Motivideen – Fotografieren im Herbst

Man kann es nicht abstreiten, ein langer, sonniger und teils extrem heißer Sommer liegt hinter uns. Der Herbst ist da. Das merkt man nicht nur daran, dass es abends früher dunkel wird, es ist auch merklich kälter geworden. Aber auch wenn es kühler und nasser wird, die Natur bietet noch jede Menge Motivideen zum Fotografieren im Herbst. Es gibt also noch immer ausreichend Gründe, sich die Kamera zu schnappen und los zu ziehen.

(Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal am 4. Oktober 2018 und wurde im September 2019 mit Tipps zum Fotografieren mit dem Handy ergänzt.)

Ich selber bin ein leidenschaftlicher Hobby-Naturfotograf. Bäume, Blumen, Landschaften, ganz egal was, ich finde fast immer ein schönes Motiv. Deshalb möchte ich dir heute ein paar Ideen mit an die Hand geben, was du im Herbst draußen in der Natur noch für wunderschöne Motive finden kannst. Zusätzlich habe ich ein paar hilfreiche Hinweise für dich, wie dir noch bessere Bilder gelingen.

Nicht immer reicht deine Kamera und das “Immerdrauf-Objektiv”. Sofern du etwas mehr Ausrüstung benötigst, gebe ich dir ein paar Tipps, was du zusätzlich noch einpacken solltest. Aber selbst mit einem Handy kannst du im Herbst stimmungsvolle Bilder hinbekommen.


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Fotografieren im Herbst – Nebel

Letztes Jahr im September bin ich früh morgens losgezogen, um Bilder im Nebel zu machen. Nach einem eher mäßigen Start bin ich noch auf einen Weinberg gestiegen, um von dort die Nebelschwaden im Tal zu fotografieren. Die Aussicht nach unten ins Tal war sehr schön, überall wallten kleine weiße Wölkchen über den Städtchen.

Nebel im Remstal

Auf dem Weinberg gibt es einen kleinen Aussichtsturm. Von dort wollte ich weitere Bilder machen. Um mich herum war der Weinberg, umgeben von einem strahlend blauen Himmel. Unten im Tal der Nebel. Doch plötzlich kam er den Berg hinauf gekrochen. Erst ganz langsam, wie einzelne Finger, die nach dem Wein griffen. Die Schwaden umgaben eine kleine Bauminsel und es sah einfach unglaublich mystisch aus.

Der Nebel zieht vom Tal den Berg hoch
Mittlerweile wird der Nebel immer dichter

Doch es dauerte keine 15 Minuten, da war von einem blauen Himmel nichts mehr zu sehen. Kein Weinberg, keine Bauminsel, nichts. Nur grauer, kalter Nebel um mich herum. Und keine weiteren 20 Minuten später war der ganze Nebel wieder fort, als ob das alles nie geschehen sei. Dabei sind an diesem Morgen viele wunderschöne Bilder entstanden.

Weinberg im Nebel

Was brauchst du für die Nebelfotografie?

Da das Licht in der Regel sehr schlecht ist, empfehle ich dir, ein lichtstarkes Objektiv und ein Stativ einzupacken. Gerade morgens wenn die Sonne noch nicht so stark scheint kannst du mit einem f2.8-Objektiv einiges raus holen. Wenn du nur dein Handy hast, dann nimm einfach ein Handystativ oder eine spezielle Handyhalterung für dein Stativ.

Außerdem kann ein Fernauslöser ebenfalls sehr hilfreich sein. Du kannst mit einem Stativ deine Fotos länger belichten und verhinderst mit dem Fernauslöser, dass du beim Auslösen bereits das Bild verwackelst. Alternativ zum Fernauslöser ist auch das zeitversetzte Auslösen hilfreich, Verwackelungen zu vermeiden.

Fotografieren im Herbst - Nebel im Sonnenaufgang
Nebel im Sonnenaufgang

Fotografieren im Herbst – Pilze

Leider war der Sommer 2018 so extrem trocken, dass in vielen Regionen keine oder nur sehr wenige Pilze wuchsen. Im letzten Jahr gab es aber zumindest in den Wäldern rund um Weinstadt so manchen schönen Pilz zu entdecken. Nicht alle sind essbar, manche stinken auch, aber schöne Fotomotive bieten sie auf jeden Fall!

Fotografieren im Herbst - kleine lila Pilze
Fotografieren im Herbst – kleine lila Pilze

Was brauchst du für die Pilzfotografie?

Wasserdichte Schuhe! Wenn du durch den Wald marschierst, wirst du sehr dankbar sein, keine Stoffsneaker anzuhaben, auch wenn das Wetter vielleicht schön aussieht. Gerade unter frischem Laub kann sich die eine oder andere gemeine Pfütze verstecken. Das aber nur als kleinen Bonustipp.

Bezüglich deiner Fotoausrüstung genügt schon oft ein Standardobjektiv und/oder ein Teleobjektiv mit Makrofunktion. Natürlich ist ein Makroobjektiv am besten, aber sollte es dein Geldbeutel gerade nicht hergeben, geht es auch mit vorher genannten Alternativen. Zusätzlich kannst du dir noch ein paar Nahlinsen anschaffen.

Ein Stativ ist sehr nützlich, aber je nach gewünschter Perspektive stellst du deine Kamera besser direkt auf den Waldboden, einen Stein oder einen Baumstumpf. Gerade bei Pilzen empfiehlt sich ein Foto auf “Augenhöhe”. Die meisten Stative haben einen Auszug und können dementsprechend nicht ausreichend nah an den Boden gebracht werden. Vielleicht wäre ein kleines Tischstativ hier eine Lösung, aber eine kleine Unterlage, die deinen Kameraboden vor Feuchtigkeit schützt, reicht vollkommen aus.

Fotografieren im Herbst - Steinpilz

Mit Makroobjektiven kannst du sehr nah an den Pilz herangehen und teilweise tolle Detailaufnahmen machen. Mit einem 17-50mm Objektiv, wie ich es benutze, hast du dagegen die Möglichkeit, aufregende Landschaftsaufnahmen zu machen.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass deine Bilder mit einem Blitzlicht nicht so schön werden. Besser ist es, das Bild länger zu belichten. Aber sicherlich kann die besonders bei Makroaufnahmen ein guter Blitz auch helfen, die entsprechende Stelle besser auszuleuchten. Ob du also ein Blitzlicht verwendest, kommt sehr auf die Situation an, ich persönlich nutze so gut wie nie ein Blitzlicht.

Fotografieren im Herbst - Pilze

Mein Tipp für die Pilzfotografie mit dem Handy: Schalte dein Handy in den Portaitmodus. Dann fokussierst du auf den Pilz. Dieser wird auf deinem Bild scharf abgebildet, während der Hintergrund verschwommen ist. Schau dir mal den Vergleich an. Links wurde das Bild ohne und rechts mit Portraitmodus aufgenommen. Der Unterschied ist schon bei diesem Schnappschuss sichtbar, nicht wahr?

Fotografieren im Herbst – Herbstlaub

Wenn sich die Blätter verfärben, gibt es unzählige Möglichkeiten, schöne Motive zu finden. Sei es die Allee, der Wald als ganzes oder einzelne Blätter im Gegenlicht. An Motiven fehlt es hier wirklich nicht! Und außer deiner Kamera, einem Standardobjektiv und einer Gegenlichtblende um Streulicht zu vermeiden, brauchst du nicht einmal wirklich viel Ausrüstung!

Fotografieren im Herbst - rote Blätter
Die roten Blätter heben sich schön vom grünen Hintergrund ab

Ob beim Spaziergang im Park, in der Allee vor der Tür, im Wald oder im Zoo, überall leuchten im Herbst die Bäume in den schönsten Farben. Und falls du wissen möchtest, welche Bäume du soeben fotografierst hast, dann hilft die diese Seite zur Baumbestimmung weiter.

Übrigens findest du bei Bastian W. tolle Tipps, wie du vorhersagen kannst, wann das Herbstlaub besonders bunt aussehen wird. Außerdem findest du bei ihm weitere Kniffe in Bezug auf die Wetterfotografie.

Fotografieren im Herbst - Buntes Herbstlaub
Fotografieren im Herbst – Buntes Herbstlaub
Fotografieren im Herbst - buntes Laub auf dem Weinberg
Weinberg im Herbst



Fotografieren im Herbst – Morgentau

Morgens wenn die Wiesen und Büsche noch feucht sind, kannst du wunderschöne Bilder vom Morgentau machen. Wie Perlen liegen die Wassertropfen auf den Pflanzen. Wenn dann noch die Sonne gut steht, bricht sich das Licht in den Tauperlen und zaubert eine wunderschöne Stimmung. Egal ob als Bokeh im Hintergrund oder als Hauptmotiv, Morgentau ist immer wieder wunderschön einzufangen.

Was brauchst du für die Morgentaufotografie?

Du kannst für das Fotografieren von Morgentau durchaus ein Makro-Objektiv benutzen, so manche meiner Bilder sind allerdings mit meinem 17-50mm Objektiv entstanden.Ein Stativ empfiehlt sich sehr, wenn du Makroaufnahmen von Tautropfen machen möchtest. Für Bodenaufnahmen solltest du eher eine Wasserfeste Unterlage für deine Kamera und deine Knie dabei haben. Auf der nassen Wiese niederknien bringt dir nämlich eine nasse Hose und dann wird es schnell kalt.

Morgentau auf Gras mit Bokeh
Der Morgentau verleiht dem Bild ein wunderschönes Bokeh

Fotografieren im Herbst – Sonnenstrahlen und Gegenlicht

Wichtig ist beim Fotografieren mit Gegenlicht, dass du den Fokus richtig setzt. Gerade wenn du mit Autofokus arbeitest, hängt der Erfolg deines Bildes davon ab. Fokussierst du beispielsweise auf eine dunklen Fläche, wird der Rest des Bildes zu hell, da deine Kamera dann die Belichtung automatisch anpasst. Und wenn du den Autofokus auf die hellste Stelle fokussierst, wird der Rest zu dunkel. Wenn du unsicher bist, probiere einfach ein paar Einstellungen aus oder stelle in den Manuellen Modus deiner Kamera, um alle Einstellungen selber vorzunehmen.

Vor allem im Wald lassen sich morgen herrliche Lichtstimmungen einfangen. Sonnenstrahlen, die durch die Bäume fallen und den Wald teilweise in goldenes Licht tauchen. Manchmal kommen sie auch von der Seite und wirken dann noch mystischer.

Fotografie von Sonnenstrahlen im Gegenlicht
Sonnenaufgang im herbstlichen Wald

Die tiefstehende Morgensonne verhilft uns auch zu weiteren wunderschönen Motiven. Nun kannst du stimmungsvolle Gegenlichtaufnahmen machen. Im Sommer müsstest du dafür einige Stunden früher aufstehen. Und irgendwie ist die kühle Luft im Herbst doch viel klarer, was man auch auf den Bildern sieht.

Gras im Gegenlicht des Sonnenaufgangs fotografiert
Gras im Gegenlicht des Sonnenaufgangs

Auch mit dem Handy können Gegenlichtaufnahmen gelingen. Die folgende Aufnahme ist gänzlich unbearbeitet, um dir zu zeigen, dass selbst schnelle Schnappschüsse im Gegenlicht gelingen können.

Blumen im Gegenlicht, fotografiert mit dem Handy
Blumen im Gegenlicht, fotografiert mit dem Handy

Ich hoffe sehr, dass dir meine Tipps gefallen haben. Hast du noch weitere Ideen für den Herbst? Fotografierst du selber? Dann freue ich mich über deinen kommentar, sehr gerne auch mit einem Link zu deiner eigenen Homepage. Bitte teile den Beitrag auch auf Facebook und Pinterest!


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