Roadtrip mit Hindernissen – Tag 2 (Teil 2)

Schön dass ihr auch zu meinem dritten Roadtrip-Bericht zurück auf meinen Blog gefunden habt. Und falls ihr die ersten beiden Teile verpasst habt, dann schaut doch einfach hier:

Tag 1
Tag 2 (Teil 1)

Wir standen da also, auf dem Parkplatz vor der Mautstation Ferleiten zur Großglocknerhochalpenstraße. Vor uns tolle Straßen, Berge und die Hoffnung auf einen wunderschönen Sonnenuntergang, hinter uns eine dicke, Wolke, die langsam nicht mehr grau, sondern fast schwarz war. Umdrehen, ein Hotel suchen und auf besseres Wetter am nächsten Tag hoffen? Oder weiterfahren und am nächsten Tag wie geplant nach Mailand fahren und dort 1-2 Nächte bleiben? Bleiben wir hier, haben wir entweder kaum Zeit in Mailand oder wir müssen Zürich ausfallen lassen. Fahren wir weiter, können wir das Spazierengehen jedenfalls vergessen.

Da wir vermutlich schneller wieder am Großglockner sind als in Mailand, haben wir entschieden, dass wir es doch wagen sollten und haben unseren beim ADAC gekauften Gutschein eingelöst. Die Auffahrt war wirklich klasse. Noch war es ja trocken, aber da das Wetter Regen versprach, waren wenig Autos und keine Motorad- oder Fahrradfahrer unterwegs. Und Regen in den Bergen hat ja auch was. Die Wolken, die zwischen den Berghängen hängen, mit Glück kann man sogar auf sie herabsehen.

Gemütlich sind wir also hinauf gefahren und haben öfter angehalten, um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen. Das bedeutete aber leider auch, dass die schwarze Wolke immer näher kam. Mittlerweile hörte man es in der Ferne grollen und die ersten Blitze erhellten den Horizont.

Gewitterwolken auf der Großglocknerhochalpenstraße

Noch vor dem Fuscher Törl (2428 m ü. A.) haben wir trotz gar nicht mal schwachen Regens die Abzweigung zur rund 2 km langen Panoramastraße Edelweißspitze (2571 m ü. A.) genommen. Oben angekommen war alles grau und trüb und so stark am regnen, dass wir nicht ausgestiegen sind. Schade, denn auf den Bildern im Netz schien es so, als ob man eine grandiose Aussicht haben würde!

Die Auffahrt war ja schon nicht ganz ohne, aber bergab über das Kopfsteinpflaster bei Regen, auf einer Straße, die nicht breit genug ist für zwei Autos und doch noch überraschend viel Gegenverkehr habe ich mich alles andere als wohl gefühlt. Natürlich gab es regelmäßig verbreiterte Stellen um einander auszuweichen, aber wenn man dann sieht, wie weit es teilweise runter geht, dann ist das schon beängstigend.

Auf der Edelweißspitze im Gewitter

 

Abfahrt von der Edelweißspitze
Strecke zur Edelweißspitze auf der Karte

Wir sind dann wieder unter, und was soll ich sagen, so in etwa am Fuscher Törl hat der Regen doch tatsächlich wieder aufgehört. Am Aussichtspunkt Seidlwinkel ist mein Freund kurz ausgestiegen, aber es war so nass und kalt und wolkig, dass man ohnehin kaum etwas sehen konnte. und nur kurz darauf klarte es wieder auf! Einen Moment lang habe ich überlegt, ob wir nochmal umdrehen sollten, aber es war ja leider schon ziemlich spät.

Trotzdem haben wir noch den Abzweig zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe genommen und haben unter anderem am Energieduschewasserfall angehalten und einen kurzen Spaziergang an einem kleinen Bergsee unternommen. Doch dann wurde es wirklich Zeit, langsam weiter nach Lienz zu fahren.

Ich bei einem kurzen Spaziergang

Die Aussicht war einfach unbeschreiblich. Grandios! Das Licht der untergehenden Sonne tauchte alles in ein freundliches goldgelb, die Wolken hatten sich aufgelockert und sogar der Mond stand gut sichtbar über den Bergen. Hätten wir es nicht noch so weit nach Lienz gehabt, dann wäre ich vermutlich bis spät nachts dort geblieben. Aber wir hatten noch eine nicht ganz kurze Strecke vor uns und auch kein Hotel gebucht.

Die Strecke zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
Je später es wurde, um so mehr klarte es auf.

Bis wir in Lienz ankamen, war es auch schon nach 20 Uhr. Glücklicherweise hat das Navi uns gleich zu einem Hotel geführt. Das Grand Hotel Lienz. Wow, was ein Anblick! 5 Sterne, und das hat man schon von außen gesehen. Aber nach all dem Ärger und einer nicht sehr erholsamen letzten Nacht wollten wir nicht wieder in unbequemen Betten schlafen und sind rein, um nachzufragen, ob denn noch Zimmer frei wären, und vor allem, was sie denn kosten würden.

Das Tal lag bereits im Nebel.

Etwas über 240€ pro Nacht, inkl. Frühstück. Puh, so viel habe ich noch nie für ein Hotel ausgegeben. Und wir würden ja am nächsten Morgen um 11 Uhr schon weiterfahren. Aber egal, wir haben es uns gegönnt und nicht eine einzige Sekunde lang bereut! Doch dazu mehr im nächsten Beitrag!

Wie hat euch denn die Großglocknerhochalpenstraße gefallen? Seid ihr schon da gewesen oder wollt ihr einmal hin? Habt ihr noch weitere Tipps für schöne, kurvenreiche Strecken für mich, die wir hoffentlich nächstes Jahr einmal ausprobieren können?

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2 Discussion to this post

  1. Oh das ist schade Tanja, dass es so grau und regnerisch oben war, der Ausblick ist wirklich eine Wucht. Nach dem ganzen Fiasko war es echt richtig, euch das teure, aber sicher geniale Zimmer zu leisten. Man gönnt sich ja sonst nichts. Bin gespannt wie es ausgesehen hat
    Liebe Grüße

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