und es lohnt sich wirklich, sich 1-2 Stunden Zeit zu lassen. Einfach durch die Gassen schlendern, die schönen Fachwerkhäuser ansehen, in das eine oder andere Geschäft schauen oder auch ein Eis essen. Dazu kommt noch die Klosteranlage mit dem sehr schönen Klostergarten.

Außerhalb von Blaubeuren

Auch um Blaubeuren herum gibt es noch das eine oder andere zu sehen. Wenn du nicht mit dem Blautopfbähnle zum Aussichtspunkt fahren willst und körperlich halbwegs fit bist, dann führt dich auch ein Weg dort hinauf. Du kannst entweder an der Straße entlang gehen, oder Treppen steigen. An der Straße ist es sehr sonnig, die Treppen liegen zwar im Schatten, aber es sind eben Treppen.

 

Rund um Blaubeuren findest du immer wieder Stehlen mit Namen und Informationen von 197 Staaten. Sie sind entlang des Nationenwegs angelegt. Leider habe ich keine Informationen zur Länge des Weges gefunden. Falls du ihn bereits gewandert bist und weitere Informationen hast, lasse mir doch bitte einen Kommentar da.

Nicht weit weg von der Altstadt und in etwa 15-20 Minuten zu Fuß erreichbar gibt es einen großen Felsen, auf dem das Ruckenkreuz steht. Bei der Fahrt mit dem Blautopfbähnle sind wir hier vorbeigefahren und haben auch vom Berg auf der anderen Seite des Ortes einen guten Blick auf das Kreuz gehabt. Es führen Trampelpfade zum Kreuz, du musst hier also gut zu Fuß und trittsicher sein, wenn du hinaufsteigen willst.

Ein weiterer Felsen am Ortsrand, der ein vernachlässigtes Ziel bei Besuchern darstellt ist „Klötzle Blei“. Auch hier lässt sich sehr schön wandern. Um Blaubeuren herum gibt es nämlich auch noch schöne Wiesen (Ried) und das Flüsschen Blau sowie den Bismarkfelsen. Das alles liegt östlich von Blaubeuren, ist aber fußläufig sehr gut erreichbar. Bis auf die Felsen ist auch alles sehr eben und ohne größere Anstrengung auch an wärmeren Tagen zu schaffen.

Übrigens, erinnerst du dich an den Zungenbrecher? Dieser Felsen ist eben jener, auf den im Zungenbrecher angespielt wird. Unter eine, Klötzle Blei versteht man im Hochdeutsch ein Bleilot. Dieses wurde genutzt um die Tiefe des Blautopf zu messen. Mit etwas Fanatsie sieht der Felsen aus wie eben ein solches Bleiklötzle.

Oberhalb von Blaubeuren

Hoch über der Stadt liegen die Ruinen des Rusenschlosses. Vom Ort aus führt ein Wanderweg zur Schlossruine. Da es sehr warm war, wir relativ wenig Zeit hatten und auch kein optimales Schuhwerk, haben wir uns entschieden, mit dem Auto hochzufahren. Geparkt haben wir am kostenfreien Wanderparkplatz Sonderbuch. Von dort ist es etwa 1 Kilometer bis zum Rusenschloss.

Doch erst einmal kommst du an einem Mahnmal vorbei, dem Kriegerdenkmal Sonderbuch. Ganz nah dran gibt es auch den Aussichtsfelsen Sonderbuch, den wir aber nicht hinaufgeklettert sind. Weiter geht es durch den Wald, vorbei am Biotop Knoblauchfelsen. Mit etwas Geschick kannst du ihn erklimmen und von oben auf Blaubeuren herabblicken. Auch wir haben uns herauf gewagt.

Der Felskopf ist eine besondere Felsformation, die sich häufig im Ach- und Blautal finden. Auf dem Knoblauchfelsen wachsen rund 70 verschiedene, teils besonders geschützte Pflanzen. Daher wird darum gebeten, beim Besteigen des Felsens sehr vorsichtig zu sein und möglichst nicht auf Pflanzen zu treten. Dass man keinen Müll hinterlassen soll, sollte man eigentlich nicht erwähnen müssen, aber leider werfen dennoch viele Raucher ihre Zigaretten achtlos irgendwo hin.

Weiter geht es über Walswege zum Schloss Hohengerhausen, auch bekannt unter dem Namen Rusenschloss. Bei unserem Besuch wurden noch abschließende Sanierungsarbeiten ausgeführt. Daher standen vereinzelt noch Gerüste auf dem Gelände. Mittlerweile sind die rund vier Jahre dauernden Sanierungsarbeiten aber abgeschlossen.

Vom Rusenschloss aus hat man einen sehr schönen Blick auf das Tal und auf Blaubeuren. Auch den Knoblauchfelsen kann man von hier sehr gut sehen. Entstanden ist es vermutlich Ende des 11. Jahrhunderts. Verschiedene Adelsfamilien hatten hier ihren Wohnsitz. Vermutlich war der Unterhalt zu teuer um die Schäden, die durch politische Ereignisse und Wetter entstanden sind, zu reparieren. Deshalb wurde das Schloss 1786 an einen Maurer verkauft, damit dieser es abreißt. Doch rund 55 Jahre später kaufte der Staat Württemberg die Ruine zurück um die Reste zu erhalten. Heute steht sie unter Denkmalschutz.

Unterhalb der Schlossruine gibt es Grotten, die man auch besuchen kann. Die große Grotte unterhalb der Burg war wegen den Bauarbeiten nicht zugänglich. Und da wir auch nicht mit entsprechendem Schuhwerk ausgestattet waren (wir hatten nicht geplant, noch wandern zu gehen), haben wir die Kleine Grotte ebenfalls nicht besucht. Daher gibt es von mir leider keine Bilder.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite vom Rusenschloss sieht man hoch über Blaubeuren einige Felsen aufragen. Einer davon ist der Glasfelsen. Kletterer dürfen ihn in der zweiten Jahreshälfte ab dem 1. August besteigen, wobei man sich hier an ausgewiesene Wege halten muss, sprich es herrscht ein Neutourenverbot.

Auch der Blaufels darf beglettert werden, allerdings mit größeren Einschränkungen. Während der Brutzeit der Turmfalken beispielweise ist das Klettern und Abseilen untersagt. Weitere Informationen für Kletterer gibt es auf der Homepage von Blaubeuren.

Sonstige Ausflugsmöglichkeiten rund um Blaubeuren

Auch rund um Blaubeuren gibt es viel zu entdecken. Genannt werden sollen an dieser Stelle die Burg Löwenhertz, die Ruine Günzelburg, der Schillerstein und auch das Geißenklösterle sowie viele weitere Naturattraktionen, Burgen und Ruinen und nicht zuletzt auch die Höhlen, die teilweise den Blautopf speisen. Über die wird es beizeiten auf dem Blog auch noch etwas zu lesen geben.

Warst du schon in Blaubeuren? Wie hat es dir gefallen? Hast du noch weitere Tipps für einen Besuch in Blaubeuren? Dann erzähle mir davon in den Kommentaren.

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Wandern im Remstal: Funks Brünnele Weg

Anfang August 2022 fand der Deutsche Wandertag im Remstal statt. In dem Zusammenhang habe ich einen Wanderführer für das Remstal gewonnen. Leider konnte ich am Wandertag nicht mitwandern. Das habe ich aber Ende August nachgeholt.

 

Es war Nebel angesagt, also klingelt um 5 Uhr der Wecker. Zum Sonnenaufgang will ich loswandern. Die Kameratasche gepackt, das Frühstück und den Tee vorbereitet, der Wanderung kann nichts mehr im Wege stehen.


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Die Wanderung ist im Wanderführer mit 7,3km, auf der Infotafel am Parkplatz mit 7,5km angegeben. Ich denke, die 7,3km treffen es eher, da meine App 7,5km angezeigt hat, ich aber teils auch hin und her gelaufen bin bzw. einen kleinen Abstecher in Seitenwege gemacht habe.

 

Die Angegebene Nettodauer beträgt 2:15 Stunden laut Wanderführer, die Infotafel sagt, man schafft es auch in 2 Stunden. Scheinbar sind die Tafeln wirklich nur sehr grob gerundet. Ja, wenn du mit normaler Geschwindigkeit durchläufst, dann schaffst du die Strecke auch in zwei Stunden. Aber dann hättest du gar keine Zeit, dir alles in Ruhe anzusehen, die Aussicht zu genießen oder eine Rast einzulegen. Deshalb empfehle ich wenigsten 3 Stunden, besser 3,5 Stunden einzuplanen.

Die Wanderung wird mit dem Schwierigkeitsgrad „mittel“ angegeben. Ich bin noch nicht sonderlich wandererfahren, aber da die Wege alle komplett ausgebaut sind und du selbst mit einem Kinderwagen bequem die Runde gehen kannst und sie nur wenige Steigungen enthält, würde ich persönlich sie eher als „leicht“ bezeichnen.

 

Laut dem Buch geht es 103m hoch, die Infotafel behauptet, der Anstieg beträgt 55m. Meine Running-App hat über 200m angegeben. Die zählt aber vermutlich jeden kleinen Hügel und ist deshalb eher unzuverlässig. Der Höhenunterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Punkt liegt bei ca. 70m.

Länge: ca. 7,5km

Dauer: 2:15 Stunden

Aufstieg: 55-103m (ungenaue Angaben auf Tafel und im Buch)

Funks Brünnele Weg - Hier startest du

Es gibt am Ausgangspunkt der Wanderung einen Parkplatz. Der ist allerdings sehr beliebt und an einem sonnigen Sonntag am späten Vormittag bereits recht voll. Du findest ihn bei Google unter dem Namen „Wanderparkplatz Sandbühl“. Achtung, es wird auch vom Wanderparkplatz „Kelterberg“ geschrieben, den findest du so aber nicht auf Google. Versuche es im Navi mit „Greuthweg“. Die Straße in Google stimmt NICHT, wie ich aus eigener Fahrung bestätigen kann. Eine Nahverkehrsverbindung gibt es leider dorthin nicht, was sehr schade ist.

Funks Brünnele Weg - Die Wanderung

Der Weg startet praktisch an der Infotafel. Eine ganze Weile geht es moderat ansteigend geradeaus. Folge der Beschilderung. Entweder findest du eine „22“, ein PL2 und manchmal auch ein Schild, dass die Strecke zum Wanderparkplatz angibt. Bis auf einer Kreuzung auf dem Rückweg war immer sofort und eindeutig klar, wo es langgehen sollte.

Tipp: Wenn du unsicher bist, entscheide dich für den besser ausgebauten Weg.

Die Wanderwege haben auch alle Namen, die habe ich mir aber ehrlich gesagt gar nicht gemerkt, da die Beschilderung auch so schon extrem gut war. Im Wanderführer „Dein Augenblick“ kannst du die Wegenamen aber alle nachlesen.

Da ich schöne Wälder liebe, hat es mich wirklich sehr gefreut zu sehen, dass der Wald hier insgesamt recht gut gemischt ist. Klar gibt es auch reine Nadelholzplantagen, die halten sich aber sehr in Grenzen. Laut einem Schild am Parkplatz wird der Wald nach den anerkannten PEFC Standards bewirtschaftet.

Der Weg ist sehr gut ausgebaut und durchgängig befestigt. Es ist noch früh, deshalb ist es teils im Wald selber noch recht düster. Aber ich mag diese Stimmung, morgens, wenn der Wald erwacht und das Licht ihn langsam mehr und mehr durchflutet.

Beim Wandern höre ich nie Musik. Ich lausche den Geräuschen des Waldes. Und tatsächlich höre ich schon die Schwarzspechte. Mist, alle Teleobjektive liegen im Auto. Und dann sehe ich diese seltenen Vögel sogar. Zwei Stück, wie sie um einen abgestorbenen Baum herumtanzen und nach Würmern picken. Für ein Foto reicht es leider nicht.

Mittlerweile komme ich immer weiter in den Wald und es lichtet sich teils. Die Sonne erleuchtet die ersten Baumwipfel in einem goldenen Licht. Ein toller Anblick. Noch schöner wird es, als sie durch die Äste scheint. Zeit für ein paar Sonnensternfotos.

Nach nicht einmal 2 Kilometern komme ich zur Quelle „Funks Brünnele“.  Laut den Angaben im Internet handelt es sich um eine Trinkwasserquelle. Leider hat meine Wasserflasche nicht in den Rucksack gepasst. Ich habe es vorgezogen meinen Tee mitzunehmen. Immerhin hatte es nur 11 Grad, als ich gestartet bin.



Der Rastplatz am Brünnele lädt zum Verweilen ein. Sehr idyllisch sieht er aus an diesem Morgen. Und zeigt erste Vorboten des Herbstes, mit den vielen bunten Blättern. Leider zeugen sie weniger vom Umschwung der Jahreszeiten als von der langen Trockenheit des Jahres 2022.

Weiter geht es. Die Sonne schickt wieder ihre Strahlen durch den Wald. Die Steigung ist relativ moderat und für mich kaum spürbar. Man merkt es einfach, wenn man nur die Weinberge hat für Nordic Walking. Zwischendurch überholen mich auch gleich Frühsportler, die ebenfalls die frische Morgenluft genießen wollen.

Nicht weit nach der Quelle komme ich an einen Abzweig. Dort gibt es einen wunderschönen Tümpel. Obwohl ich geradeaus gehen müsste, biege ich dort kurz links ab und halte die Aussicht kurz fest. Auch hier gibt es einen Rastplatz mit Tisch, der um diese Uhrzeit ebenfalls noch leer ist.

Und wiederum nach kurzer Zeit kommt schon der nächste Waldtümpel. Und auch hier findest du einen tollen Picknickplatz. So viel Pause mag man gar nicht machen, wie man hier wunderschöne Raststellen findet. Hätte ich nicht mein Sitzkissen vergessen und wäre die Bank nicht nass gewesen, dann hätte ich hier tatsächlich eine kurze Rast eingelegt. Nur um die Aussicht zu genießen, nicht weil ich nach nicht ganz 3 km schon müde geworden wäre…

Weiter führt der Weg durch Mischwald, bis ich an eine Gabelung komme. Kurz muss ich das Schildsuchen, doch dann bin ich sicher, richtig abgebogen zu sein. Eine alte Eiche zieht meinen Blick auf sich und ich verweile kurz um ein paar Fotos zu machen.

Tipp: Bleibe hin und wieder stehen und blicke auch einmal zurück. Morgens läufst du viel der Sonne entgegen, doch mit der Sonne im Rücken gewinnt der Wald ein ganz neues Bild.

Nicht weit nach der Abbiegung komme ich an den Waldrand, zum Panoramaweg. Von hier hast du eine grandiose Aussicht auf das Tal. Doch vorher will ich auf etwas hinweisen: Im März 2022 haben freilaufende Hunde einige Rehe gerissen, unter anderem auch ein trächtiges! Bitte haltet eure Hunde im Wald IMMER an der Leine. Schützt die Tiere und haltet eure Hunde unter Kontrolle.

An diesem Morgen war Nebel angesagt. Leider gab es im Wald zuvor trotz der vielen Wasserstellen und der entsprechenden Feuchtigkeit nur vereinzelt leichten Dunst, da wo die Sonne hin schien. Von richtigem Nabel ist weit und breit nichts zu sehen. Der ist dafür im Tal. Man kann den Nebelwolken richtig zusehen, wie sie durch das Remstal ziehen.

Auch auf der Streuobstwiese wabern leichte Nebelschwaden. Zusammen mit dem Sonnenschein ergeben sich so wirklich wunderschöne Bilder. Ich habe eine schöne Stelle gefunden um die Aussicht zu genießen und ausgiebig Fotos zu machen. Doch bald zieht es mich wieder in den Wald. Zunächst geht es vorbei an einigen Schrebergärten. Dann folgt linker Hand noch eine Streuobstwiese, hinter der eine dichte Nebelwolke wie eine weiße Wand aufsteigt.

Ein Baum lehnt sich nach Links. Er scheint keine richtige Krone zu haben, alle Äste wachsen Richtung Hang. Abgebrochen scheint auch nichts zu sein. Was man im Wald nicht für kuriose Bäume finden kann. Wie ein Tunnel umschließen die Bäume den Weg. Gleich darauf folgt die nächste Streuobstwiese bevor es endgültig zurück in den Wald geht.

Hier kommst du an eine Kreuzung. Die Beschilderung finde ich etwas dürftig. Du biegst hier links ab, gehst wenige Meter den Berg runter und direkt wieder rechts in den Weg hinein. Falls du unsicher bist steht weiter oben am Weg aber auch direkt eine Infotafel, auf der der Weg eingezeichnet ist.

An dem Weg, in den ich einbiegen muss, hält soeben ein Porsche Macan und ein Mann steigt mit seinem Hund aus. Wieso muss man eigentlich mit seinem Porsche mitten in den Wald fahren, um seinen Hund spazieren zu führen? Manche Menschen gehören echt an den Ohren gezogen!

Von hier aus geht es weiter auf dem gut ausgebauten Wanderweg. Auf dem Panoramaweg habe ich beschlossen, beim nächsten Rastplatz mit Tisch werde ich frühstücken. Also halte ich Ausschau nach einem weiteren Rastplatz entlang des Weges. Neben mir geht es steil den Berg hinauf und hinab. Die Aussicht ist allerdings doch eher mäßig. Und ich bekomme Hunger.

Zwischendurch halte ich nochmal an um einige Fotos zu machen. Dampf steigt von den Brombeeren auf, da die Sonne mittlerweile hoch genug steht und ihre Strahlen auch über den Berg wirft. Auch einige Farne und Schachtelhalme geben schöne Motive ab. Aber eine Bank sehe ich weit und breit nicht. Nicht einmal eine ohne Tisch. Auf dem Hinweg gab es so viele, und jetzt?

Nach einem kurzen aber sehr netten Gespräch mit zwei Spaziergängern endet der Wald auch schon bald. Ich erreiche die Straße, die zum Parkplatz führt. Irgendwie macht sich etwas Enttäuschung breit. Seit dem Ende des Panoramaweges fühlte sich alles an wie Rückweg. Keine Rastmöglichkeit, keine schöne Aussicht mehr. Und das für beinahe 3 Kilometer. Aber immerhin gibt es am Parkplatz eine Bank, auf die ich mich setze und endlich mein mitgebrachtes Frühstück verzehre. Es gibt selbstgebackene Brötchen und dazu einen leckeren schwarzen Tee.

Ich reflektiere noch etwas über meine Morgenwanderung. Würde ich den Weg nochmal gehen oder weiterempfehlen? Ja! Aber ich würde empfehlen, den Weg gegen den Uhrzeigersinn abzulaufen. Die ersten 3 Kilometer kannst du relativ zügig ablaufen, danach wird der Weg immer schöner. Und je länger du unterwegs bist, um so eher willst du auch mal eine Pause machen. Keiner macht die Rast zu Beginn seiner Wanderung, stimmt’s?

Insgesamt hat mir Funks Brünnele Weg sehr gut gefallen und ich werde ihn noch einmal mit meiner Mutter ablaufen. Dann aber wie schon gesagt in umgekehrter Richtung. Dann ist das ein wirklich toller Wanderweg mit einigen wunderschönen Rastplätzen, an denen man hervorragend picknicken kann.
Im Remstal und der Umgebung von Stuttgart gibt es weitere viele schöne Wanderruten. Einige werde ich dir mit der Zeit hier vorstellen. Bis dahin schau doch einmal bei Gina und Marcus vorbei, sie haben eine Weinwanderung um Stuttgart unternommen. Und Hubert zeigt dir den Kulturlandschaftspfad in Weinstadt Strümpfelbach, der perfekt ist für den kommenden Herbst.

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Wildlifefotografie Stadtsafari – Noch mehr Tiere fotografieren in den Mülheimer Ruhrauen

Willkommen zum zweiten Teil meiner Stadtsafari in den Saarner Ruhrauen in Mülheim an der Ruhr. Im ersten Teil habe ich dir vor allem Vögel vorgestellt, die an der Ruhr leben. Aber noch lange nicht alle, denn drei absolute Highlights kommen am Ende dieses Beitrags. Doch zunächst will ich dir noch mehr Tiere vorstellen, die in den Ruhrauen zu finden sind.


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Was sind die Ruhrauen eigentlich?

Wie du zu den Ruhrauen in Mülheim Saarn kommst, hast du ja bereits in Teil 1 erfahren. Aber was genau macht die Ruhrauen eigentlich so besonders, dass sie eine solche Artenvielfalt bieten? Die Auenlandschaft in Mülheim ist ein FFH-Gebiet. FFH steht für Flora-Fauna-Habitat. Seit 1992 ist das mehr als 140 Hektar umfassende Gebiet der Saarner und Mendener Ruhraue (die ich hier nur als Saarner Ruhraue bezeichne) Teil des „Natura 2000-Netzwerks“. Die Ruhrauen dienen auch als Überflutungsgebiet bei Hochwasser, was zur Folge hat, dass die hier ansässigen Pflanzen häufige und auch andauernde Überflutung sehr gut vertragen.

Bitte beachte, dass es sich hier um ein besonders schützenswertes Gebiet handelt. Eigentlich sagt schon der gesunde Menschenverstand, dass man auf den Wegen bleibt und nicht über Zäune klettert oder sich durchs Dickicht schlägt. Und auch, dass man hier keine Hunde von der Leine lassen sollte. Gleiches gilt für seinen Müll, was man hinträgt, muss man auch zurücknehmen. Traurigerweise halten sich da immer noch nicht alle dran. Geh du bitte mit gutem Beispiel vorran und verhalte dich entsprechend rücksichtsvoll!

Diese Tiere kannst du in den Ruhrauen fotografieren

In den Mülheimer Ruhrauen leben neben den Vögeln, die ich euch bereits im ersten Teil der Stadtsafari Mülheimer Ruhrauen vorgestellt habe, noch jede Menge anderer Tiere. Viele von ihnen wirst du leider nur mit viel Glück entdecken können.

So hat Manuela vor einiger Zeit ein Mauswiesel gesehen. Dieser kleine Marder ist nur etwa 11-26cm lang und sehr flink. Deshalb kannst du sie mit Glück zwar sehen, aber wenn du nicht weißt wo du ihren Bau oder ihr bevorzugtes Jagdgebiet findest, wird es mit dem Fotografieren nicht ganz einfach.

Auch Blindschleichen sind in den Ruhrauen in Saarn zu Hause. Ich selber habe leider dort noch keine gesehen. Das Bild der Blindschleiche stammt aus der Nähe von Weinstadt. Ich wollte es dir zeigen, damit du weißt, wie eine Blindschleiche aussieht. Nur falls du diese Echsenart noch nicht kennen solltest.

Ebenfalls heimisch sind hier Füchse. Mir ist leider noch nie ein Foto von einem Fuchs gelungen. Ohnehin sehe ich sie nur sehr selten und meistens aus dem Auto heraus. Sowohl in Mülheim als auch in Weinstadt. Ein Fuchs ist noch ein Foto, dass mir in meiner Sammlung fehlt.

Wildlife an der Ruhraue

Mitten auf der Wiese, aber weit weg von den Spazierwegen grast regelmäßig eine Rehfamilie. Der Rehbock mit seinen Hörnern war mehrmals in Begleitung von mindestens zwei Ricken. Kitze haben wir so früh im Jahr allerdings noch keine Gesehen. Aber genau wegen den Rehen und Kitzen musst du deinen Hund auch in den Ruhrauen ständig angeleint lassen. Zumal das dort ohnehin so vorgeschrieben ist, unabhängig von der Jahreszeit.

Die Rehe waren trotz der großen Entfernung zu den Spazierwegen sehr aufmerksam und schienen uns ständig im Auge zu behalten, als wir dort standen und Fotos gemacht haben. Leider gab es kaum eine gute Stelle mit ungehinderter Sicht auf die Wiese. Aber immerhin konnten wir sie doch einige Minuten lang beobachten und fotografieren.

Bei unserem ersten Besuch sind wir über 6km gelaufen, um eine Nutria fotografieren zu können. Nichts, weit und breit keine eine. Nicht in der Ruhr, nicht in den Seitenarmen, auf keiner Wiese, in keinem Bach. Wir hatten einfach kein Glück. Und dann, zurück am Auto, nur noch 20m entfernt, die erste Nutria, die über die Wiese watschelte. Leider hat sie uns nur den Poppes entgegengestreckt, so dass wir bald wieder aufgaben.

Bei unserem zweiten Versuch hatten wir dann mehr Glück. Die Nutrias waren so sehr mit ihren Frühlingsgefühlen beschäftigt, dass sie sich von uns gar nicht stören ließen. Erst paddelten sie fröhlich an einer mir bekannten Stelle vor sich hin, bevor sie sich ganz indiskret ihren Trieben hergaben. Die Paparazzi am Straßenrand störten sie dabei herzlich wenig! Jetzt hoffen wir, dass wir schon bald die ganze Familie wiedersehen werden.

Noch mehr Vögel fotografieren an der Ruhraue

Praktisch überall kommen die Tauben vor. Eigentlich sind sie auch nur in diesem Beitrag, damit ich euch das coole Foto zeigen kann. Hat sich aber gelohnt, oder?

Eisvögel an der Ruhraue

So, nun kommen wir aber zu meinen drei Highlights! Das erste Highlight ist, tadaaa, der Eisvogel. Beziehungsweise die Eisvögel. Bei Google findest du den ganz und gar nicht geheimen Standort unter der Bezeichnung „Eisvogelbrücke“. Wie der Name schon sagt hat man vor hier die besten Chancen, Eisvögel zu sehen. Doch auch wenn wir wussten, wo wir suchen müssen, war uns das Glück an unserem ersten Tag nicht hold. Kein Eisvogel weit und breit. Weder hier noch an den anderen Stellen, wo ich sie schon öfter gesehen habe. Was für eine Enttäuschung!

Aber wir haben uns davon natürlich nicht entmutigen lassen. Bei unserem zweiten Besuch war uns schon klar, dass wir Glück haben würden. Auf der Brücke standen schon einige weitere Fotografen und drückten bereits fleißig auf ihre Auslöser. Ein Pärchen der Eisvögel war mit der Bruthöhle beschäftigt. In regelmäßigen Abständen wechselten sie sich ab und flogen in die Höhle hinein und hinaus. Der jeweils draußen wartende Eisvogel bot uns ein entsprechend gerne gesehenes Motiv.

Gejagt wurde zwar nicht und auch sonst gab es nur wenige spektakuläre Bilder, aber ein Anfang ist gemacht. Schließlich war es für Manuela das allererste Mal, dass sie dort die Eisvögel gesehen hat und dann gleich auch fotografieren konnte. Und auch mir haben sich bis dato nur sehr wenige Gelegenheiten geboten, Eisvögel zu fotografieren. Aber die Bilder sind doch gar nicht so schlecht, oder?

Schwanzmeisen in Mülheim

Während alles auf die Eisvögel fixiert war, habe ich mein zweites Wunschmotiv des Tages entdeckt. Ich folge auf Instagram einigen Fotografen aus Japan und die posten immer so niedliche Schwanzmeisen. Eines Tages habe ich herausgefunden, dass es bei uns ja auch welche gibt. Wie konnten mir diese superüßen Vögel nur so lange entgehen? Naja, ziemlich einfach, wie sich herausstellte. Schwanzmeisen können weniger still sitzen als ein Duracellhase auf Dope. Länger als gefühlte 0,5 Sekunden scheinen sie nicht an einem Platz zu sitzen. Sitzen die überhaupt mal?? Aber auch ein schöner Rücken kann entzücken, nicht wahr?

Offensichtlich ja, denn eine Schwanzmeise hat ganz untypisch sogar so lange stillgehalten, bis ich sie ein paar Mal ablichten konnte. Und noch besser, ich habe sie gerade erwischt, als sie sich ihre Beute, vermutlich eine Ameise, einverleibt hat!  Gut, die in Deutschland lebenden Schwanzmeisen scheinen nicht ganz so fluffig zu sein wie die japanischen, aber es sind immer noch wunderschöne Vögel, die viel zu wenig Leute zu kennen scheinen. Jedenfalls hat dieses Exemplar mir absolut den Tag versüßt und, auch wenn die Bilder nicht hundertprozentig scharf sind, einen kleinen Traum erfüllt!

Auch Fasane leben in der Ruhraue

Nach einiger Zeit entschieden wir, dass es an der Zeit sei aufzubrechen. Wir wollten ja noch weiter. Vom Eisvogel aus ging es weiter zu den oben erwähnten Rehen und Nutrias. Und von dort weiter durch die Wiesen. Plötzlich hörten wir einen ganz seltsamen Vogel rufen. Wir konnten das beide erst gar nicht zuordnen. Doch dann sahen wir ihn, den Fasan, wie er stolz vor der Hecke her schritt.

Noch ein Stück weiter den Weg entlang ging es zu einer Pferdekoppel. Daneben befindet sich ein kleiner Hügel, von dem aus wir eine noch bessere Sicht auf Herrn Fasan hatten. Leider war der Hintergrund nicht wirklich ideal für Fotos. Aber das hat uns nicht weiter gestört, wir waren froh, ihn überhaupt so nah zu sehen. Er ließ sich von uns auch gar nicht stören und stolzierte weiter vor seiner Hecke auf und ab. Dabei ist mir auch dieses Foto gelungen.

Unsere Fotosafari in den Ruhrauen war erflgreich

Das war sie dann auch, unsere kleine Stadtsafari durch die Ruhrauen am Rande des Ruhrgebiets. Ich hoffe ich konnte dich dazu inspirieren, auch mal in deiner Stadt auf Safari zu gehen und zu schauen, was es in Parks und an Flüssen und Seen alles zu entdecken gibt. Wenn du da bereits drüber berichtet hast, verlinke deinen Post gerne in den Kommentaren.

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Wildlifefotografie Stadtsafari – Tiere fotografieren in den Mülheimer Ruhrauen

Mülheim an der Ruhr – Stadt am Fluss. Wirklich berühmt ist Mülheim nicht. Gut, einige Berühmtheiten wie Helge Schneider haben durchaus die Bekanntheit gesteigert. Aber dennoch ist Mülheim noch immer mehr ein Geheimtipp. Dabei finden vor allem Natur- und Tierfotografen in den citynahen Ruhrauen beste Bedingungen.


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Nachdem kurz vor Ostern 2022 meine Großmutter gestorben ist, habe ich zur Beerdigung nach Ostern meine Familie besucht. Um auf andere Gedanken zu kommen, ist meine Nachbarin und älteste Freundin Manuela (sie kennt mich schließlich vom Tag meiner Geburt, da sie nur zwei Häuser neben mir aufgewachsen ist) auch zweimal mit mir an die Ruhrauen gefahren. Dort haben wir bei bestem Wetter einige wirklich coole Fotos gemacht und viele Tiere ablichten können. Begleite uns auf eine Stadtsafari und erfahre, welche gewöhnlichen und seltenen Tiere es in Mülheim zu fotografieren gibt!

Mülheimer Ruhrauen in Saarn – so kommst du hin

Die Ruhrauen liegen ziemlich nah an der City, genauer im Stadtteil Saarn. Zu Fuß vom Hauptbahnhof zur Eisvogelbrücke sind es rund 2,5km, etwas weiter, wenn du den Weg an der Ruhr entlang wählst. Perfekt also, wenn du deine Stadtsafari noch mit einer kleinen sportlichen Aktivität verbinden willst oder eine klimaneutrale Anreise bevorzugst.

Mit dem Bus kannst du vom Hauptbahnhof direkt bis an die Mendener Brücke fahren, sofern dir der Weg zu Fuß etwas zu weit ist. Gleich auf der anderen Seite der Ruhr liegen auch schon die Ruhrauen. Allerdings gleicht die Busfahrt beinahe einer Weltreise, da nicht jeder Bus nicht auf dem kürzesten möglichen Weg fährt. Mit dem Bus 151 bist du zwar am schnellsten, aber dafür fährt er nur einmal in der Stunde.

Solltest du wie wir mit dem Auto anreisen findest du kostenlose Parkplätze in Saarn am Kirmesplatz. Näher an der Stadtmitte liegen zum Beispiel der kostenpflichtige Parkplatz CASINO/Ruhranlagen oder diverse Parkhäuser. In Saarn parkst du besser, wenn du ausschließlich in den Ruhrauen fotografieren willst. Möchtest du noch etwas an der Ruhr entlangspazieren und vielleicht ein Eis essen oder das Haus Ruhrnatur besuchen, dann startest du am besten in der Mülheimer City.

Ausrüstung für deine Fotosafari

Du benötigst unbedingt ein gutes Teleobjektiv. Zwar sind die meisten Tiere, die in den Ruhrauen leben, an Menschen gewöhnt und weniger scheu, als anderswo, dennoch kommst du ohne ein großes Teleobjektiv nicht besonders weit. 300mm, am besten noch mehr sind das absolute Minimum.

Außerdem sollte deine Kamera auch bei hohem ISO-Wert noch passable Bilder liefern. So manches Tier lebt in den Auwäldern oder ist nur früh morgens oder in der Abenddämmerung, wenn nicht mehr so viele Spaziergänger mit ihren Hunden unterwegs sind, gut zu sehen. Und da ist bekanntlich das Licht nicht immer ideal.

Besonders bei einem großen, schweren Teleobjektiv, kann dir ein Stativ sehr helfen, die Kamera ruhig zu halten. Doch auch ohne Stativ gibt es die Möglichkeit, Zäune und Brückengeländer zum Abstützen zu nutzen. Doch die sind nicht überall verfügbar.

Welche Tiere leben in den Ruhrauen in Mülheim Saarn?

Die Ruhrauen in Mülheim Saarn sind ein Naturschutzgebiet mitten in der Stadt. Viele Bereiche sind gesperrt und durch Zäune abgetrennt, so dass die Tiere und Pflanzen dort ungestört sind. Dadurch findet sich aber auch eine immense Artenvielfalt auf recht kleinem Gebiet. Da es aber viele sehr gut ausgebaute Wege und die eine oder andere lichte Stelle gibt, sieht man dennoch sehr viel der Flora und Fauna der Saarner Ruhrauen.

Viele verschiedene seltene und weniger seltene Vögel leben in den Mülheimer Ruhrauen. Doch auch sehr viele große und kleine Säugetiere und Nagetiere haben hier ein sicheres Zuhause gefunden. Welche genau erfährst in diesem un dem nächsten Beitrag.

Vögel in den Ruhrauen

Es gibt eine Vielzahl von Vögeln in den Ruhrauen. Amseln oder Blaumeisen sind besonders häufig und wenig ängstlich. Oft kannst du nahe an ihnen vorbeigehen, ohne dass sie wegfliegen. Entsprechend einfach zu fotografieren sind sie. Allerdings auch eher weniger spektakulär, da sie in unseren Breiten auch sehr häufig vorkommen.

Ich liebe ja Rotkehlchen. Diese wunderschönen Zugvögel siehst du ebenfalls recht häufig in den Saarner Ruhrauen. So war ich mehr als glücklich, dass mir an unserem zweiten Besuch schon zu Beginn unserer Safari ein Rotkehlchen entdeckt haben, das regelrecht für uns posiert hat.

Mir fällt zu Rotkehlchen noch eine kleine Anekdote ein: Mein Opa hat früher sehr gerne und viel im Garten gearbeitet. Und jedes Mal, wenn er im Garten war, kam ein Rotkehlchen, hat sich neben ihn gesetzt und ihn angezwitschert, als ob es sich mit ihm unterhalten wollte.

Wieder zurück an den Ruhrauen. In den Bäumen sieht und hört man häufig auch Zaunkönige. Bei einem früheren Besuch ist mir dieses wunderschöne Foto eines Zaunkönigs gelungen. Manuela und ich haben zwar auch Zaunkönige gesehen, aber sie waren dieses Mal doch zu flink, um sie zu erwischen.

Weiter führt uns unser Weg durch ein kleines Wäldchen und über kleine Brücken (die später noch eine wichtige Rolle spielen werden) bis an die Ruhr. Unser erster Stopp hier war leider nur von wenig Erfolg geprägt. Unser Wunsch, diesen einen besonderen Vogel zu finden, wurde leider nicht erfüllt. Dafür hat uns diese drollige Singdrossel ein klein wenig entschädigt. Wie wir später herausgefunden haben, kam sie so nah, weil an dieser Stelle einige Fotografen wohl regelmäßig Futter ausstreuen, um Vögel anzulocken. Nun ja, bei unserem ersten Besuch jedenfalls gab es nichts zu futtern für die Drossel.

Vögel an der Ruhr

Direkt an der Ruhr leben natürlich auch eine ganze Menge Wasservögel. Auf einer kleinen Insel in der Ruhr sonnen sich regelmäßig die fischfressenden Kormorane. In den Bäumen rund um die Ruhr sonnen sich und brüten die Kormorane ebenfalls. Aber wusstest du, dass ihr Kot die Bäume verätzt und die Brutbäume deshalb sehr häufig kahl sind? Nicht nur bei Fischern, sondern auch bei Baumfreunden sind diese Vögel deshalb häufig sehr unbeliebt.

Wenn nicht gerade die Kormorane auf den Felsen ein Sonnenbad nehmen, sieht man häufig einen Graureiher nach Fischen spähen. Doch heute, wo wir hier auf Stadtsafari sind, wurde der Graureiher an den Rand der Brücke verdrängt. Oft genug siehst du sie aber auch auf einer der Wiesen stehen, wo sie wohl nach Fröschen oder fetten Würmern Ausschau halten.

Auf den Wiesen, Wegen und im Wasser sieht und hört man sie fast überall, die Kanadagänse. Sie brüten auch hier und oftmals watscheln sie mit ihren Jungen am Ufer entlang. Bei unserem Besuch war es dafür noch ein bisschen zu früh, aber schon in Kürze wird der Nachwuchs das Licht der Welt erblicken. Doch auch die Elterntiere sind sehr schöne Fotomotive und häufig nicht besonders scheu, so dass du ziemlich nah herankommst.

Da viele Eltern auch heute noch mit ihren Kindern die Enten füttern kommen, siehst du an der Ruhr sehr häufig Stockenten, aber auch andere Entenarten, Blesshühner, Teichhühner und viele weitere Wasservögel. Und natürlich leben hier auch Schwäne, die später im Jahr hoffentlich wieder mit ihren „hässlichen Entlein“ über die Ruhr paddeln werden.

Mülheim Ruhrauen Schwan

Kannst du erkennen, was das ist? Eher zufällig habe ich diesen Vogel gesehen. Ich dachte erst, es sei eine Gans, die ich im Flug erwischen wollte. Doch dann konnte ich erkennen, dass es ein Storch war! Leider war er extrem weit weg und ich musste das Bild sehr stark vergrößern, daher die schlechte Qualität. Aber ich habe noch nie Storche in Mülheim gesehen, weshalb mich dieses Billd dennoch wirklich sehr freut! Anscheinend haben sie den Weg zu uns in den Pott gefunden. Mit etwas Glück kommen mit der Zeit ja noch mehr zu uns ins Ruhrgebiet, wer weiß?

To be continued...

Drei Vögel, die mein absolutes Highlight waren bei unserem zweiten Ausflug an die Ruhr, sowie weitere Tiere, die im und am Wasser und auf dem Land leben, stelle ich dir im nächsten Beitrag vor. Hast du eine Idee, welche Vögel das sein könnten? Schreib mir das doch in die Kommentare. Bleib also dran und abonniere den Newsletter, damit du direkt informiert wirst, wenn der nächste Teil erscheint! Bis dahin schau doch auch bei meiner lieben Bloggerkollegin Miriam vorbei, die auf Safari in Hannover war.

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Mittelalterliches Esslingen – Die Burg von Esslingen

Ein schöner Sommertag, einer der wenigen in 2021. Meine Mutter ist bei mir zu Besuch und wir wollen einen Ausflug machen. In der Nähe von Stuttgart soll es sein, wo wir beide aber noch nie waren. Wir wollen aber auch nicht sonderlich lange fahren. Da bietet sich die Esslinger Burg an, die weithin sichtbar über der Altstadt von Esslingen thront. Und danach kann man gleich noch zum Eis essen oder Kaffee trinken runter in die Stadt.


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Burghof

Die Burg von Esslingen - so kommst du zu ihr

Zwischen Weinbergen, unterhalb des Schuirwaldes (gesprochen Schuhrwald) liegt sie, die mittelalterliche Esslinger Burg. Gut sichtbar von der ihr zu Füßen liegenden Altstadt. Sie ist von der Altstadt aus über Stäffele (Treppen) erreichbar, die teils sehr steil durch die Weinberge führen. Rund 300 Stufen verlaufen durch einen überdachten Gang zwischen Stadtmauer und Weinreben.

Meine Mutter ist nicht mehr besonders gut zu Fuß, deshalb haben wir uns für die Anreise mit dem Auto entschieden. Der Parkplatz ist klein und ziemlich schnell voll, du solltest also früh da sein, willst du hier einen Stellplatz ergattern. Beachte aber, dass du nur eine begrenzte Zeit auf dem Parkplatz stehen darfst. Eine Anreise mit dem Bus oder zu Fuß sollte definitiv in Betracht gezogen werden.

Blick auf Esslingen von der Burg Esslingen aus

Mit der Buslinie 110 bist du in weniger als 10 Minuten vom Bahnhof an der Haltestelle Burg angekommen. Sie verkehrt unter der Woche alle 15 Minuten und am Wochenende jede halbe Stunde.

Eintrittskosten in die Burg von Esslingen

Gemütlich schlendern wir durch die vorgelagerte Parkanlage des äußeren Burgplatzes und unter alten und großen Bäumen hin zum Eingang der Burg. Niemand hält uns auf und verlangt einen Wegezoll. Der Eintritt in den inneren Burghof ist frei!

Kanone auf dem Kanonenbuckel

Bewegte Geschichte der Esslinger Burg

Die Stadtmauer wurde wohl schon ab 1219 erbaut und mit den Jahrhunderten um weitere Schenkelmauern und Türme erweitert. Der Dicke Turm wurde erst über 300 Jahre später, nämlich im Jahr 1525 fertig gestellt. Er diente zur damaligen Zeit als Geschützturm. Erst wenige Jahre zuvor wurde zur Stadtseite hin eine Burgsteige sowie ein Wall und Graben errichtet, die sich 1519 gegen den Angriff des Herzogs Ulrich von Württemberg bewiesen hat.

Vier Jahre später folgte auf den Dicken Turm das Mélac-Häuschen auf der anderen Seite des Burghofs. Das Mélac-Häuschen ist der Austragungsort einer tragischen Geschichte. Es heißt, hier habe sich im Jahr 1688 eine Esslingerin einem französischen General geopfert, um seinen Feldzug gegen die Stadt zu stoppen. Doch ihre Hoffnung, damit die Stadt Esslingen zu schützen, war vergebens. General Mélac habe dennoch großen Schaden in der Stadt Esslingen angerichtet. Eine andere Quelle aber sagt, sie habe ihre Stadt eben doch retten können. Schlussendlich scheint es nur eine Sage zu sein, die unter anderem in der Novelle „Das Mädchen von Esslingen“ (1831) verarbeitet wurde. Ob es das Mädchen von Esslingen nun wirklich gab, erfährst du in der Führung „Haarsträubende Geschichten aus Esslingen“.

Mélac-Häuschen

Im 18. Jahrhundert wurde die Burg noch um eine Hochwacht erweitert und über den Seilergang mit dem dicken Turm verbunden. Und erst rund 350 Jahre nach seiner Fertigstellung, 1887, erhiehlt der Dicke Turm seine charakteristische Haube Ende der 1977 Jahre wurde die Burganlage im Zuge des Stadtjubiläums saniert, wenig später durfte dann auch der Dicke Turm von der Öffentlichkeit betreten werden. Leider ist er aktuell aufgrund von Bauarbeiten nicht zugänglich.

Die Burganlage der Esslinger Burg

Viele dieser Informationen erhältst du auf einem Rundgang durch die Burganlage. Wir gehen nun aber zunächst durch das Burgtor in den Innenhof. Meine Mutter macht gerne Geocaching, deshalb nutzen wir eine sehr schöne Runde und lassen uns durch die Burg führen.

Rechter Hand neben dem Eingang befindet sich die Burgschenke. Hier bekommen müde Besucher ein frisches Getränk und eine kleine Stärkung. Wir hatten gerade erst gefrühstückt und waren nicht hungrig. Wasser haben wir bei dem Wetter auch ausreichend dabei, also geht es zunächst hoch zum Kanonenbuckel. Von hier oben kann man wunderbar auf die Burganlage schauen.

Burgschenke

Viele Blumen und Kräuter wachsen um den Kanonenbuckel herum. Oben stehen einige Bäume, die angenehmen Schatten spenden, während wir von einer der Bänke aus die Sicht auf die Burganlage genießen. Wir sind schließlich zum Entspannen hier und nicht um durch die Burg zu rennen. Ach ja, einige Kanonen gibt es tatsächlich auch noch auf dem Kanonenbuckel. Die Rohre haben 100mm Durchmesser und müssen mal ordentlich gewumst haben, als sie noch in Betrieb waren. Damit aber niemand auf dumme Gedanken kommt, sind die Rohre versiegelt und die Kanonen im Boden verankert. Drum herum wachsen Blumen und Unkraut zwischen den Pflastersteinen. Ein etwas surreales Bild, das gar nicht recht zusammenpassen will.

Der Kanonenbuckel im Sommer

An diesem Ende der Burg steht auch der Pulverturm, der im Vergleich zum Dicken Turm sehr unscheinbar wirkt. Kein prunkvolles Dach, nur eine kleine Aussichtsplattform lassen ihn von innen aus gesehen fast verschwinden. Dass es ein Turm ist, erkennt man beinahe nur, wenn man von außen auf die Burganlage sieht. Vor dem Pulverturm befindet sich ein hübscher kleiner Brunnen, der allerdings bei unserem Besuch ausgeschaltet war.

Pulverturm der Burg Esslingen

Durch den kleinen Garten mit seinen vielen bunten Blumen laufen wir weiter zum Dicken Turm. Leider ist der ja geschlossen, so dass wir ihn uns nur von außen ansehen. Imposant ist er ja tatsächlich und auch das Dach hat eine interessante Form. Nun bin ich was Architektur alter Gemäuer angeht (das gilt übrigens auch für neue Gemäuer) nicht sonderlich bewandert und kann vor Ort nicht wirklich erkennen, in welchem Stil das Dach erbaut wurde. Aber scheinbar ähnelt der Turmhelm den Nürnberger Turmbauten, die als Vorbild herhalten mussten.

Dicker Turm

Ein Wappen befindet sich über dem Eingang zum Dicken Turm. Über das habe ich allerdings nicht wirklich etwas Genaues herausfinden können. Der Doppeladler als Reichsadler könnte hier passen, aber vielleicht hast du noch detailliertere Infos zu diesem speziellen Wappen?

Weiter geht es zum südlichen Tor, das direkt hinaus in die Wengerte (Weinberge) führt. Es ist sehr heiß und in den Weinbergen ist der Schatten bekanntlich eher rar. Deshalb gehen wir nur wenige Meter, damit ich kurz ein paar Fotos machen kann. Runter in die Stadt laufen wollen wir nicht, zumal wir ja gar nicht so lange auf dem Parkplatz stehen dürften.

Wengerte vor der Burg von Esslingen

Auf den Seilergang will ich aber hinauf, also gehen wir noch weiter ein Stück die innere Burgmauer entlang. Ursprünglich scheint das mal eine Schildmauer gewesen zu sein. Immerhin lässt sich sagen, dass diese Mauer nun schon seit über 700 Jahren steht. Was die Menschen früher gedacht haben mögen, die hier für den Schutz der Burg verantwortlich waren?

Esslingen und das Filstal waren damals ja noch nicht zu zugebaut. Heute jedenfalls habe ich eine herrliche Sicht auf die Stadt. Die orangenen Dächer historischer Bauten weiter vorne und neumodische Hochhausbetonklötze weiter hinten. Mir gefällt das alte Esslingen eindeutig besser! Wer mag kann für 1€ oder auch 2€ das installierte Fernglas benutzen und durch die Fenster der Einwohner Esslingens schauen.

Blick auf Esslingen

Wer gut zu Fuß ist kann von hier aus auch die Stäffele (Treppen) zur Stadt hinuntergehen (oder herauf, wie es einige Leute tun). Wir entscheiden, lieber mit dem Auto zu fahren. So riesig ist die Burganlage nicht und ohne Führer kommt man auch nicht wirklich irgendwo rein. Nun schlendern wir jedenfalls den schattigen Weg entlang zum Mélac-Häusle. Schade, dass wir nicht reinschauen dürfen in das 1529 erbaute Gebäude.

Gemächlich und ohne Eile gehen wir wieder zurück zum Auto. Auf einen Besuch in der Burgtaverne verzichten wir heute auch. In der Stadt erwartet uns ein leckerer Kaffee. Den haben wir uns mittlerweile auch verdient.

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Kulinarisches Weinstadt

Vor einiger Zeit habe ich schon über die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in und um Weinstadt herum berichtet. Allen Genussmenschen sei nun dieser Artikel gewidmet, in dem ich euch die kulinarischen Highlights aus der Stadt Weinstadt vorstellen. Wie der Name der Stadt schon verrät, geht es hier hauptsächlich um Wein. Dies ist übrigens mein Beitrag zur „Kulinarischen Weltreise – Deutschland„.


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Ganz kurze Infos zu Weinstadt

Da du alle wichtigen Details zu Weinstadt in meinem Blogpost „Weinstadt im Remstal – Wein, Wandern, Kultur, Natur“ finden kannst, folgt hier nur das Wichtigste in Kürze: Weinstadt liegt in der Nähe zu Stuttgart, malerisch eingebettet zwischen Hügel, auf denen Weinberge und Wälder wachsen. Über die B29 oder mit der S1 kommst ganz einfach und schnell von Stuttgart nach Weinstadt.

Weinstadt gliedert sich in fünf Stadtteile, zu denen teils noch Neubaugebiete und abgegangene Wohngebiete gehören. In jedem Stadtteil wird übrigens Weinbau betrieben!

Kulinarische Highlights in Weinstadt – Der Wein

Fangen wir mit dem allerwichtigsten an, dem Wein. Der Wein dominiert bereits das Stadtwappen. Unter einer liegenden Hirschstange sieht man groß eine goldene Weintraube. Der Name der Stadt ist wirklich überall Programm. Mit 502 Hektar Rebfläche zählt Weinstadt als eines der größten Weinbauzentren des Landes Baden-​Württemberg.

Über 30 Rebsorten werden hier angebaut. Der beliebteste Wein der Region ist der Trollinger, der auch inoffiziell als württembergisches Nationalgetränk gilt. Daneben sind auch die Sorten Riesling und Lemberger ausgesprochen gefragt. Neben weiteren traditionellen Weinsorten gibt es auch einige Neuzüchtungen auf den Weinbergen Weinstadts zu entdecken.

Geschichtliches zum Wein in Weinstadt

Seit fast 1000 Jahren wird Wein im unteren Remstal angebaut – mindestens. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1086. Aber es gibt Funde von Rebmessern, die darauf hindeuten, dass schon zu Zeiten der alten Römer hier Weinbau betrieben wurde. In Weinstadt war der heutige Stadtteil Schnait der erste, der schriftlich über den Weinbau berichtete, nämlich im Jahr 1238.

Die Remstalkellerei in Beutelsbach wurde noch während des 2. Weltkrieges im Jahr 1940 gegründet. Die übrigens Keltern (so nennt man die Gebäude, in denen der Wein gekeltert, also gemacht wird), sind weitestgehend verschwunden. In Strümpfelbach aber gibt es noch eine sehr alte Kelter aus dem Jahr 1533. Sie wird heute allerdings nicht mehr als Kelter sondern als Veranstaltungsort genutzt.

Seit dem Höhepunkt der Rebfläche um 1500 herum wurden immer weniger Flächen zum Weinbau genutzt. Doch in den letzten Jahrzehnten gab es eine Trendwende und nun wird wieder mehr Wein angebaut, der sich auch steigender Beliebtheit erfreut.

Weingenossenschaft und Weingüter in Weinstadt

Die Weingenossenschaft Remstalkellerei alleine lagert 700.000l Wein. Der Weinkeller der Remstalkellerei gilt als der größte in Süddeutschland. Zu finden ist er im Stadtteil Beutelsbach. Die Remstalkellerei funktioniert etwas anders als ein Weingut. Hier werden die Weintrauben der Mitglieder „gesammelt“, während Weingüter in der Regel nur ihre eigenen Trauben verarbeiten.

Leuchtender Weinberg in Weinstadt

Insgesamt gibt es in Weinstadt 21 Weingüter sowie die Remstalkellerei. In Strümpelbach sind insgesamt sechs Weingüter beheimatet, in Endersbach eines, in Beutelsbach drei sowie die Remtalkellerei. In Schnait finden sich sechs Weingüter, in Großheppach fünf und in Gundelsbach noch eines.

Viele der Weingüter sind schon seit Jahrhunderten in Familienbesitz. Andere dagegen wurden zum Teil erst vor wenigen Jahren bis Jahrzehnten gegründet. Auch wenn heute natürlich vieles maschinell geht, so ist der Weinbau noch immer geprägt von sehr viel Handarbeit. Das Reben schneiden in Herbst und Winter sowie das anschließende Anbinden lassen sich maschinell nicht bewerkstelligen. Und aufgrund der teils sehr steilen Lage der Weinberge wird auch noch immer vieles von Hand geerntet. Das merkt man aber auch an der Qualität der Weine, die ganz sicher keine billige Massenware sind.

Wenn du mehr wissen willst zu den Weinen Weinstadts, dann schau am besten auf der Übersichtsseite „Weingüter und Kellereien in Weinstadt„.

Weinstadt – mehr als Wein: Beutelsbacher Fruchtsäfte

Das Bild rund um Weinstadt ist zumeist geprägt von Weinbergen. Daneben finden sich aber sehr viele Streuobstwiesen und teilweise sogar kleine Obstplantagen, auf denen beispielsweise Äpfel oder Himbeeren angebaut werden.

Gegründet 1936 entwickelte sich die Beutelsbacher Fruchtsaftkelterei zu einem international agierenden Unternehmen. Die Fruchtsäfte werden nach Bio- und Demeter-Standard produziert. Zudem sind die meisten Säfte auch vegan. Und selbstredend wird auch auf den Einsatz von Gentechnik bei der Produktion der Fruchtsäfte verzichtet. Und auch die Gemüsesorten müssen samenfest und frei Gentechnik sein. So wird garantiert, dass die Bio-Bauern unabhängig sind von den Sattgutherstellern.

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Auf dieser Streuobstwiese wächst der Saft von morgen

Jeden Herbst kannst du beobachten, wie Besitzer von Streuobstwiesen ihre Äpfel anliefern. In der Regel bekommen die Lieferanten kein Geld sondern können später Apfelsaft abholen. Jedes Jahr ist es ein Spektakel und spannend zu sehen, wie ertragreich die Streuobstwiesen rund um Weinstadt aufgrund der alten Apfelsorten doch sind.

Kulinarisches Weinstadt - Gourmet Berner

Ursprünglich gegründet wurde Gourmet Berner in Stuttgart als ein Nebenerwerbsbetrieb für Dauerkulturen (z. B. Apfel oder Steinobst). Seit 1994 wurde der Betrieb von Johannes Berner immer weiter ausgebaut. Zunächst wurden die ersten Erzeugnisse unter anderem auf Weihnachtsmärkten verkauft, bis 2004 ein Großßhandel für Feinkostprodukte eröffnet wurde, der mit dem Stammhaus, das auch als Shopreferenz dient, seit 2014 in Weinstadt Großheppach vertreten ist.

Dort befindet sich ein sehr großer Shop (die Gourmet Berner Genusswelt), in dem du allerlei Leckereien bekommst. Von Gewürzen über Tee bis hin zu leckeren selbstgebrannten Likören findest du alles, was das Gourmetherz begehrt. Neben der Genusswelt gibt es dort auch die Kostbar, in der du den ganzen Tag leckerstes Essen bekommst, unter anderem die ebenfalls aus Weinstadt stammenden Baacher Forellen. Auch die Brennerei der hauseigenen Liköre steht hier in Weinstadt.

Gourmet Berner Produkte in Rothenburg ob der Tauber

Mittlerweile ist Gourmet Berner aber nicht mehr nur regional vertreten. Selbst in Rothenburg ob der Tauber und in meiner Heimatstadt Mülheim an der Ruhr habe ich die Produkte schon gesehen. In Mülheim zum Beispiel gibt es die Produkte im Rhein-Ruhr-Zentrum und sogar im Jumbo-Zoo!

 

Wie du siehst hat Weinstadt kulinarisch wirklich einiges zu bieten. Bist du eher der Weintrinker oder wären Säfte oder Liköre aus Weinstadt dein Favorit? Verrate es mir doch in einem Kommentar!

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Die kulinarische Weltreise - Deutschland

Ausflugstipp: Die Kesselgrotte im Welzheimer Wald

Ein sonniger Sonntag im Herbst. Draußen ist es kalt, aber das Wetter verspricht sehr schön zu werden. Beste Voraussetzungen, um die kurze Wanderung zur Kesselgrotte im Welzheimer Wald in der Nähe von Stuttgart zu unternehmen.

Doch egal ob im Frühjahr, wenn die Natur wieder erwacht, im Sommer, wenn die Bäume kühlen Schatten spenden oder doch im Winter, wenn Eiszapfen von der Grottendecke hängen, einen Besuch kannst du zu jeder Jahreszeit planen.

Weg zur Kesselgrotte
Weg zur Kesselgrotte-2
Auf dem Weg zur Kesslgrotte

Anreise

Die Kesselgrotte liegt mitten im Wald. Die nächsten Parkplätze sind jeweils etwas über 1km entfernt. Du kannst entweder den Parkplatz an der Sternwarte Welzheim benutzen, oder, wie ich, am Viadukt-Parkplatz halten. Achtung, sonntags kann der Parkplatz sehr voll werden. Aber wenn der vordere Teil schon besetzt ist, kannst du auch auf dem hinteren Teil parken. Einfach wenige Meter den Waldweg, der von der Einfahrt aus gesehen links abgeht, entlangfahren und schon bist du auf dem hinteren Teil des Parkplatzes.

 

Von Stuttgart Hauptbahnhof fährst du mit der S-Bahn oder Regionalbahn nach Schorndorf. Dort steigst du in den Bus 228 um und fährst bis zur Haltestelle Welzheim Laufenmühle.

Der Weg zur Kesselgrotte

Die Kesselgrotte ist nicht besonders weit weg vom Parkplatz in. Rund 20 Minuten bist du gemütlich hinübergewandert. Der größte Teil des Weges ist mit Schotter befestigt. Links und rechts des Weges wachsen wunderschöne Bäume. Hier und da mischt sich ein Laubbaum zwischen die Nadelwälder und sorgt besonders im Herbst ein wunderschönes Farbenspiel. Wenn du früh genug da bist, zaubert die aufgehende Sonne ein grandioses Lichtspektakel, wenn die Sonnenstrahlen durch die Bäume hindurchscheinen.

Weg zur Kesselgrotte-4

Etwas Fitness solltest du aber mitbringen, da der erste Teil des Weges in Richtung Kesselgrotte etwas steiler ist. Und auch später geht es, wenn auch moderat, weiter bergauf. Da das morgentliche Gras, das hier und da auf dem Weg wächst, von Tau bedeckt sein kann, ziehst du am besten wasserabweisende Schuhe an. Doch die sehr schöne Strecke durch den Welzheimer Wald entschädigt für eventuelle nasse Füße schon vom ersten Schritt an.

Die letzten Meter zur Kesselgrotte führen über einen schmalen, unbefestigten Weg, der hier und da von Wurzeln durchzogen ist. Festes Schuhwerk ist hier absolut notwendig. Vom Hauptweg sind es nur wenige Meter, bis du vor der Kesselgrotte stehst.

Weg zur Kesselgrotte-5
Die letzten Meter zur Kesselgrotte

Wissenswertes zur Kesselgrotte

Was ist die Kesselgrotte eigentlich? Die Kesselgrotte ist eine Sandsteingrotte, die durch Verwitterung im Oberen Stubensandstein entstanden ist. Im Stubensandstein findet man häufiger diese Art von Grotten. Hohlkehlengrotten wie die Kesselgrotte entstehen durch wechselnde Härte im sonst einheitlichen Grobsandstein.

 

Die Felskanzeln bestehen aus härterem und widerstandsfähigerem Gestein. Im Gegensatz dazu entstand die Hohlkehle im extrem mürben Sandstein. Er enthält fast kein toniges Bindemittel und ist entsprechend anfällig für Witterungen. Über die Felskanzeln tropfte oder fließt Wasser und hält die Hohlkehle darunter feucht. Das Wasser dringt in die äußeren Schichten des Sandsteins ein. Wenn es nun im Winter friert und wieder auftaut, werden Sandsteinplatten abgesprengt. In Folge dessen erweitert sich die Hohlkehle stetig. Allerdings steigt dadurch auch die Gefahr von Felsstürzen, wenn das weiche Gestein die schweren und festeren Gesteinsbrocken nicht mehr halten kann.

Ja, da kann man wirklich entlanglaufen
Kleiner Wasserfall, der über die Kesselgrotte fällt

Die Kesselgrotte – was dich hier erwartet

Auf einer Höhe von 470m ü. N. N. liegt die Kesselgrotte. Um sie herum wachsen vor allem viele Buchen und verschiedene Nadelbäume. Über die Felskanzel fällt ein kleiner Wasserfall herab, der über ein kleines Rinnsal, das nach mehr Regen sicherlich ein Bach wird, abfließt.

 

Tote Bäume liegen vor der Grotte und zeugen von vergangenen Stürmen, die diese Bäume das Leben gekostet haben. Und doch passen sie irgendwie in das Bild einer wilden Höhle. Der Hohlbereich der Kesselgrotte reicht noch nicht sehr tief hinein. Dafür ist sie hoch genug, dass man sich nicht den Kopf stößt.

Vor der Kesselgrotte

Durch die Höhle führt ein sehr schmaler, schlammiger Weg. Vor allem bei und nach Regen musst du hier sehr vorsichtig sein. Aber keine Sorge, besonders tief abrutschen kannst du hier nicht. Dennoch könnte es reichen, dir hier den Fuß zu verstauchen.

 

Nachdem du die Grotte einmal umrundet hast, führt noch ein kleiner und wirklich sehr schmaler weg auf der anderen Seite der Grotte entlang. Vorsicht, mit einem (Kamera-)Rucksack wird es hier wirklich eng! Und wenn du dein Kamerastativ aufstellen willst, solltest du besser bereit sein, jederzeit nach deiner Kamera zu greifen und sie vor einem Sturz zu bewahren.

Auf der anderen Seite

Du hast jetzt die Wahl, den Berg weiter hinaufzugehen und von dort beispielsweise zur Sternwarte weiterzuwandern, oder wieder hinabzusteigen und von unten zur Sternwarte zu gehen oder gemütlich zurück zu Parkplatz zu gehen.

Kesselgrotte-3
Kleiner Rundweg durch die Kesselgrotte

Rund um die Kesselgrotte

Der Weg zur Kesselgrotte ist mit etwa 1,2km (ab dem Viadukt-Parkplatz) nicht besonders lang, insgesamt bist du vielleicht eine Stunde unterwegs. Aber die Kesselgrotte ist ja nicht das einzige Highlight in der näheren Umgebung.

 

Wenn du magst, kannst du den Welzheimer Planetenweg entlanggehen, der dich auch an der Kesselgrotte entlangführt. Der etwa 2km Weg führt von der Sternwarte Welzheim zum Viadukt-Parkplatz.

Von diesem Parkplatz aus startet ein Wanderweg durch die Wieslaufschlucht, der dich auch an der Klingenmühle mit einem kleinen Künstlercafé vorbeibringt. Das Café ist in den Wintermonaten allerdings geschlossen. In fast entgegengesetzter Richtung zur Wieslaufschlucht kannst du aber auch eine Wanderung durch die Edenbachschlucht machen.

Kleiner Wasserfall in der Wieslaufschlucht

Ob du nur zur Kesselgrotte gehst oder den Besuch mit einer Wanderung verbindest, die Grotte ist trotz (oder gerade wegen?) ihrer Größe in jedem Fall einen Besuch wert. Warst du schon einmal an der Kesselgrotte oder einer ähnlichen Grotte? Dann berichte mir doch in den Kommentaren davon!

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Glanzlichter Stuttgart – Weihnachtliches Stuttgart 2020

Weihnachtszeit! Es ist schon früh dunkel und zumindest in den letzten Tagen ist es auch recht kalt. Eigentlich wären das genau die perfekten Voraussetzungen für einen Besuch auf dem weihnachtsmarkt. Wäre es nicht das Jahr 2020, in dem uns Corona so ziemlich alles durcheinander geworfen hat, was nur ging. Eine recht traurige Weihnachtszeit, so ohne Weihnachtsmärkte. Immerhin habe ich euch vor einigen Jahren schon über den Weihnachtsmarkt in Stuttgart berichtet.

Doch so ganz ohne geht es ja doch nicht. Das dachte sich auch die Stadt Stuttgart und hat deshalb mit der Aktion Glanzlichter Stuttgart etwas für Abhilfe gesorgt. Neben sehr schönen Lichtinstallationen auf dem Schlossplatz ist auch der Rest der Stadt schön geschmückt und beleuchtet. Außerdem stehen insgesamt 30 Buden in der ganzen Innenstadt verteilt.


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Die Weihnachtsbuden stehen mit ausreichend Abstand zueinander im ganzen Innenstadtbereich vom Hauptbahnhof bis zum Marktplatz verteilt. Mehr als zwei Stände nebeneinander gibt es nicht. Typische Weihnachtssüßigkeiten und etwas Handwerk macht den Großteil der Buden aus. Einige Bars verkaufen auch Glühwein und Punsch to go.

Glanzlichter Stuttgart

Wichtiger sind aber doch die Lichtinstallationen auf dem Schlossplatz, genau gegenüber vom Neuen Schloss Stuttgart. 8 Motive, die alle auf ihre Art die Stadt Stuttgart repräsentieren erleuchten die vorweihnachtlichen Abende. Mittig steht das Stuttgarter Rössle. Das stolze Ross ist das Wappentier Stuttgarts. Dank der sehr durchdachten Beleuchtung sieht es manchmal so aus, als würde das steigende Pferd mit den Vorderbeinen austreten.Die Farben wechseln immer wieder von einem warmen Gelb zu einem kalten Weiß.

Natürlich sind auch die beiden großen Autobauer aus Stuttgart vertreten. Sowohl das Mercedes-Benz Museum als auch das Porsche Museum sind mit jeweils einer automobilen Lichtinstallation auf dem Stuttgarter Schlossplatz vertreten.

Weitere Lichtinstallationen der Glanzlichter Stuttgart sind ein Elefant, der den Stuttgarter Zoo „Wilhelma“ repräsentiert, eine Installation zum Stuttgarter Weindorf, den Fernsehturm (den ich aber als solchen jetzt nicht unbedingt erkannt hätte), ein Riesenrad für den Wasen und die Grabkapelle, auch bekannt als „Denkmal ewiger Liebe“.

Die Lichtinstallationen könnt ihr noch bis zum 27. Dezember auf dem Schlossplatz bewundern, immer von 15-21 Uhr. Die Beleuchtung in der Innenstadt ist sogar bis zum 6. Januar, immer von 15-24 Uhr eingeschaltet. Bitte beachte, dass im gesamten Stuttgarter Innenstadtbereich Maskenpflicht gilt und du die Abstandsregeln einhalten musst. Bei meinem Besuch haben sich aber alle Besucher sehr vorbildlich daran gehalten!

Wie sieht es in deiner Stadt aus? Was wird dort getan, um uns die Vorweihnachtszeit zu verschönern? Gibt es wenigstens eine weihnachtliche Beleuchtung? Berichte mir doch davon in einem Kommetar.

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Konstanz Quickie: Altstadt und Hafen – Spannende Infos für deinen Kurztrip an den Bodensee

Konstanz, die größte Stadt am Bodensee. Mit etwa 85.000 Einwohnern ist Konstanz auch eine der 100 größten Städte in Deutschland. Aber das nur am Rande, schließlich geht es hier darum, was du dort alles erleben kannst, wenn du nur wenig Zeit hast. Konstanz hat eine wunderschöne Altstadt und liegt direkt am Bodensee. Beides unschlagbare Argumente für einen Kurztrip in die Stadt nahe der Schweizer Grenze.


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Reicht denn ein Tag in Konstanz aus? Ganz klare Antwort: NEIN! Auch wenn die Altstadt relativ klein ist und alles sehr gut zu Fuß zu erreichen ist. Den wahren Charm von Konstanz kannst du erst erfassen, wenn du dich ein wenig mit der Geschichte der Stadt auseinander gesetzt hast.

Und natürlich gehört zur Stadt auch der Bodensee die das Brandenburger Tor zu Berlin. Ein Teil des täglichen Lebens spielt sich imemr auch am oder auf dem Wasser ab. Das gilt ganz besonders für die Studenten, die an einer der beiden Universitäten von Konstanz studieren.

Historisches Konstanz

Konstanz hat auch heute noch eine unglaublich gut erhaltene Altstadt, die schon seit Jahrunderten nahezu unverändert besteht. Das liegt vor allem daran, dass die Altstadt weder im Dreißigjährigen Krieg, der von 1618 bis 1648 andauerte noch im Zweiten Weltkrieg nennenswerte Schäden erlitten hat. Und so stehen viele Häuser heute noch dort, wo sie schon vor vierhundert Jahren standen. Nimm dir einen Moment Zeit und stelle dir vor, wie Mägde Kaufmänner durch genau die gleichen Gassen wandel