Roadtrip mit Hindernissen – Wieder auf Tour

Willkommen zum zweiten Teil meines Roadtrip-Berichts! Falls ihr den ersten verpasst habt, klickt einfach HIER. Unser Roadtrip ist ja leider nicht besonders gut gestartet. Das Hotel, in dem wir untergekommen sind, war leider ein absoluter Graus. Zwei Einzelzimmer, verbunden durchs Bad. Die Matratzen durchgelegen und alt, tote Insekten im Zimmer. Aber immerhin war es trocken. Draußen hat es angefangen zu gewittern. Schlafen konnten wir trotzdem etwas.

Horrtrip Teil 2 – oder: Wie bekommt man einen Mietwagen

Nach der nicht ganz so erholsamen Nacht hat mein Freund am nächsten Morgen das Internet abgegrast und es doch irgendwie geschafft, einen Mietwagen ausfindig zu machen. Bei Sixt in Rosenheim, verfügbar ab 12 Uhr. Das war ja nur schlappe 35km entfernt. Laufen war also nicht drin und Busse fuhren durch das Kaff gefühlt nur einmal im Monat. Der nette Herr vom Vorabend, der eigentlich versprochen hatte, uns nach Rosenheim zu bringen, hatte schon ausgecheckt, obwohl wir eigentlich zum Frühstücken verabredet waren. Egal, wozu gibt es Taxis. Also an der Rezeption gefragt, ob man uns eines besorgen könnte. Da es noch früh war, lief das auch überraschenderweise total problemlos.

Der Blick vom Hotel am Morgen

Das Auschecken war auch kein Thema, denn am Abend vorher haben wir den ADAC noch erreicht und um eine Kostenübernahme für das Hotel gebeten. Im Grunde hätten wir das vermutlich auch bei der gegnerischen Versicherung einreichen können, aber ich wollte einfach sicher sein. Unser in Österreich gebuchtes Hotel mussten wir abends noch informieren, dass wir nicht kommen würden. Ein Storno war natürlich um 20 Uhr auch nicht mehr möglich. Hätten wir um 15 Uhr gewusst, dass wir nicht kommen können, wäre es vielleicht noch anders gelaufen, aber so?

Nach all dem Theater war ich ganz überrascht, dass das Taxi pünktlich kam. Sollte ab jetzt doch alles gut werden? Der Taxifahrer, ein netter älterer Herr, wusste sofort, wo es hin sollte, als wir ihm sagten, „Sixt in Rosenheim“. Scheinbar musste er doch öfter Leute dort hin fahren. Auf der Autobahn war Stau. Klar, was sonst. Wieso sollte sie auch frei sein. Aber unser Fahrer kannte das alles schon und ist eine Nebenstrecke gefahren. Während der Fahrt hat er uns viel erzählt über die Touristen, die mittlerweile in Scharen kommen, über Gemeinden, die sich bei der Autobahnsanierung nicht absprachen und mal eben gleichzeitig zwei Brücken sperren und den vielen Verkehr dort. Und auch darüber, dass viele Zeitungen heute nichts mehr publizieren, was irgendwie kritisch gegen die Gemeinde oder gegen die Regierung ist.

Anfangs war das Wetter noch gut.

Die Fahrt dauerte zwar eine Stunde, aber wir haben uns so gut unterhalten, dass es uns viel kürzer vorkam. um 11:30 Uhr waren wir dann auch schon bei Sixt in Rosenheim. Früher als geplant. Dann würde es ja um so zügiger weitergehen. Der Tag war so gut gestartet, was sollte denn da bitte noch schief gehen? Im Grunde nichts, außer dass unser gebuchtes Auto nicht verfügbar war. Auf das mussten wir echt noch zwei Stunden warten. Dazu war die Dame von Sixt total unfreundlich. Als ob es unsere Schuld wäre, dass die Buchungsbestätigung für 12 Uhr falsch war. Da hätte jeder vernünftige Service-Mitarbeiter sich kurz für die schlechte Programmierung entschuldigt und sein Bedauern ausgedrückt.

Unsere Strecke am 27.8. 2017

Aber gut, dann eben nicht. Wir mussten also an einem Sonntag in Rosenheim zwei Stunden totschlagen. Zum Glück war nicht weit weg ein Mömax, bei dem wir eine Kleinigkeit gegessen und etwas getrunken haben. Einen Packesel hatten wir nicht, und bei der Hitze mit dem ganzen Gepäck durch die Gegend latschen wollten wir auch nicht. So gegen 13:30 kam dann auch endlich der Anruf, unser Auto sei da. Bis wir zurück an der Station waren, den Wagen inspiziert hatten und den Innenraum nochmal haben reinigen lassen, sind wir auch endlich losgefahren.

Endlich geht der Roadtrip weiter!

Noch kurz zur Bank, eine Tankstelle gesucht, an der man eine Vignette kaufen kann (unsere war ja leider schon im verunfallten Wagen angeklebt) und endlich wieder los, Roadtrip der zweite Versuch! Wieder größtenteils über Landstraße sind wir bei Kufstein über die Grenze gefahren. Von dort ging es über die 171. 173 und 178 bis St. Johann in Tirol und weiter über Saalfelden am Steinernen Meer bis Fusch an der Großglocknerstraße. Unterwegs habe ich dann endlich wieder Fotos machen können. Die meisten sind während der Fahrt entstanden, da wir ja spät dran waren, konnten wir nicht so oft anhalten um die wunderschöne Landschaft zu genießen.

Von Fusch aus sind wir weiter bis zur Mautstation, wo wir noch eine kurze Rast eingelegt haben. Ursprünglich war geplant, noch vor der Mautstation zu übernachten und dann morgens nach dem Frühstück loszufahren und öfter anzuhalten und spazieren zu gehen. Also was tun? Den Roadtrip wie geplant weiterführen und mehr Zeit in Mailand haben, oder doch eine Nacht länger in Österreich bleiben?

Wie wir uns schließlich entschieden haben und ob wir die Entscheidung bereut haben, das erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag!



Roadtrip mit Hindernissen – Tag 1: Der Unfall

Bayern

Seit 10 Jahren hatten mein Freund und ich keinen gemeinsamen Urlaub mehr. Er hatte mich damals in Japan besucht, aber selbst das kann man ja kaum Urlaub nennen. Mit einer Freundin war ich 2009 in der Türkei. Danach haben wir die Freizeit meistens wegen Geldmangel daheim verbracht. Später, als wir nach Stuttgart gezogen sind, wollten wir im Urlaub die Familie besuchen oder einfach daheim ausruhen und Liegengebliebenes aufarbeiten. Aber dieses Jahr sollten es wenigstens 5 gemeinsame Tage Urlaub werden!

Geplant war auf jeden Fall zunächst die Großglocknerhochalpenstraße zu befahren. Mit dem Cabrio würde das vermutlich ohnehin das absolute Highlight unsere Reise werden! Also bin ich Freitag noch zum ADAC und habe dort die Vignette für Österreich gekauft und dazu den Gutschein, um die Hochalpenstraße rund 5€ billiger befahren zu dürfen. Am Samstagmorgen wollte mein Freund dann unbedingt noch ein Hotel buchen, ich hätte ja erst vor Ort geschaut, wo wir bleiben, wo es uns gefällt und was es dort so gibt. Aber gut, für etwas über 100€ gab es dann ja doch noch ein hübsches Zimmerchen nicht weit von der Mautstation entfernt. Und da es ein Roadtrip werden sollte, kam es ja auch nicht auf 5 Kilometer mehr oder weniger an.

Roadtrip – endlich geht es los!

Um kurz nach 8 Uhr, das Auto war bereits vom Vorabend gepackt, sind wir gemütlich losgefahren. Das Wetter war super, die Straßen bis München frei. Bei München sind wir dann von der Autobahn abgefahren, da das Navi Stau gemeldet hat. Die Landschaft war schon sehr schön und wurde immer schöner, je näher wir den Bergen kamen. Langsam hat sich bei uns das Urlaubsfeeling breit gemacht. Sommer, Sonne, grüne Wiesen und Wälder so weit das Auge reicht und am Horizont schon die Alpen, die mit jedem Kilometer näher kamen. Und was auch immer man im Ernst oder Scherz über die Bayern sagt, eines muss man ihnen lassen: Sie wissen wie man Straßen baut! Kaum Schlaglöcher, alles supergut gepflegt. Ideal also für unser Cabrio!

Gegen 12 Uhr wurde es uns langsam aber zu warm. Deshalb haben wir in einem Dorf angehalten, uns mit Sonnencreme eingeschmiert und ein erfrischendes Eis gegessen. Außerdem sollte man ja ohnehin öfter eine kurze Pause einlegen und sich die Beine vertreten. Zum Ende der Pause habe ich meine Kamera aus dem Kofferraum geholt und angefangen, während der Fahrt Fotos zu machen. Natürlich sind sie nicht so perfekt geworden wie sie hätten werden können, aber wenn wir an jedem Gänseblümchen angehalten hätten, wären wir vermutlich immer noch nicht an der Grenze.

Bayern

Katastrophenalarm!

Kurz nach Rosenheim führte unser Weg wieder für einige Kilometer auf die Autobahn. Aber nicht lange. Schließlich macht Autobahn fahren keinen Spaß und der nächste Stau wäre eh zu erwarten gewesen. Am Chiemsee haben wir wieder auf die Bundesstraße gewechselt. Der B307 folgend wollten wir bei Kössen über die Grenze fahren. Wollten, denn daraus wurde nichts mehr. Wenige Meter nach Schlechen im Kreis Grassau kam uns eine Gruppe Fahrradfahrer entgegen. Und ein Mercedes, der noch unbedingt überholen wollte, obwohl ganz klar zu sehen war, dass wir zu nah dran sind und es keine Möglichkeit für uns gab, nach rechts auszuweichen. Den 3 Meter tiefen Graben wollten wir nämlich nicht runterfahren!
Dank einer Vollbremsung, sehr guten Bremsen und den besten Reifen, die für das Auto erhältlich waren, ist es zum Glück nicht zu einem Frontalzusammenstoß gekommen. Allerdings war der VW Bus nicht mit auch nur annähernd so guten Bremsen und Reifen ausgestattet! Wenige Augenblicke also nachdem mein Freund den Wagen zum Stillstand gebracht hatte, verspürten wir einen Ruck und hörten einen Knall. Da war klar, dass unser Roadtrip vorbei war, bevor er richtig angefangen hatte… Übrigens war es gerade etwa 13:40 Uhr.

Der Schaden war beträchtlich, aber zum Glück nur am Auto, uns und auch dem Hintermann ist nichts passiert. Ich habe sofort die Radfahrer gerufen, die den Unfall mitbekommen haben und ohnehin schon stehen geblieben sind. Die Polizei war nach rund 30 Minuten da, der Abschlepper nur etwa 5 MInuten später. Dank der Zeugenaussage der Fahrradfahrer und auch der Aussage des Hintermannes, war die Sachlage ganz schnell geklärt und unser Auto konnte verladen werden. Natürlich traf uns keine Schuld, der Hintermann hat einfach nicht genug Abstand gehalten. Dennoch haben wir uns geärgert, dass der eigentliche Unfallverursacher einfach abgehauen ist, obwohl er mitbekommen hat, dass er einen Unfall verursacht hat! Richtig assi der Typ! Gut, für uns spielt es im Grunde keine Rolle, aber trotzdem geht so ein Verhalten gar nicht! Hoffentlich hat der Typ nachts nen Motorschaden, 10km vom nächsten Ort entfernt und sein Handyakku leer!

Bayern

Keiner kann oder will helfen!

Angekommen an der ADAC-Station dachten wir, es würde bald weitergehen, immerhin sind wir ADAC-Plus Mitglieder und der ADAC sorgt schon für unsere Mobilität. Ja ne. Wir sollten selber nen Mietwagen organisieren, weil wir dann länger Anspruch hätten. Der ADAC stellt den Wagen nur für 7 Tage und auch nicht in unserer Fahrzeugklasse. So nett der Typ auch war, der uns abgeschleppt hat, wirklich geholfen hat er uns danach nicht mehr. Und seine Kollegen noch viel weniger. Wir durften auch nicht das Festnetztelefon benutzen, obwohl der Handyempfang megaschlecht war! Gnädigerweise wurde uns wenigstens gestattet, die Handys aufzuladen.

Wir haben alle Autovermietungen angerufen, die es in Rosenheim und Umgebung gibt. Mehrmals. Natürlich sind wir jedes Mal in irgendeiner Warteschleife gelandet. Die Mitarbeiter wollten uns dann verbinden, weil das ja ein Versicherungsfall ist. „Warten Sie, ich verbinde Sie dafür nach Hamburg“ – Warten – „Tuttuttut“. Wieder angerufen. „Oh, das tut mir leid, hier, ich gebe Ihnen die direkte Durchwahl und verbinde Sie nochmal“ – „Halt, bitte wa…“ – „Bitte wählen Sie Ihr Anliegen: Wenn Sie einen Unfall mit einem unserer Fahrzeuge hatten, wählen Sie die 1, für Sonstiges die 3, für …“ – „3“ Dann stelle sich heraus, dass wir statt in Hamburg in Berlin gelandet sind! Es ist uns nicht einmal gelungen, mit der richtigen Abteilung zu sprechen! Das ganze war wie bei Asterix und Obelix, die den Passierschein A38 brauchten:

Wir haben auch versucht, von der Versicherung Auskunft zu bekommen, bis zu welchem Betrag wir denn einen Mietwagen nehmen könnten (Eigentlich ist es ja eine Stufe unter der des verunfallten Fahrzeugs), aber da wurde uns nur gesagt, der Wagen wäre nicht mehr versichert (WTF???). Also wieder versucht, über den ADAC einen Mietwagen zu bekommen. „Wir verbinden Sie nach München“ – „Da geht keiner ran, wir sind bereits dreimal aus der Warteschlange geflogen“ – „Ja, es gab heute viele Unfälle“. Aha. Deshalb lässt man seine Mitglieder irgendwo in der Pampas stehen? Vom ADAC hätten wir wirklich mehr erwartet!

Bayern

Das Grauen nimmt kein Ende

Irgendwann lagen bei mir die Nerven blank. Denn mittlerweile war das Büro geschlossen, es dämmerte und in der Ferne zog ein Gewitter auf. Unser Gepäck war auch noch im Auto, der Wagen stand aber in einer abgeschlossenen Garage. Der nächste Notdienstmitarbeiter, der aufkreuzte, musste uns erst einmal das Tor öffnen, damit wir wenigstens an unser Gepäck kamen. Eine Nachbarin, die ich dann irgendwann nach dem nächstgelegenen Hotel gefragt habe, hat uns kurzerhand direkt hingefahren. Mein Freund hatte da auch angerufen, es gab auch noch ein freies Zimmer. Puh, immerhin mussten wir nicht im Warteraum übernachten.

Im Hotel angekommen haben wir zwei Einzelzimmer, die über das Bad verbunden waren, bekommen. Das Hotel war leider nicht sehr gut, dreckig, es gab kein Restaurant, die Betten total durchgelegen und unbequem. Mein Freund hat seine Matratze kurzerhand einfach neben meinem Bett auf den Boden gelegt. So konnten wir wenigstens in einem Raum schlafen. An dem Abend haben wir auch noch einen netten Herren aus Böblingen kennengelernt, der uns zum nächstgelegenen Lokal gefahren hat, damit wir noch etwas zu Essen bekommen. Außer Frühstück und Eis hatten wir an dem Tag ja nichts. Das Essen war aber nicht so berauschend und irgendwie hatte ich auch nicht viel Hunger. Wir sind also bald wieder zurück ins Hotel und haben versucht, wenigstens etwas Schlaf zu bekommen…

Bayern

Ich möchte euch an dieser Stelle noch einmal eindringlichst darauf hinweisen, dass jeder noch so gute Fahrer unverschuldet in eine gefährliche Situation kommen kann! Deshalb macht bitte unbedingt ein Fahrsicherheitstraining, ganz besonders, wenn ihr (oder eure Liebsten!) viel fahrt oder vor habt, im Ausland zu fahren, wo die Regeln andere sind als in Deutschland und die Straßen möglicherweise auch nicht so gut. Das gibt euch eine gewisse Sicherheit in ungewohnten Situationen, besonders, wenn das Training mit dem Fahrzeug stattgefunden hat, mit dem ihr reisen wollt. Achtet auch immer darauf, die bestmöglichen Reifen zu kaufen, nehmt keinen Billigschrott! Die Reifen sind das einzige, was euer Auto mit der Straße verbindet, es gibt keinen Anker oder Rettungsschirm! Und eure Bremsen sollten auch gut sein. Im Nachhinein sind wir froh, so viel Geld für Reifen ausgegeben zu haben. Drei oder vier Meter mehr Bremsweg und es hätte ganz anders ausgehen können!

Tja, das war er also, unser erster Urlaubstag. Wer mir auf Facebook oder Instagram folgt, der weiß natürlich, dass wir den Roadtrip noch fortsetzen konnten. Aber bis dahin gab es noch einige Hindernisse zu überwinden. Doch davon berichte ich euch in meinem nächsten Beitrag! Dann gibt es auch mehr Bilder. Da der erste Tag so früh und so abrupt endete, habe ich natürlich kaum Fotos machen können.

Hattet ihr auch schon so einen Horrorstart in den Urlaub? Oder habt ihr einen Roadtrip gemacht, der besser lief als unserer? Erzählt mir doch in den Kommentaren davon!



Ausflugstipp: Mittelaltermarkt in Fellbach

Auch wenn es schon etwas her ist, so möchte ich euch heute odch noch etwas über einen netten Ausflug vergangenen Januar erzählen. Jedes Jahr Ende Januar findet in Fellbach ein Mittelaltermarkt statt. Anders als ein MPS (darüber habe ich HIER berichtet) wird dieser Markt aber nicht in einem großen (Burg)Park ausgetragen. Er findet dafür überdacht in einer Halle statt. So ist sichergestellt, dass die Besucher unabhängig vom Wetter kommen. Gerade der Januar ist ja nicht für seine warmen Temperaturen bekannt. Und wer mag schon gerne bei Schnee im Ritterkostüm oder in Gewandung umherschweifen?

An den verschiedenen Ständen gab es Waffen wie Schwerter und Bögen zu kaufen. Auch handgemachte, traditionelle Schuhe fand man. Oder Trinkhörner in allen Größen. Schaffelle und Gewandungen auch. Selbst selber gefärbte Garne und Stoffe konnte man für ein paar Taler (1 Taler = 1€) erwerben.Selbstverständlich gab es auch den obligatorischen Silberschmuck, den man auf jedem Mittelalter- oder Weihnachtsmarkt bekommt. Zum Glück war ein Großteil des Angebotes aber wirklich themenbezogen. Ich persönlich mag es nämlich nicht, wenn auf solchen Veranstaltungen zu viele Großhändler stehen.

Nur das Essensangebot hat mich wirklich enttäuscht. Etwas ausgefalleneres wie ich es vom MPS kannte, gab es nicht. Bratwurst, Pommes, Quarkbällchen, Schupfnudeln, das war’s dann schon. Wer wollte hat dazu auch ein Eis bekommen. Zum Trinken gab es auch nur die klassischen Softdrinks und vielleicht noch ein Bier. Auch hier keine Überraschungen. Und leider wurde kein Met verkauft, denn davon hätte ich mir gerne noch 1-2 Flaschen mitgenommen.

Wer vom herumlaufen oder Essen zu müde war, der hat mit etwas Glück auch einen Platz an den Tischen und Bänken gefunden gefunden. Schade dass auch hier eher Bänke und Biertische genommen wurden, aber vermutlich hätte man ansonsten nicht genügend Sitzflächen und Tische aufbauen können. Von dort konnte man den Musikbands oder der Fabelwesenshow zuschauen, die zu festgelegten Zeiten stattfanden.

Ich habe zum Mittelaltermarkt auch einen Freund aus Ägypten mitgenommen. Einen kurzen Moment hat er überlegt, ob er sich nicht auch eine Gewandung kaufen soll, hat es dann aber gelassen, als er gesehen hat, wie teuer sie sind. So haben wir uns damit begnügt, die vielen tollen Gewandungen und Rüstungen zu bestaunen, welche die Besucher getragen haben.

Wenn der Markt auch relativ klein ist und der Eintritt mit 9€ schon etwas teuer, so war es doch ein sehr schöner Nachmittag. Allerdings haben wir uns dort nur zwei Stunden aufgehalten, da die Halle doch recht klein ist. Für Familien und Enthusiasten ist es sicher ein toller Tipp, ich selber werde dort wohl aber eher nicht mehr hingehen.

Gibt es bei euch auch Mittelaltermärkte? Geht ihr öfter dort hin? Oder wart ihr selber einmal enttäuscht von so einer Veranstaltung?

Narri, Narro, Zigeuner und Hexen – Alemannische Fastnacht in Waiblingen

Hellau und Alaaf, das kannte ich ja. Aber dieses Jahr habe ich etwas neues gelernt. Narri, Narro! Zigeuner! Hexen! Diejenigen unter euch, die aus dem Süden kommen, mögen es sicherlich kenne, ich als rheinische Frohnatur kenne nur Karneval. Ausgelassene Narren, die tanzen, bützen und viel zu oft viel zu viel trinken. Dieses Jahr aber spielten Wetter und Zeit mit und ich habe mir zusammen mit meinem Freund in Waiblingen die lokale Version des Karnevals oder besser Fastnacht in Waiblingen angeschaut.

Kriegerische Dämonenkapelle – meine absoluten Lieblingskostüme auf dem Umzug!

Zu den kulturellen Hintergründen kann und will ich an dieser Stelle gar nicht viel sagen, denn das würde doch etwas den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Karneval, so sagen verschiedene Quellen (zum Beispiel ARD), hat seine Ursprünge darin, dass noch vor der Fastenzeit verderbliche Lebensmittel aufgebraucht werden sollten. Viele sehen aber in der schwäbisch-alemannischen Version auch den Ursprung, dass Wintergeister vertrieben werden sollten. Allerdings deutet doch sehr vieles darauf hin, dass es tatsächlich einen christlichen Hintergrund für das Fest gibt. Vermutlich haben am Ende wieder beide Lager Recht. Das also zur Geschichte.

Anders als im Rheinland gibt es hier beispielsweise gar keine Wagen mit politischen Motiven bei der alemannischen Fastnacht. Eigentlich gab es in Waiblingen nur einen einzigen Wagen, und der sah aus wie eine Schwarzwaldhütte. Klassische Garden wie man sie aus Düsseldorf oder Köln kennt, gab es hier nur ganz wenige. Größtenteils bestanden die Gruppen aus Hexengruppen, einige Kapellen gab es auch. Zumindest in Waiblingen standen auch die Süßigkeiten nicht im Vordergrund, geworfen wurde nur sehr wenig und es gab keine Eltern oder Großeltern, die mit Regenschirmen versuchen, die Kamelle zu fangen.

Mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück, es war nicht zu kalt als wir losgegangen sind und anders als vorher angesagt bliegb es auch die ganze Zeit schön sonnig. Naja, zumindest so lange, bis die Sonne hinter den Häusern verschwand. Da wurde es dann auch recht schnell sehr frisch. Deshalb sind wir auch nach etwa 70 Gruppen schon wieder nach Hause gegangen.


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Insgesamt war es ein schöner Fastnachts-Umzug, aber doch so anders als ich es erwartet hätte. Viel leider, viel ruhiger, keine Besoffenen, kaum Kemelle. Und trotzdem hatten alle viel Spaß. Wer die alemannische Fastnacht nicht kennt, der sollte sie sich unbedingt einmal anschauen!

 

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Weihnachtszeit und Jahreswechsel in Japan

Willkommen zum zweiten Teil meiner Serie „Mein Auslandsjahr in Japan – 10 Jahre danach“, dieses mal geht es um Weihnachten und den Jahreswechsel in Japan. Falls ihr den ersten Teil meiner Reihe verpasst habt, dann schaut am besten einmal HIER.

Heute möchte ich euch also ein wenig über die Weihnachtszeit erzählen, wie ich sie in Japan erlebt habe. Weil das ganze jedoch recht wenig ist und ich dazu kaum Fotos habe, zeige ich euch auch noch etwas von der Zeit zwischen den Feiertagen. Außerdem wird es einen separaten Neujahrspost geben, denn da habe ich etwas ganz besonderes erlebt: Ich bin mit einer Freundin nach Gifu zu ihrer Familie gefahren und habe Kleidung im Wert eines Kleinwagens getragen! Aber dazu in den nächsten Wochen mehr.

Vorweihnachtszeit und Heiligabend

Die Vorweihnachtszeit in Japan war eigentlich ziemlich unspektakulär. Wir haben unsere Apartments ein klein wenig hergerichtet und in Tokyo gab es ab und an ein paar Lichterketten in den Bäumen. Weihnachten wird in Japan ja bekanntlich nicht gefeiert, da es ein sehr buddhistisch/shintoistisch geprägtes Land ist und das Christentum bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielt. Von daher sieht man kaum Kirchen, aber viele Tempel und Schreine. Entsprechend wenig festlich war die Vorweihnachtszeit, wenn auch viele Weihnachtskarten und Weihnachtsartikel wie Nikolausmützen in den Geschäften zu kaufen waren. Aber eben nicht so wie bei uns.

Am süßestens fand ich das Schild im Büro der Vermietung in Toyohashi: „Marry Christmas“ – Heirate Weihnachten. Mit dem Englisch ist es auch immer so eine Sache, da findet man wirklich die lustigsten Dinge. Eben auch zu Weihnachten.

An Heilig Abend sind wir Studenten geschlossen zum Tokyo Tower gefahren, nachdem wir schon morgens unsere Wichtelbescherung gemacht hatten. Dort haben wir uns das Lichterspiel vom Tokyo Tower angeschaut. Leider sind die Videos so schlecht, dass es sich nicht lohnt es einzubinden. Hochgefahren sind wir nicht, weil man zum Einen ewig hätte warten müssen und zum Anderen der Preis echt ordentlich war.

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Japan, Tokyo
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Kurz vor dem Jahreswechsel in Japan

Vor dem Jahreswechsel waren die Tempel und Schreine geschmückt. Ich war mit einer Freundin kurz vor Neujahr unter anderem im Rathaus von Tokyo und in Asaksusa.

Im Rathaus hingen viele riesige Rächen mit den tollsten Motiven. Nicht die, mit denen Blätter zusammenfegt, sondern riesige Kunstwerke in 3D. Diese Rächen nennen sich „Kumade“ (熊手). Mit einem Kumade, so sagt man, sollen Glück und Wohlstand zusammengekehrt werden. Eigentlich werden sie schon im November verkauft, sind also nicht der klassische Neujahrsschmuck, aber da meine Freundin zwischen Weihnachten und Neujahr bei mir war, haben wir sie eben erst in der Zeit gesehen.

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Japan, Tokyo
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Außerdem waren wir noch kurz vor Neujahr in Asakusa. Die Tempelanlage in Asakusa war auch schon auf das Neujahrsfest vorbereitet. Bei schönstem Wetter sind wir durch die Anlage gezogen und haben viele Fotos gemacht.  Ich hoffe, sie gefallen euch! über meinen Jahreswechsel in Gifu/Japan werde ich euch dann im nächsten Beitrag berichten (der dann wahrscheinlich auch wieder viel länger wird, da ich da viel mehr zu schreiben kann).

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Ich hoffe, euch mit meinem kleinen Bericht und den Fotos die Wartezeit auf’s Christkind ein klein wenig verkürzt zu haben. Wart ihr schon zu Weihnachten oder zum Jahreswechsel in Japan? Was habt ihr da so erlebt? Falls ihr selber Blogs über Japan schreibt, dann postet doch einfach die Links dazu in den Kommentaren!

 

 

 

 

Mein Auslandsjahr in Japan – 10 Jahre danach

Im September 2006 habe ich mir einen großen Traum erfüllt und mein Auslandsjahr in Japan begonnen. 10 Jahre, so lange ist es schon her. Noch immer vermisse ich Japan, auch wenn ich während dessen sehr oft Heimweh hatte. Und doch habe ich so viele tolle Momente erlebt und so viel gesehen, dass ich jedem nur empfehlen kann, einmal nach Japan zu fliegen.

Da ich so viele Eindrücke und Anekdoten zu berichten habe, werde ich sicherlich zwei oder drei oder mehr Berichte dazu schreiben. Mal schauen, wie lang sie werden, ich will mich da nicht festlegen. Leider hatte ich damals noch keine wirklich gute Digitalkamera. Und die, die ich gekauft habe, würde ich heute unter Fehlkauf verbuchen. Von daher gibt es leider nur mittelprächtige bis weniger tolle Bilder. Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß an meinen Beiträgen!

Soka

Fangen wir also an mit dem eigentlichen Grund, wieso ich nach Japan gegangen bin. Ich wollte dort studieren. Zu meinem Studiengang „Ostasienwissenschaften“ gehörte auch ein Semester an einer japanischen Uni. Ich habe mich für die Dokkyo Daigaku in Soka, etwas nördlich von Tokyo entschieden, da mich mein Praktikum nach Toyohashi verschlagen sollte. So konnte ich wenigstens etwas von Tokyo sehen.

Soka ist eine kleine Stadt in der Präfektur Saitama, nördlich von Tokyo. Mit etwas über 27 Quadratkilometern Fläche und nicht ganz 250.000 Einwohnern kann man Soka schon fast als Dorf bezeichnen., zumindest was das tägliche Leben dort betrifft. Es gibt ein paar Supermärkte und Restaurants, aber eine wirklich echte Einkaufsstraße, wie ich sie bis dahin aus Deutschland kannte, beispielsweise gab es dort nicht. Im Vergleich dazu, Mülheim an der Ruhr, meine Heimatstadt, hat etwa 91 Quadratkilometer Fläche aber nur rund 170.000 Einwohner. Dafür aber eine Einkaufsstraße und sogar das Rhein-Ruhr-Zentrum. In Soka gab es zumindest noch vor 10 Jahren sehr viele Nutzgärten, in denen Obst und Gemüse angebaut wurde. Eine kleine Rotlichtmeile mit zwei oder drei Bars gab es auch am Bahnhof, aber wir als Ausländer waren nicht die Zielgruppe und wurden nur freundlich gegrüßt.
Soka ist berühmt für Soka-Senbei (geröstete Reiscracker) und angeblich auch eine Ausbildungsstätte für Yakuza.

Studentenwohnheim

Das Studentenwohnheim war eigentlich kein Wohnheim, sondern ein Haus, in dem mehrere Wohnungen für ausländische Studenten angemietet waren. Wir waren jeweils zu zweit in einer Wohnung.

Die Wohnungen waren sehr westlich eingerichtet, nur die Waschmaschine und der Herd unterschieden sich deutlich von dem, was man bei uns gewohnt war. Die Waschmaschinen in Japan waschen größtenteils nur mit kaltem Wasser. Außerdem war unsere so versifft, dass wir sie erst einmal vom Vermieter desinfizieren lassen mussten. Bis dahin haben wir eben bei den Kommilitonen gewaschen.
Der Herd war ein Gasherd. Bis dahin hatte ich nur beim Campen mit Gas gekocht, beziehungsweise sogar nur zugeschaut. Aber es war eigentlich recht angenehm, man musste halt nur die richtigen Töpfe haben.

Im Zimmer gab es einen Schreibtisch, ein paar Schränke und ein Bett. Ziemlich klein und spartanisch und ich meine, es hätte 400 oder 500€ gekostet, genau weiß ich es aber nicht mehr.  Internet gab es keins, wir haben immer fremdes WLAN angezapft. Sonst hätten wir gar nicht mit der Familie telefonieren können. Da es in den Zimmern nur selten Empfang gab, haben wir eben meistens draußen auf der Treppe gesessen und mit der Familie geskypt. Wobei ich auch regelmäßig dank einer sehr abenteuerlichen Konstruktion von unserem Esszimmer aus surfen konnte (siehe Foto).

Eine der Wohnungen auf unserer Etage wurde von einem Japaner bewohnt. Irgendwie hatten wir den Eindruck, er müsse ein Yakuza-Mitglied sein. Jemand will Einschusslöcher in der Wand entdeckt haben (vermutlich steckten dort aber wohl eher Schrauben oder Nägel drin) und einen Abend gab es eine Schlägerei auf dem Flur, inklusive Blutlache am nächsten Morgen. Wir Mädels (in allen übrigen vier Wohnungen lebten nur Mädels) haben uns in unsere Zimmer verkrochen und abgewartet. Die Polizei rufen wollte niemand, nicht dass wir noch Ärger mit dem Nachbarn bekommen hätten. Zum Glück war das ein einmaliges Erlebnis und die übrige Zeit hat uns der Nachbar immer sehr freundlich gegrüßt.

Ab und zu konnten wir sogar den Fuji von unserem Haus aus sehen, obwohl er doch einige hundert Kilometer entfernt war.

Uni

Die Uni war jetzt nicht wirklich anders als andere Unis, ein großer Klotz mit Schulräumen. Da wir etwas über 10 Deutsche und ein Chinese waren, war der Japanischkurs zum einen nicht sehr überlaufen und zum anderen nicht übermäßig effektiv, denn untereinander haben wir ja meistens nur Deutsch geredet. Zusätzlich hab ich ab und zu noch einen Literaturkurs besucht, aber da die Tage ohnehin schon lang genug waren, war ich dort als Gast nur sehr unregelmäßig. Unterricht war (wenn ich mich recht erinnern) von 9 bis 12 Uhr und dann wieder von 13 bis 16 Uhr. Die Nachmittage waren aber doch recht anstrengend. Kanji lernen, Vokabeln lernen, Texte lesen, Hausaufgaben machen, dann will man ja auch noch was von Land und Leute sehen und fährt nachmittags auch mal nach Tokyo.

In grausamer Erinnerung sind mir die Lehrbücher geblieben. Die Texte waren wirklich sehr abstrus. In einem ging es um einen schwerkranken Jungen, dessen größter Wunsch es war, einmal Bananen zu essen. Also hat sein großer Bruder einen Nebenjob gesucht und so lange gearbeitet, bis er endlich Bananen kaufen konnte. Als er sie seinem Bruder dann gegeben hat, ist dieser noch in der gleichen Nacht gestorben ohne eine einzige Banane zu essen. Die übrigen Texte waren zwar nicht ganz so schlimm, aber auch nicht wirklich viel besser. Vermutlich wurden sie in den 1950er Jahren von jemandem geschrieben, der da schon 80 Jahre alt war, anders kann man das gar nicht erklären, was in dem Buch stand…

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Aussicht aus der Uni
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Aussicht aus der Uni

Jetzt ist der Bericht ja doch schon ziemlich lang geworden. Ich hoffe, die Bilder gefallen euch trotz der nicht so guten Qualität. Wenn ihr wissen wollt, wie es in Japan weiter ging und was ich noch alles gesehen und erlebt habe, dann abonniert doch einfach meinen Blog!

Wer von euch war denn selber mal in Japan? Könnt ihr euch vorstellen, einmal dort hinzufahren? Was sind eure Eindrücke von Soka?

Gamescom 2016 – Zocken im Schatten des Terrors

Terrorgefahr durch Cosplayer?

Leider war das Jahr 2016 ja ein bisher sehr unruhiges. Es gab viele Anschläge auf Veranstaltungen, bei denen Menschen einfach nur fröhlich zusammen feiern wollten. Das hat sich bedauerlicherweise auch auf die Gamesom ausgewirkt. Cosplayern wurde nahegelegt, ihre „waffenähnlichen“ Gegenstände und Waffennachbildungen zu Hause zu lassen. Wieso jemand glauben könnte, dass jemand verkleidet und mit einem Schaumgummischwert Amok laufen könnte, erschließt sich mir nur leider nicht so ganz. Klar gibt es auch Leute, die in den letzten Jahren in Tarnanzug und mit relativ echt aussehenden Waffennachbildungen zur Gamescom gekommen sind. Da ist es ja noch nachvollziehbar, schließlich kann man da auf Entfernung möglicherweise eine Atrappe von einer echten Waffe nicht unterscheiden. Aber bunte  Schaumgummischwerter? Also wirklich… Glücklicherweise gab es zumindest am Sonntag ein Einsehen und nachgemacht Gleven waren erlaubt.

Von Angst nichts zu spüren

Dass am Eingang zur Gamescom 2016 Taschenkontrollen durchgeführt wurden, war schon ein Schritt in die richtige Richtung. Leider wurde die Personenkontrolle versäumt, hätte also jemand unter seinem Pulli Sprengstoff gehabt, wäre er sehr wahrscheinlich doch hinein gekommen. Hier wurde das ganze irgendwie nicht so recht zu ende gedacht. Egal, so mussten wir halt nicht ganz so lange warten, auch gut. Ich persönlich glaube ohnehin, dass Autofahren oder Kochen oder Bügeln erheblich mehr Gefahren bergen, als die Gamescom. Und so ziemlich alle Besucher die da waren, haben es ebenso gesehen. Wieviele nun aber aus Angst nicht gekommen sind, weiß ich leider nicht. Allerdings gab es dieses Jahr das erste Mal die Nachricht, dass nicht alle Geschenkcodes eingelöst wurden und drei Tage vor Beginn noch ein paar hundert Karten erhältlich sein sollten. Zufall? Ich denke schon. Terror, Angst, all das war auch in den Gesprächen vor der Halle nie ein Thema.

Wir haben wie immer schon sehr früh draußen gestanden, um möglichst schnell reinzukommen und zumindest am Anfang nicht so lange warten zu müssen. Außerdem ist es immer wieder lustig, die gleichen Leute zur gleichen Zeit am gleichen Gate zu treffen. Alle werden älter, viele irgendwie nicht erwachsener. Am Donnerstag haben sich dann um 9:45 haben die letzten Tore geöffnet, 15 Minuten vor der offiziellen Eröffnung. Anders wäre auch der Ansturm draußen kaum zu bewältigen gewesen, da so viele Leute in die Hallen wollten. Leute mit 9 Uht-Tickets durften bereits eine Stunde vorher rein.

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Nach der Taschenkontrolle, ca. 7:30Uhr
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Menschenmassen auf der Gamescom

 

Zocken bis zum Umfallen

Große Neuigkeiten gab es keine auf der Gamescom 2016. Blizzards neues Add On erscheint am 30. August, Wargaming hatte auch nur World of Tanks (jetzt auch für die PS4) und World of Warships da. Es gab wohl einige interessante Indie Games (Spiele, die von kleinen, unabhängigen Entwicklerfirmen produziert werden). Und Die Gilde 3 wurde angekündigt. Man konnte die derzeitige Fassung auch schon ausprobieren, aber jeder, der Die Gilde 1 oder 2 gespielt hat, weiß, dass dafür ein paar Minuten gar nicht ausreichen.

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Gwent

An vielen Ständen gab es Geschenke (Goodies) wenn man sich ein Spiel angesehen hat. Aber mein persönliches Empfinden war, dass es letztes Jahr mehr und bessere Sachen gegeben. Die meisten Spiele, die uns interessieren, wurden bereits oder werden in den nächsten Tagen veröffentlicht. Deus Ex Mankind Divided oder World of Warcraft Legion zum Beispiel. Und weitere Spiele, wie Pyre oder Shadow Warrior 2 gab es leider noch nicht in spielbarer Version auf der Gamescom. Und doch waren an so vielen Ständen die Schlangen so lang, dass die Wartezeit oftmals 90 Minuten und mehr betrug. Ich hatte auch das Gefühl, dass viele Aussteller aufgerüstet und viel mehr PCs bereit gestellt haben. Und auch wenn das Gedränge nicht so schlimm war wie im Jahr zuvor, waren doch genau so viele Besucher da. Auch die Zahlen sind beeindruckend.


Die Gamescom 2016 in Zahlen

Besucherzahl:
2016: 345.000
2015: 345.000

davon Fachbesucher:
2016: 30.500
2015: 33.200

Internationalität Besucher:
2016: 97 Länder
2015: 96 Länder

ausstellende Unternehmen:
2016: 877
2015: 806

Internationalität Aussteller:
2016: Auslandsanteil 68 Prozent aus 53 Ländern
2015: Auslandsanteil 65 Prozent aus 45 Ländern

Fläche:
2016: 193.000 m²
2015: 193.000 m²

(Quelle: Computerbild.de)


Mehr als nur Games

Neben vielen Spielen zum Ausprobieren gibt es natürlich auch jede Menge Merchandise zu kaufen. Blizzard oder Bethesta sind recht groß und gut besucht, wobei, wenn ich raten müsste, würde ich sagen, Blizzard macht mit Abstand den meisten Umsatz. Und wie schon im letzten Jahr haben wir auch dieses Mal dort eingekauft, jetzt aber nur zwei T-Shirts. Den Rest haben wir online bestellt, da es die Sachen vor Ort nicht gab. Auch Manga und Anime-Fans sowie Fans von Filmen und Serien kommen dort auf ihre Kosten. Es gab Wundertüten, Kuschelkissen, Tassen, Poster, Bücher, T-Shirts, Manga und vieles mehr.

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Merchandise

Neben den Spielen präsentieren die Entwickler natürlich noch viel mehr, nämlich sich selbst! Viele Stände sind aufwendig gestaltet, es gibt Bühnenshows und Live-Streams, eSports-Events und ein großes Rahmenprogramm abseits der Gamescom, an dem wir in der Regel aber nicht teilnehmen. Eigentlich müsste man schon einen ganzen Tag damit zubringen, mit der Kamera durch die Messe zu laufen und Fotos zu machen. Ich habe sie aber daheim gelassen und nur mit dem Handy geknipst, da mein FReund und ich ja zum Spielen und Schauen und nicht zum Fotografieren hingekommen sind. Hoffentlich gefallen euch die Bilder trotzdem!

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World of Warcraft – Varian Wrynn

Zum Zocken braucht man natürlich auch einen PC! An einigen Ständen konnte man sich richtig tolle PCs anschauen. Manche waren riesengroß, andere hatte eine besondere Form. Nicht alle kann man kaufen, aber aussehen tun sie wirklich klasse! Nicht mehr wie diese ollen PCs aus den 90ern, in diesem schmutzigen Weiß-Grau und auch nicht langweilig Schwarz.

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PC Tower von LianLi

Bis zum nächsten Jahr

Eine Neuerung wird es ab dem nächsten Jahr geben. Die Gamescom wird nicht mehr in der letzten Ferienwoche stattfinden, sondern grundsätzlich in der letzten vollen Augustwoche und dann auch von Mittwoch bis Samstag, statt bisher von Donnerstag bis Sonntag. Der Fachbesuchertag wird dann dienstags sein. Ich persönlich finde diese Regelung nicht so gelungen, da es jetzt vermutlich Samstags noch viel voller werden wird als ohnehin schon. Andererseits könnte es in der Woche dafür etwas ruhiger werden. Ob diese Regelung jetzt sonderlich schülerfreundlich ist, wird sich noch zeigen müssen.

Wart ihr auch schon mal auf der Gamescom? Wie hat es euch gefallen? Was denkt ihr über die „Zocker“ und die UNternehmen, die Spiele herstellen?

Riesenschnitzel in den Stubenweinbergen

Da wir momentan Besuch von der Familie haben, ist es bei mir auf dem Blog relativ ruhig. Trotzdem möchte ich euch heute von unserem Ausflug zu Onkel Otto in den Stubenweinbergen in Stuttgart-Wangen erzählen. Bei Onkel Otto bekommt man Riesenschnitzel zu ziemlich moderaten Preisen. Falls ihr also einmal nach Stuttgart kommt, empfehle ich euch, unbedingt bei Onkel Otto vorbeizuschauen!

Der Hinweg ist relativ gemütlich, man fährt erst das letzte Stück über eine extrem geflickte Straße und die letzten Meter schon über einen Weinbergweg. Leider habe ich von dort gerade keine Fotos gemacht, aber die Riesenschnitzel möchte ich euch zeigen!

Riesenschnitzel
Riesenschnitzel bei Onkel Otto in Stuttgart-Wangen.

Insgesamt haben wir drei Portionen bestellt. Oben rechts und unten rechts sind die „normalen“ Riesenschnitzel, einmal Jägerschnitzel und einmal Asiaschnitzel (mit äußerst leckerer Asiasoße) und oben links, das ist eine Kinderportion (die Soße kann man wählen, die Kleine wollte auch Asiasoße). Dazu haben wir noch einmal „Wilde Kartoffeln“ mit Knoblauchcreme bestellt. Im Krug haben wir 3l Eistee. Dazu gab es Riesenstrohhalme. Uns wäre zwar lieber gewesen, wir hätten einen Krug zum einschenken und fünf Gläser bekommen, aber so ging es auch.

Da wir vier Erwachsene und ein Kind waren, sind wir super ausgekommen mit den Portionen. Zu zweit bestellen wir ein Risenschnitzel (also einen Teller mit zwei Schnitzeln) und die Wilden Kartoffeln. Für alles zusammen haben wir rund 52€ bezahlt, was ein super Preis ist, vor allem für Stuttgart! Wer mag kann auch zum Schnitzel-All-you-can-eat gehen und für rund 10€ so viele Schnitzel essen wie er mag, aber für einen normalen Menschen ist ein Teller kaum alleine zu bewältigen!

Onkel Otto in den Stubenweinbergen in Stuttgart-Wangen hat auch einen tollen Biergarten, in dem man sitzen kann. Gerade jetzt ist es dort richtig schön, unter den Bäumen und Sonnenschirmen. Und da es so abgelegen ist, kommen dort auch nur wenige Autos vorbei.

Zurück sind wir durch die Weinberge gefahren, über Wege, durch die kaum ein Auto passt. Zu breit sollte es keinesfalls sein. Irgendwie war ich so nervös, dass ich nicht daran gedacht habe, während der Fahrt Bilder zu machen. Erst als wir das Schlimmste hinter uns hatten und mein Freund, der im Auto vor uns fuhr, angehalten hat, damit meine Cousine Bilder machen kann, habe ich selber meine Kamera raus geholt. Ein paar Bilder von der tollen Aussicht möchte ich euch hier noch zeigen.

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Kennt ihr Onkel Otto? Mögt ihr auch Riesenschnitzel? Wie gefällt euch die Aussicht in den Weinbergen? Hättet ihr in Stuttgart mit so etwas schönem gerechnet?