11 Fehler, die deine Fotografie nicht verbessern

Klar, jeder fängt mal an mit dem Fotografieren. Und nur Übung macht den Meister. Aber selbst wenn du jeden Tag 100 Fotos machst, kann es sein, dass sie auch nach Wochen, Monaten oder sogar Jahren immer noch nicht gut sind. Wenn das auch bei dir der Fall ist, dann könnte es sein, dass du gnadenlos untalentiert bist. Oder aber, und das ist wohl sehr viel wahrscheinlicher, es liegt daran, dass du nachfolgende Fehler machst. Um deine Fotografie zu verbessern, musst du nur diese Fehler abstellen. Wie das geht, erfährst du bei den jeweiligen Punkten.


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1. Du kennst deine Kamera nicht

Du weißt, wie man deine Kamera einschaltet? Herzlichen Glückwunsch, der erste Schritt ist gemacht. Wenn das aber alles ist, was du über deine Kamera weißt, dann hast du ein sehr großes Problem, denn du kannst das Potenzial deiner Kamera nicht ausschöpfen.

Auch wenn es langweilig sein mag, ich kann jedem nur empfehlen, sich das Handbuch durchzulesen. Wo stellst du das Dateiformat ein, wo die Bildqualität, Iso, Weißabgleich und so weiter? Eventuell möchtest du mit Belichtungskorrektur arbeiten oder den Farbraum ändern. Wichtig ist auch zu wissen, wo du die Autofokuseinstellungen, insbesondere die Messfeldeinstellungen findest.

Je nachdem welche Kamera du hast, hat sie natürlich mehr oder weniger Funktionen. Mache dich mit den Begriffen und Funktionen deiner Kamera vertraut, wenn du in der Lage sein willst, die bestmöglichen Bilder in jeder Situation zu machen und deine Fotografie zu verbessern.  Wenn du dich ausschließlich auf die Werkseinstellung deiner Kamera verlässt, wirst du schnell an eine Grenze stoßen und deine Bilder werden immer bestenfalls durchschnittlich gut sein.

Lerne deine Kamera kennen, um deine Fotografie zu verbessern

2. Du verstehst die technischen Grundlagen der Fotografie nicht

Selbst wenn du alle Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten deiner Kamera kennst, wirst du niemals deine Fotografie verbessern, wenn du dich nicht mit den technischen Grundlagen der Fotografie auseinander setzt. Am wichtigsten ist zu verstehen, wie Blende, Belichtungszeit und ISO zusammenhängen. Das Zusammenspiel dieser drei Einstellungen wird auch Belichtungsdreieck genannt. Die einzelnen Themen möchte ich hier nur kurz erklären:

Belichtungszeit

Willst du schnelle Bewegungen einfangen, musst du kurz belichten, möchtest du bewegte Dinge unscharf bzw. weich darstellen, brauchst du eine längere Belichtungszeit. Die Unterschiede sieht man am besten auf den Fotos:

Wasserfall 1-30sek Wasserfall 5sek

Blende

Um einen kleinen Bereich scharf und einen großen Bereich unscharf darzustellen (kleine Schärfentiefe) brauchst du eine große Blende, um eine große Schärfentiefe zu erzielen eine kleine. Und um dich gleich noch mehr zu verwirren: Die größte Blende deines Objektivs ist die, mit der kleinsten Zahl. In der Regel wird das eine f2.8, f3.5 oder f4 sein. Je kleiner die Zahl, um so mehr Licht fällt auf den Sensor.

Butterblume Blende f2.8 Butterblume Blende f11

ISO

Und zu guter Letzt gibt es auch noch die ISO. Das ist die Filmempfindlichkeit (englisch film speed). Früher hatte jeder Film einen festen ISO-Wert und war damit in der Benutzung stark eingeschränkt. Für Bilder bei Sonnenschein wurd eich ganz anderer Film benötigt als für Bilder im Dämmerlicht oder in geschlossenen Räumen. Jetzt haben Digitalkameras ja keinen Film mehr. Man stellt über den ISO-Wert heute die Lichtempfindlichkeit des Sensors ein. Je höher der ISO-Wert, um so dunkler kann die Umgebung sein. Das ermöglicht dir auch bei schlechten Lichtverhältnissen, Bilder mit einer verhältnismäßig kurzen Belichtungszeit zu machen.

Lerne, wie die drei Werte zusammenhängen und probiere aus, welche Ergebnisse du erzielst, wenn du eine oder mehrere Einstellungen an deiner Kamera anpasst. Das ist dann übrigens auch der Anfang der (halb)manuellen Fotografie, die dir sehr viel bessere Bildgestaltungsmöglichkeiten bietet, als du sie im Automatikmodus je haben wirst.

Katharina hat übrigens auch einen Beitrag zu diesem Thema auf ihrem Blog Imkaphotos geschrieben: ISO, Blende, Belichtungszeit… Bitte was?

3. Du tanzt auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig

Portaitfotografie, Landschaftsfotografie, Architektur, Makro-Aufnahmen, es gibt so unglaublich viele Bereiche in der Fotografie! Und sie alle können sehr aufregend sein. Doch wenn du dich zu früh mit zu vielen verschiedenen Themenfeldern befasst, wirst du in keinem wirklich gut werden. Wie in allem braucht es auch in der Fotografie Übung. Und teilweise auch das richtige Equipment.

Für den Anfang musst du natürlich ausprobieren, welcher Weg für dich der richtige ist. Gehe in die Natur, fotografiere Menschen oder mache Architekturaufnahmen. Du wirst schnell herausfinden, was dir am meisten Spaß macht. Konzentriere dich eine Weile auf dein „Fachgebiet“ und übe so lange, bis du das Gefühl hast, gut genug zu sein. Egal für welchen Bereich du dich entscheidest, du wirst merken, dass du mit der Zeit auch in den übrigen Themengebieten besser wirst. Aber gerade am Anfang ist es einfacher, nicht alles auf einmal auszuprobieren.

Das gilt besonders dann, wenn du weitere Ausrüstung kaufen willst. Portraitfotografen schwören oft auf Festbrennweiten, in der Streetfotografie willst du vielleicht flexibler sein und für die Tierfotografie brauchst du meistens eine lange Brennweite, die du im Alltag kaum einsetzen kannst.

4. Du liest keine Bücher und machst keine Kurse

Learning by doing ist dein Motto? Das kann natürlich funktionieren, wird aber in der Regel sehr lange dauern und deine Fotografiekenntnisse werden sich nur sehr langsam verbessern. Kaufe dir besser das eine oder andere Buch, einen Videokurs, melde dich zu einem Fotokurs mit kleiner Gruppe an oder lies Blogs und schaue YouTube. Es gibt so viele gute Möglichkeiten, dich weiterzubilden, nutze sie! Ich persönlich kann dir folgenden Kurs auf Udemy ans Herz legen:

Photography Masterclass: A Complete Guide to Photography*

Ich habe ihn mir selber gekauft und habe trotz sehr langer Fotografieerfahrung noch einiges mitnehmen können. Achte aber darauf, dass du ihn kaufst, wenn es wieder Angebote gibt, dann gibt es viele Kurse schon ab 9,99€ – 12,99€.

Zusätzlich finde ich auch folgende Bücher sehr empfehlenswert:

5. Du liest zu viele Bücher und machst zu viele Kurse

Wenn du der gegenteilige Typ bist, der nur Kurse macht, Videos schaut und Bücher liest, aber das gelernte nicht anwendest, wirst du niemals bessere Bilder machen. Von Zeit zu Zeit musst du auch mal vor die Tür gehen und das gelernte Anwenden. Doch dann wirst du sehr schnell sehen, dass du große Fortschritte machst, da du dir ja mittlerweile sehr viel theoretisches Wissen angeeignet hast.

Du siehst andere Fotografen nur als Konkurrenten

Andere Fotografen sind Konkurrenten und deshalb siehst du dir nie ihre Bilder an? Das ist ein sehr großer Fehler! Ich selber schaue mir gerne Bilder von anderen Fotografen an und lese auch gerne mal den einen oder anderen Blogbeitrag auf Foto-Blogs. Zum einen weil ich es sehr inspirierend finde, mir die Bilder anderer anzuschauen, zum anderen aber eben auch um von ihnen zu lernen.

Gerade wenn du noch am Anfang deiner „Fotografiekarriere“ stehst, hilft es, Fotos nachzumachen. Vor einiger Zeit habe ich einen Blogbeitrag darüber geschrieben, wieso es OK ist, Ideen zu klauen. Zwar richtet der Beitrag sich in erster Linie an Blogger, aber er ist auch auf die Fotografie übertragbar. Zusammengefasst sagt er, dass du zwar die Ideen anderer aufgreifen, sie aber nicht eins zu eins kopieren sollst.

Es wird dir sehr viel bringen, dich mit den Bildern anderer  auseinanderzusetzen, wenn du deine Fotografie verbessern willst. Was gefällt dir, was würdest du anders machen? Auf welche Details wurde wert gelegt? Vielleicht findest du sogar die Kameraeinstellungen zum Bild und kannst sie als Hilfestellung nehmen? Versuche dann ähnliche Bilder zu erschaffen und deine Technik zu perfektionieren. Gute Ideen zum Kopieren sind beispielweise Produktfotos, Wassertropfen oder auch Portraits. Landschaftsbilder oder Tierfotos lassen sich naturgemäß schlechter kopieren, wenn du nicht am gleichen Ort bist. Du kannst aber in jedem Fall versuchen, die Gestaltungselemente wie Büsche/Blumen im Vordergrund oder eine bestimmte Perspektive zu übernehmen. Übrigens sind aktuell gefrorene Seifenblasen ein sehr beliebtes Thema (da wir zum Zeitpunkt der Beitragserstellung Winter haben).

Mit der Zeit wirst du auch eine eigene Bildsprache entwickeln, wenn du dich sicherer fühlst und mehr experimentierst. Vielleicht werden dann folgende Fotografengenerationen auch von dir kopieren und dich als Vorbild nehmen.

Du schaust deine Bilder nicht am PC an

Foto von Kaique Rocha von Pexels

Auch wenn du nur mit dem Handy fotografierst oder deine Kamera ein Display hat, rate ich dazu, die Bilder auch am PC anzusehen. Du hast auf einem großen Monitor eine ganz andere Sicht auf das Bild. Unschärfe erkennst du hier viel besser. Auch chromatische Abberrationen (Abbildungsfehler optischer Linsen, der dadurch entsteht, dass Licht unterschiedlicher Wellenlänge oder Farbe verschieden stark gebrochen wird) oder Fehlbelichtungen sind am besten auf einem größeren Bildschirm erkennbar. Für Schnappschüsse ist das nicht so wichtig, aber da du bessere Fotos machen willst, musst du von Zeit zu Zeit deine Fotos genauer analysieren.

Oft wirken Bilder in groß ganz anders als auf einem kleinen Handy- oder Kameradisplay. Vielleicht willst du dein Bild ja ausdrucken? Wenn du dein Bild aufhängen und anderen Menschen präsentieren willst, ist es wichtig, Bildfehler vorher zu erkennen. Und das bringt uns dann auch direkt zum nächsten Punkt.

Du bearbeitest deine Bilder nicht

Die Bildbearbeitung ist in der breiten Masse der (Hobby)Fotografen ein zweischneidiges Schwert. So mancher plädiert dafür, jedes Bild nachzubearbeiten. Das kann von etwas nachschärfen und der (Farb-)Kontrasterhöhung bis hin zu völligen Veränderung des Ausgangsbildes führen. Natürlich gibt es Leute, die behaupten, jedes Bild muss so aufgenommen werden, dass man nichts mehr damit machen muss (und angeblich würde ihnen das ja auch gelingen). Die Wahrheit ist aber, dass du oft noch kleinere bis größere Korrekturen vornehmen musst.

Ich selber passe immer erst im Nachgang den Weißabgleich an, schärfe auch mal nach und korrigiere von Zeit zu Zeit auch mal die eine oder andere Farbe. Meiner Meinung nach spricht auch gar nichts dagegen, kleiner Retuschen durchzuführen und zum Beispiel Hautunreinheiten oder Stromleitungen wegzustempeln. Man hat halt nicht immer die Möglichkeit, das perfekte Foto aufzunehmen. Also darf man auch gerne etwas nachhelfen. Wenn man es nicht übertreibt, kann es dem Bild sehr oft helfen, noch besser zu werden.

Um deine Fotografie zu verbessern darfst du auch deine Bilder bearbeiten

Du holst dir Feedback nur in Facebookgruppen

Nichts ist einfacher, als in einer der vielen Facebookgruppen nach Feedback zu fragen. Leider sehe ich viel zu oft, wie direkt losgeschimpft wird, wieso man denn so ein furchtbares Foto hochlädt. Oder das Gegenteil ist der Fall ein eigentlich schlechtes Bild wird in den Himmel gelobt. Beides wird dir nicht weiterhelfen, aus deinen Fehlern zu lernen und kann sehr schnell zu viel Frust führen.

Selbst in Fotogruppen für Anfänger erlebe ich es zu oft, dass nur wenige Kommentare wirklich hilfreich sind. Wenn Anfänger Anfänger „kritisieren“, fehlt ihnen oft selber das richtige Wissen. Und viele Fortgeschrittene haben entweder keine Lust, hilfreiche Tipps zu geben, oder sie poltern direkt erst einmal los. Sehr schade, denn so wird es für dich nicht einfacher, aus deinen Fehlern zu lernen.

Wenn du dann doch eine Gruppe gefunden hast, in der du hilfreiche Tipps bekommst, dann poste deine Bilder lieber nur in dieser einen Gruppe statt in vielen, selbst wenn du dort nur zwei oder drei sinnvolle Kommentare findest. Besser als 15 Kommentare, die dich alle nicht weiterbringen.

Du zeigst deine Bilder niemandem

Wenn du frustriert bist vom Feedback aus den Facebookgruppen, tendierst du vielleicht dazu, niemandem mehr deine Bilder zu zeigen. Das ist leider auch absolut nicht hilfreich. Deine Partner, engsten Freunde und Verwandten werden dir oft sagen, dass du richtig tolle Bilder machst. Nur wenige werden echte und hilfreiche Kritik üben. Aber wie sollst du besser werden, wenn dir niemand sagt, was du verbessern kannst?

Suche dir stattdessen Gleichgesinnte oder gehe zu einem Fotostammtisch. Von Angesicht zu Angesicht tun sich die meisten Menschen ja doch schwerer, ein Bild einfach zu zerreißen und geben doch eher den einen oder anderen nützlichen Tipp. Und selbst der Kommentar, dass das Bild langweilig ist hilft dir weiter. Du weißt dann, dass du am Bildaufbau arbeiten musst.

Auch ein Kurs mit anschließender Bildbesprechung ist eine sehr gute Möglichkeit, konstruktive Kritik zu erhalten und zu lernen. Oft werden ja ähnliche Motive fotografiert. Gemeinsam schaut man sich an, was jeder gut gemacht hat und was man noch besser machen könnte. Und wer weiß, vielleicht bleibst du mit deinem größten Kritiker in Kontakt und kannst von ihm oder ihr noch richtig viel lernen?



Du machst dir keine Gedanken über Bildaufbau und -inhalt

Wenn du wirklich gute Bilder machen willst, reicht es nicht, die Kamera zu beherrschen. Du musst auch am Bildaufbau arbeiten.

Dazu gehören die klassischen Regeln wie der Goldene Schnitt oder die Drittel-Regel (rule of thirds). Diese Regeln bilden die Basis für deinen Bildaufbau.

Neben den Aufbau-Regeln muss dein Bild aber auch eine Aussage haben. Folgende Fragen können dir helfen, dein Bild zu bewerten:

1) Beantwortet das Bild eine Frag?
2) Ruft es Emotionen hervor?
3) Erzählt es eine Geschichte?

Antwortest du dreimal mit nein, dann hast du sehr wahrscheinlich das falsche Motiv gewählt. Merke dir, was du falsch gemacht hast und mache es beim nächsten Mal einfach besser.

Dieses Bild beantwortet keine Frage, erzählt keine Geschichte und ruft keine Emotionen hervor. Auch folgt es keinem wirklichen Bildaufbau.

Findest du dich hier wieder? Was sind deine Tipps, um bessere Fotos zu machen? Welche Bücher/Kurse/Gruppen haben dir persönlich weiter geholfen? Verrate es mir doch in den Kommentaren.

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Fotocredits:

Titelbild: Foto von Jessica Lewis von Pexels
Pinterestgrafik – Foto von Fujifilm North America von Pexels

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