Verwirkliche deine Träume – Teil 1

Willkommen zum Start meiner kleinen Reihe “Verwirkliche deine Träume”.

Dieser Beitrag ist mein bisher persönlichster Blogpost. Ich hoffe, dass er ein wenig zum Nachdenken anregt, wieso jeder seine Träume leben und die der anderen respektieren sollte.

Wir alle haben Träume und Wünsche. Vom eigenen Auto, Haus, von Kindern, vom Auswandern einem Jobwechsel, Umzug, Veränderungen. Aber selten höre ich von Freunden, dass sie ihre Träume wirklich verwirklichen. Ja, das Eigenheim und die Kinder, da trauen sich ja viele dran. Aber dann hört es oft schon auf. Wie oft habe ich schon gehört “mein Job nervt, ich würde am liebsten kündigen und etwas anderes machen”, “ich halte es hier nicht mehr aus, am liebsten würde ich auswandern”, “ach, wenn ich doch auch nur so ein Auto hätte”, “wie gerne würde ich einmal Schauspielunterricht nehmen” “ich träume davon, irgendwann einmal ein Buch zuschreiben” und so weiter und so fort.

Soll ich euch einmal etwas sagen? Seine Träume zu verwirklichen tut nicht weh, es kostet allenfalls Mut und manchmal leider auch Geld und immer etwas Zeit. Und ja, es wird euch oft auch Unverständnis erwarten, viele Freunde, Bekannte und Familienmitglieder werden versuchen, es euch eure großen, für sie utopisch erscheinenden Träume auszureden, weil es doch unvernünftig, gar dumm ist, was ihr vor habt. Träume zu verwirklichen ist eben nicht wie ein Einkauf im Supermarkt “einmal Auswandern in die Karibik bitte, nein nicht einpacken, direkt zum mitnehmen, danke”.  Wäre es so einfach, wäre es ja kein Traum. Sondern fast so etwas wie Alltag. Ich weiß wovon ich spreche, ich habe mir schon ein paar Träume verwirklicht. Im heutigen Blogpost möchte ich euch über meine ganz persönlichen Träume berichten, die ich mir bereits verwirklichen konnte.

Wolken

Warum Träume und Ziele so wichtig sind

Zunächst einmal, in meinen Augen sollte jeder einen Traum oder ein Ziel haben und dieses auch verfolgen. Für mich gibt es aber noch einen Unterschied, ein Ziel kann etwas rationales sein, wie der Uniabschluss oder die Fertigstellung des Eigenheims. Ein Traum ist mehr, er ist oft irrational und nur schwer zu begründen und etwas sehr individuelles. Träume können klein sein, eher Wünsche, oder groß, das spielt aber keine Rolle. Ein persönlicher Traum oder Wunsch ist etwas, das andere oft nicht verstehen. Wieso den super Job aufgeben, wieso sein Geld für ein Cabrio verschwenden, was soll Schauspielunterricht denn bringen? Ist die Reise nicht viel zu teuer? Alleine durch Südamerika wandern?? Aber genau das macht den Reiz aus, dass man etwas nur für sich tut und nicht für andere.

Träume geben uns einen Antrieb, füllen unser Leben mit Sinn. Wir werden aktiv und arbeiten daran, sie uns zu erfüllen. Manchmal gelingt es uns, manchmal nicht. Manchmal verändern sich unsere Träume oder wir verlieren sie aus den Augen. Manchmal zeigt sich, dass wir den falschen Weg eingeschlagen haben und uns mehr entfernt als ihnen genähert haben. Aber was auch immer geschehen mag, wir sollten niemals still stehen und nichts tun. Es ist dabei egal, wie groß oder klein, gewöhnlich oder ungewöhnlich dein Traum ist. Hauptsache es ist etwas, das dich glücklich macht und für dessen Erlangung du hart gearbeitet hast. Denn wenn du es leicht erreichen kannst, ohne Einschränkungen und Entbehrungen, wird es dich nicht lange glücklich machen.

Strand
Der Traum vom Auswandern! (danke an Henny Köhl für das Foto)

Meine Träume

Nach der Schule wusste ich nicht wirklich etwas mit mir anzufangen. Ich hatte keinen Plan, in welche Richtung mein Leben gehen sollte, also habe ich erst einmal eine Ausbildung im Reisebüro gemacht. Reisen und die Welt sehen, das war’s. OK, als Azubi sieht man nicht sooo viel, aber für die Algarve, das Wallis und die Azoren hat es gereicht, auch für Paris und Disneyland. Aber so wirklich glücklich war ich nicht, auch da sich aufgrund der Geschehnisse des 11. September 2001 und dem Erblühen des Internet vieles veränderte. Also beschloss ich, zu studieren. Wirtschaft sollte es werden, aber ein Thema, das nicht alle machten. Japanisch lernen wollte ich auch, also habe ich nach einem Vorgespräch mit dem Fachbereich Ostasienwissenschaften studiert.

Dank der Studienwahl bin ich mit 24 Jahren endlich für ein Jahr ins Ausland, nämlich nach Japan gegangen. Das war der erste wirklich große Traum, den ich mir verwirklicht habe. Schon während der Schulzeit wollte ich auswandern. Nun war es eben ein “Auswandern auf Probe”. Das eine Jahr in Japan war sehr aufregend, aber manchmal auch anstrengend. Ich war die ersten Monate nicht allein, da noch einige andere Kommilitonen dabei waren und unser Japanischkurs bis auf einen Chinesen nur aus Deutschen bestand, von denen wieder nur zwei nicht von meiner Uni waren.

Man kannte sich also, was das eingewöhnen etwas erleichterte. Aber da war auch die Familie in der Heimat, die ich vermisst habe, die Sprachbarriere (auf dem Papier kann man noch so toll Japanisch können, sprechen ist doch etwas anderes) und die kulturellen Unterschiede. Ich habe es beispielsweise nur selten erlebt, dass Japaner im Privatleben pünktlich sind. Trotzdem war ich insgesamt unglaublich glücklich, diesen Schritt gewagt zu haben, ohne meine Familie in ein so weit entferntes und fremdes Land gegangen zu sein. Ein paar Impressionen aus Japan finden sich übrigens HIER.

Uenopark (15)
Kirschblüte in Ueno (Tokyo)

Wieder in Deutschland war mir klar, dass ich nicht noch einmal auswandern wollte, da mir meine Familie und mein Freund sehr gefehlt haben und ich nicht auf der anderen Seite der Welt sein will, wenn hier etwas passiert. Versteht mich nicht falsch, ich würde niemals sagen, man soll nicht auswandern wegen seinen Eltern oder Großeltern, weil sie einmal krank werden oder sterben könnten, aber ich habe für mich persönlich entschieden, dass ich dann in Deutschland sein möchte und nicht tausende Kilometer entfernt auf einem anderen Kontinent leben will. Dennoch bereue ich das eine Jahr in Japan in keiner Sekunde und je länger es her ist, um so mehr wünsche ich mich, doch wieder für eine Zeit dort zu leben.

Mein zweiter großer Traum war ein rein materieller, für mich aber dennoch nicht weniger bedeutender als das Jahr in Japan. Viele Jahre bin ich das alte Auto meiner Eltern gefahren, es reichte ja noch, um von A nach B zu kommen. Als der Ibiza dann aber nach mehr als einer halben Million Kilometer und fast 15 Jahren etwas in die Jahre kam, habe ich beschlossen, mir meinen ersten eigenen Wagen zu kaufen. Er hat immerhin halb Europa gesehen, war schon in der Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Österreich, Holland und Belgien. Und ich glaube auch in Frankreich. Das Auto hat schon einiges mitgemacht und war bereit, in den Autohimmel aufzusteigen. Ein plötzlicher Totalausfall des Ibiza machte dem ganzen einen Strich durch die Rechnung und ich musste vorerst doch einen alten Wagen fahren, den mein Vater glücklicherweise schnell und günstig organisieren konnte. Immerhin hatte der schon eine Klimaanlage!

Trotzdem habe ich weiter gesucht. Ich liebe ja schnelle Sportflitzer, ein Auto muss für mich “sexy” sein, toll aussehen und sich sportlich fahren lassen! Ich bin zwar keine Raserin, aber wenn es mal geht fahre ich auch gerne zügig. Weil so ein Auto aber rational kaum zu begründen ist, habe ich mich natürlich auch bei anderen Fahrzeugen umgesehen. In der Zeit bin ich viel gependelt und dachte auch an eine Limousine.

Zufällig hat mein Freund sich Subaru BRZ und den Toyota GT86 (beide sind baugleich!) erinnert und wir haben beide direkt einmal ausprobiert. Und was soll ich sagen, ich habe in den Monaten danach mehrmals geträumt, dass eines dieser Autos mir gehören würde. Kein anderer Wagen hat mich so bewegt wie dieser. Ja, er ist unvernünftig (2+2 Sitzer, braucht Superplus, ist nicht ganz billig in der Versicherung, nicht geeignet um sperrige Gegenstände zu transportieren), aber ich war verliebt! Und zwar sowas von!

Und als wir auf der IAA 20013 den Subaru-Händler aus Duisburg getroffen haben, bei dem wir die Probefahrt gemacht haben und er genau den Wagen in der Ausstattung vorrätig hatte, wie ich ihn haben wollte, habe ich innerhalb von einer Woche alle Ersparnisse zusammengekratzt und den Vertrag unterschrieben. Und als Ausrede kann ich dazu noch sagen, dass mein Vater den Ibiza wieder flott gemacht und in der Stadt gefahren hat, aber der Zeitpunkt gekommen war, wo einfach nichts mehr ging und er unbedingt ein anderes Fahrzeug brauchte. Also sollte er den Golf bekommen, den er für mich gekauft hat und ich hatte einen guten Grund, den BRZ zu kaufen! Ja, was soll ich sagen, jeden Morgen wenn ich zu meinem Auto gehe, jeden Abend nach der Arbeit denke ich mir “was ein toller Wagen, und er gehört MIR!”.

BRZ_Blog
Subaru BRZ

Ähnlich geht es jetzt meinem Freund, der sich einen absolut unvernünftigen Wagen gekauft hat, aber ist unglaublich glücklich (und ich bin es auch, denn ich darf ihn auch fahren!). Meine Familie hält uns für verrückt und unvernünftig, unsere Freunde wissen es noch nicht einmal alle, aber das ist uns egal.

Ich habe derzeit alles, was mich glücklich macht. Einen guten Job, eine Familie, wir sind alle ziemlich gesund, mein Auto macht mir viel Freude und auch sonst gibt es nichts über das ich mich beklagen könnte. Ich bin wirklich dankbar dafür, dass ich schon so viel erreicht und erlebt habe und freue mich auf all die Dinge, die da noch kommen werden!

Im nächsten Teil möchte ich etwas weiter auf die Gründe eingehen, wieso jeder mehr an sich denken und an der Verwirklichung seiner Träume arbeiten sollte und euch ein paar Tipps geben, wie es auch ihr es schaffen könnt, an der Verwirklichung eurer Träume zu arbeiten.

Was für Träume habt ihr? Was habt ihr euch schon realisiert oder woran arbeitet ihr gerade? Falls euch das Thema gefällt, würde ich mich freuen, wenn ihr den Blogpost teilt und/oder kommentiert!

Hier geht es übrigens zu Teil 2 und Teil 3

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14 Discussion to this post

  1. sabinetopf sagt:

    Du hast einfach wunderbar geschrieben. Einmal eine ganz andere Schiene, die mir sehr gefällt.

    Träume habe ich auch. Aber es hat lange gedauert, bis ich sie mir verwirklicht habe. Ein Traum war es, einmal eine echte Jeans zu haben. Damals war ich 18. Ich habe gespart wie verrückt und dann hatte ich dieses Teilchen.

    Heute sage ich zu meinem Mann: Lass uns heute unsere Träume verwirklichen, jetzt und gleich. Was Andere über uns denken, ist mir egal. Auch wenn die Reise viel zu teuer ist, die Klamotte zu viel gekostet oder das Essen hätte billiger sein können. Egal. Es ist mein Geld, mein Leben und meine Freude.

    Doch mein allergrößter Traum ist es, wenn unsere Familie weiterhin gesund ist und so zusammenhält wie bisher.

    Ich freue mich schon auf deinen nächsten Teil.

    Liebe Grüße Sabine

  2. Julia sagt:

    Ich will auswandern seit ich 2013 aus meinem Australienurlaub zurück gekommen bin. Da Australien aus Gründen leider nicht umsetzbar ist für mich, ich aber unbedingt ans Meer will, habe ich nun beschlossen, mich nach Süditalien abzusetzen. Zunächst war da noch mein mittlerweile Ex-Partner, das hätte natürlich einiges erleichtert. Nun muss ich mich dem Ganzen alleine stellen. Meine Kündigung (ja, verrückt in diesen Zeiten einen unbefristeten Vertrag sausen zu lassen, ich weiß) ist bereits geregelt…nun geht’s an die Bürokratie und Wohnungssuche, sodass ich zu Anfang Oktober den finalen Schritt der Auswanderung und den ersten auf freiberuflichen Pfaden unternehmen kann.
    Ich seh’ das auch so. Träume sind dazu gemacht, realisiert zu werden. Denn nur dann ist wieder Platz für neue Träume. 🙂 In diesem Sinne: Don’t dream your life, live your dream!
    LG Julia

    • Prüfkiste sagt:

      Italien ist bestimmt toll! Und ich bin sicher, dass alles gut laufen wird. Und wenn nicht, dann geht die Reise eben weiter. Viel Erfolg dabei! 🙂

  3. Hallo Tanja, dein Bericht hat mir richtig gut gefallen. Vieles was du geschrieben hast, stimmt auch. Besonders wenn ich da an mich denke. Einen Traum habe ich mir auch schon erfüllt und das war mit das Schönste, was ich mir erfüllt habe.
    LG tanjatofollow

  4. Sabienes sagt:

    Ich glaube, so lange man träumt, lebt man noch. Selbst wenn man Träume träumt, die man einfach nicht verwirklichen kann … gut sind sie allemal! Wenn man sie aber in die Realität umsetzen kann, umso besser. Ohne dein Jahr in Japan wärst du nicht die, die du heute bist.
    LG
    Sabiene

    • Prüfkiste sagt:

      Hallo Sabine, ja duc hast Recht, alle unsere vergangenen Erfahrungen machen uns zu dem, was wir heute sind. Und ohne Traum ist es wie ohne Ziel, man lebt einfach vor sich hin und weiß nicht wofür…

  5. TaTi sagt:

    Huhu Tanja,

    wirklich sehr schön geschrieben! 🙂 Was wäre das Leben, wenn man keine Träume mehr hätte? Was machen Menschen, die sich alles leisten können? Ob denen nicht langweilig wird? Einige Wünsche und Träume habe ich mir bereits erfüllt, den Traum vom eigenen Heim, zwei Kinder. Meine Wünsche sind eher bescheiden und so träume ich einfach nur davon, weiterhin glücklich und gesund zu sein, was natürlich auch für den Rest meiner “Lieben” gilt. 🙂

    Ein verrückter Wunsch von mir ist es übrigens, einmal mit Erdferkeln einen Tag zu verbringen, ja du hast richtig gelesen, ein wenig verrückt bin ich eben. 😉

    Herzliche Grüße – TaTi

  6. Hallo Tanja,

    ein wirklich toller Bericht. Ich wusste gar nicht das du 1 Jahr in Japan warst….werde ich total neidisch. Dann sollte ich ja ab jetzt mit konichiwa anfangen *gg*
    Also dein Flitzer würde mich auch gut gefallen 😉 Mein erster Traum den ich mir verwirklicht hatte war mit 19 Jahren. Mein erstes Auto war auch gleichzeitig mein damaliges Traumauto – Honda CRX, schwarz und schnittige 120PS – Baujahr 1999! Um den weine ich heute noch nach, mein kleines Gokart.
    Egal ob kleine oder größere Träume, es ist wichtig das wir diese haben und ein Ziel vor Augen, wie du so schön schreibst. Der Alltagstrist frisst uns sonst total auf und alles wirkt irgendwie grau. Jeder hat natürlich andere Träume und Ziele! Ich freue mich schon auf Teil 2 der Serie von dir.
    lg Tanja

  7. Anja sagt:

    Ein guter Beitrag, der mich glatt mal in die Songtext-Zitate-Kiste greifen lässt.

    “Welcome to my life you see it is not easy.
    But I’m doing all right.
    Welcome to my wonderland, It’ll take time to find out where we stand.
    In all this mess there was the first day for me too.
    And I had no guide and I was lost like you – I still am.
    But it makes me feel alive!”

    Und deshalb wandere ich alleine durch Finnland, stelle mich wie ein Teenie schon vormittags vor Konzerthallen an oder laufe nächstes Mal beim Gutenberg Marathon mit!

    • Prüfkiste sagt:

      Alleine durch Finnland? Mich würden die angeblich zahlreichen Mücken abschrecken! 😉 Ja, es ist eben wichtig, dass man sich nicht von anderen beirren lässt, und außerdem endet das Teenagerzeitalter ja auch erst, wenn man den ersten Krückstock kaufen muss! Bis dahin darf man morgens vor Konzert- (oder wie bei uns Messe)hallen stehen! 😉

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