Der perfekte Blogger

Der perfekte Blogger

In letzter Zeit überlege ich sehr oft, was einen wirklich guten Blogger ausmacht. Ich habe einige Blogs mit Tipps und auch einige Anmerkungen bei Facebook gelesen und daraus geschlossen, was der perfekte Blogger überhaupt alles für Kenntnisse und Fähigkeiten haben muss und was man als Blogger niemals machen darf:

Der perfekte Blogger hat eine journalistische Ausbildung

Der perfekte Blogger muss ein ausgebildeter Journalist sein oder zumindest Kenntnisse im journalistischen Schreiben haben, egal was er für einen Blog hat und ob er beruflich oder nur zum Spaß bloggt.

Mir wurde nahe gelegt, doch einmal ein Buch über journalistisches Schreiben zu lesen. Anscheinend ist mein Schreibstil zu laienhaft und entspricht nicht den Anforderungen der professionellen Print- und Onlinemedien. Ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich einfach „frei Schnauze“ meine Berichte aufs Papier bzw in die Datenbank klatsche, ohne journalistische Kenntnisse. Nun ja, ich schreibe einen persönlichen Blog und keine professionelle Zeitung. Warum sollte man als Hobbyblogger nun also irgendetwas in diese Richtung lernen? Geht dadurch nicht das ehrliche und individuelle verloren, das einem Blog doch erst eine eigene Persönlichkeit gibt? Wer gerne den unpersönlichen Schreibstil mag, ist bei mir sicherlich nicht richtig aufgehoben.

Der perfekte Blogger hat zusätzlich eine fotografische Ausbildung

Der perfekte Blogger muss ein Fotograf sein und auch über eine entsprechende Ausrüstung verfügen.

Entschuldigung wenn meine Bilder zu laienhaft sind. Ich fotografiere nur zum Spaß und nicht mit dem Hintergedanken, Fotos von der Qualität zu erschaffen, wie Leute, die mit ihren Bildern ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Ich habe nie einen Fotokurs besucht und lerne nach und nach dazu. Ja, und ich habe mir noch kein Fotostudio daheim eingerichtet. Das Ganze ist dazu auch mit Kosten verbunden.

Klar kann man sich für wenig Geld ein halbwegs anständiges Equipment bekommen, aber mal ehrlich, sobald man für die Komposition der Fotos mehr Zeit aufwenden muss als für das eigentliche Schreiben, läuft doch irgendetwas falsch. Verlangt ihr das wirklich von anderen Blogs, dass die Bilder aussehen wie aus Hochglanzmagazinen? Wieso wollt ihr das?

Solange die Bilder scharf sind und nicht verwackelt ist es doch egal, ob sie mit dem Handy gemacht wurden oder einer Phase One P65+. Wieso müssen Fotos neben den vorgestellten Produkten auch noch Deko haben? Wird dadurch die Kosmetik besser, schmeckt das Katzenfutter anders oder haben die Kinder beim Spielen mehr Spaß an der Spielzeuglok wenn daneben ein Teddy im Bild ist? Ich behaupte nein!

Aber gut, jeder wie er mag und wenn einem meine Fotos, auf denen ich in der Regel das vorgestellte Produkt in den Vordergrund stelle und nicht mit unnötigem Schnickschnack ablenken will, nicht gefallen, muss ich damit leben. Ich finde auch, dass einige Blogger supertolle Bilder machen und natürlich stelle ich gewisse Ansprüche auch an mich, aber zu kritisieren, dass es meinen Fotos an Deko fehlt, verfehlt in meinen Augen das Ziel um Meilen. Übrigens, du kannst für deinen Blog auch kostenlose Stockfotos bekommen!

Der perfekte Blogger verfügt über Programmierkenntnisse

Am besten sollte man als perfekter Blogger bevor man mit dem Bloggen überhaupt anfängt hervorragende Kenntnisse in html und CSS haben, um sich das eierlegende Wollmichsautemplate basteln zu können, dass alle Wünsche des Bloginhabers und der Leser erfüllt. Alternativ darf man auch viel Geld in die Hand nehmen und sich etwas stricken lassen.

Ja, ich nehme nur kostenlose Themes, die ich ein wenig an meine Wünsche anpasse, leider ohne vorher genannte Programmierkenntnisse zu haben. Mein Blog ist noch immer mein Hobby, für das ich nicht wirklich viel Geld ausgeben mag. Ich verdiene ja auch nicht wirklich etwas mit meinem Blog, bekomme nur ab und an einmal ein paar Testprodukte. Wer meinen Blog einmal genauer anschaut wird aber feststellen, dass ich auch ganz oft über selber gekauftes schreibe. Also geht meine ganz persönliche Kosten-Nutzen-Rechnung hier auch nicht auf. Natürlich muss der Blog ansprechend gestaltet sein, aber niemals wird es perfekt werden und niemals werden es alle gleich mögen. Damit kann ich leben, versuche aber natürlich, kein zu langweiliges oder trübes Design zu wählen. Deshalb ja auch das neue.

Der perfekte Blogger muss sich auf ein Thema und eine Zielgruppe festlegen

Der perfekte Blogger schreibt über ein bestimmtes Thema für eine ganz bestimmte Zielgruppe. Leute, schreibt bloß nicht über Kosmetik und Kochrezepte, denn dann macht ihr es euren Lesern schwer zu erkennen, dass sie zu eurer Zielgruppe gehören. Legt euch auf ein Thema fest!

Findet ihr doof? Gut, ich auch! Ich schreibe eben über Produkttests, Ausflüge, meine Gedanken. Wen ich damit erreichen will? Jeden, den das jeweilige Thema eben interessiert! Meine Zielgruppe? Männlich oder weiblich ab einem Alter von etwa 12 Jahren (ich schreibe auch über PC Games!). Treffen diese beiden Kriterien auf dich zu? Herzlichen Glückwunsch, dann darfst du auch zukünftig wiederkommen und bei mir lesen, denn du gehörst zu meiner Zielgruppe. Und wenn du jünger bist, darfst du trotzdem bei mir lesen!

Du fühlst dich weder als Mann noch als Frau? Auch du darfst bei mir lesen! Wieso muss jeder Blog nur auf eine Thematik festgelegt sein? Ich kenne keine Tageszeitung, die ausschließlich über Politik schreibt oder Wirtschaft, alle schreiben über verschiedenste Themen und werden trotzdem gekauft. Und wer sich nur für ein Thema interessiert, der kauft sich eben Fachzeitschriften. Aber selbst in denen gibt es oft genug ein paar Seiten, die „off topic“ sind.

Immer mit dem Gedanken bloggen, damit Geld zu verdienen

Der perfekte Blogger bloggt natürlich nicht zum Spaß oder weil er seinen Mitmenschen etwas mitteilen will, sondern er will immer Geld mit seinem Blog verdienen, sei es durch Bannerwerbung, Affiliate-Programme oder bezahlte Blogberichte. Und zwar ausschließlich, nicht nur um die laufenden Kosten zu decken, sondern um reich zu werden! Das führt dann unweigerlich zum nächsten Punkt:

Der perfekte Blogger darf sich bloß nicht unter Wert verkaufen

Der perfekte Blogger verkauft sich nicht unter Wert und macht nichts gratis. Das ist eine tolle Aussage von Leuten, die mit ihren Blog auch Geld verdienen, vielleicht sogar als einzige Geldquelle. Sie kam zwar nicht direkt auf mein Hilfegesuch, aber ich lese es soooooo oft! Aber wieso bitte darf ein kleiner Blogger nicht für 0€ oder 25€ oder 50€ oder 75€ einen Blogbericht verfassen? Wieso muss er überhaupt Geld nehmen?

Wieso darf man nicht auch einfach über ein Testprodukt schreiben oder über etwas, das man sich gar selber gekauft hat? Selbstverständlich weiß ich, das ist kostenlose Werbung, aber Geld bekommt man oft nur ab einer gewissen Reichweite und die muss man sich erst einmal aufbauen. Sobald man eine gewisse Stammleserschaft hat, hat man ja eh die Möglichkeit, sich die Projekte gezielter auszusuchen. Und wenn jemand damit zufrieden ist, nur ein Testprodukt zu bekommen, ist das doch vollkommen in Ordnung.

Viele Blogberichte bringen viele Leser

Der perfekte Blogger schreibt ganz viel. Möglichst täglich, wenn nicht sogar mehrmals täglich. Die Masse macht es, schließlich will der Leser ja regelmäßig mit neuem Lesestoff versorgt werden. Ist ja bei Tageszeitungen auch nicht anders. Und wenn einem nix besseres einfällt, schreibt man eben, wie oft die Katze wieder gepupt hat oder welche Proben aus Zeitschriften man ein einziges Mal verwendet hat und wie toll sie sind. Hauptsache man veröffentlicht immer etwas, auch wenn man nix zu sagen hat.

Leser an sich binden

Der perfekte Blogger weiß, wie man Leser an sich bindet, nämlich am besten mit diesen meganervigen Pop-Ups, die immer dann mittig auf dem Bildschirm aufpoppen, wenn man gerade angefangen hat zu lesen. Je mehr davon und je häufiger der Aufruf, seine Mailadresse anzugeben oder dem Blog auf andere Art zu folgen, umso besser. Irgendwann trägt der Leser sich schon in die Liste ein, um endlich diesen einen Bericht in Ruhe zu Ende lesen zu können.

Schreibe worüber alle schreiben

Der perfekte Blogger weiß, wenn alle über ein Thema oder ein Produkt schreiben, dass muss es ja gut sein, also sollte man schnellstens auf den Zug aufspringen und selber darüber schreiben. Je öfter man ein Produkt lobt, um so besser wird es schließlich. Außerdem macht es ja viel zu viel Mühe, sich Dinge zu suchen, über die noch nicht so viele geschrieben haben. Da bieten DM und Co. doch so tolle Möglichkeiten, und das auch noch für wenig Geld.

Ja, wie ihr sicherlich gemerkt habt, habe ich vieles sehr übertrieben und überspitzt dargestellt. Leider sind das im Grunde die Kernaussagen, die man bekommt, wenn man Hilfe sucht und seinen Blog bewerten lassen will oder vermeintliche Anfängertipps liest. Sicherlich sind viele der Aussagen zutreffend, wenn man professionell bloggen möchte, seinen Blog als Geldquelle nutzt und ihn nicht als Hobby sieht.

Aber für mich soll der Blog ein Zeitvertreib sein, ich freue mich zwar über mehr Leser, aber 5000 oder gar 10000 Zugriffe an einem Tag erwarte ich nicht. Ich freue mich, wenn neue Blogposts einige Dutzend Zugriffe haben und andere Spaß am Lesen haben und bei mir vielleicht etwas entdecken, dass sie noch gar nicht kannten.

Deshalb schreibe ich auch nur selten über Dinge, die gerade „modern“ sind, denn nach dem dritten Mizellen-Gesichtswasser-Blogbericht kennt man doch schon die gesamte Entstehungsgeschichte und Wirkweise. Ich schaue persönlich lieber auf einen Blog, wenn Dinge vorgestellt werden, die ich noch nicht kenne und die eher ein „Geheimtipp“ sind. Obwohl ich jetzt schon ein Jahr blogge (mal mehr, mal weniger), lerne ich jeden Tag etwas dazu und versuche auch jeden Tag, noch besser zu werden.

Und du?

Jetzt würde mich interessieren, wie seht ihr das Thema, was muss man können, was sollte man können? Können Blogs, die sich nicht ausschließlich auf ein Thema festlegen in euren Augen bestehen? Oder lest ihr nur dann regelmäßig, wenn der Blog eine klare Ausrichtung hat? Wie steht ihr zum Thema Fotos, würdet ihr eher wiederkommen, wenn die Texte kurz und mittelmäßig sind aber tolle Bilder gezeigt werden oder würdet ihr eher wiederkommen, wenn die Texte sehr gut sind, die Bilder aber eher mittelmäßig? Was machen für euch gute Texte und gute Bilder aus?

PS: Auch ich habe angefangen, Affiliate-Links und Werbung in den Blog mit aufzunehmen. Der Blog kostet eben auch Geld und wenn sich so die Kosten reduzieren oder ich sogar neue Fotosausrüstung für bessere Blogfotos anschaffen kann, dann freut mich das auch sehr! Deshalb gibt es unter diesem Beitrag auch eine kleine Werbung. Ach ja, einen Newsletter-Pop-Up habe ich auch, den findet ihr unten links in der Ecke. Wenn ihr euch da eintragen würdet, wäre es sehr nett. Alternativ geht das natürlich auch über die Sidebar. Und bei Facebook und Co könnt ihr mir auch folgen, da bekommt ihr auch immer neue Beiträge angezeigt.

 

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